„100 Jahre Frauenwahlrecht“ im Stift Melk gefeiert

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Christina Umgeher (Poltik-Mentee), Ursel Nendzig (Redakteurin welt der frauen), Anita Lackenberger (Historikerin und Filmemacherin), Christiane Feigl (GFin welt der frauen), Elisabeth Brückler (NV Versicherung), Christa Hubmayer (Projektmanagement Emmaus St. Pölten), Rosa Tiefenbacher (Gründungspräsidentin Soroptimist Allegria St. Pölten), Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Anna Rosenberger (kfb Vorsitzende St. Pölten), Christine Haiden (CRin welt der frauen)

Im Stift Melk fand gestern gemeinsam mit Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister das erste Event der Frauen-Veranstaltungsreihe „100 Jahre Frauenwahlrecht“ statt. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe vom Generationenreferat des Landes NÖ in Kooperation mit der Zeitschrift „Welt der Frauen“, der Katholischen Frauenbewegung der Diözese St. Pölten und der Erzdiözese Wien.

„Im Rahmen von drei Abendveranstaltungen wird das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts im Rück- und Ausblick thematisiert. Es handelt sich um einen Meilenstein in der Geschichte der Gleichstellung der Geschlechter, dieser soll gefeiert werden“, so die Landesrätin.

Vor 100 Jahren hat sich mit dem allgemeinen Wahlrecht eine Tür für Frauen geöffnet. „Seit dem allgemeinen Wahlrecht ist die Anteilnahme von Frauen in Politik, Bildung, Beruf oder ehrenamtlichen Engagement enorm gestiegen. Es haben sich viele neue Chancen für Frauen eröffnet“, so die Teschl-Hofmeister. In einem spannenden Mix aus biografischen Gesprächen, Referaten und Talks mit hochrangigen Vertreterinnen wie Landesrätin Teschl-Hofmeister oder der kfb Vorsitzenden Anna Rosenberger, macht man den einst steinigen Weg sichtbar.

Die Frauen-Landesrätin berichtet aus der Politik: „Vor 100 Jahren erhielten Frauen das Wahlrecht. Heute sind Frauen in der Politik selbstverständlich. Aber ihr Anteil an politischen Funktionen ist im Verhältnis zur Bevölkerungszahl noch immer zu gering.“ Mit gezielten Nachwuchsprogrammen wolle man in Niederösterreich junge Frauen dazu ermutigen, ihrem Interesse für Politik, Mitbestimmung oder Berufskarriere aktiv zu folgen. Es sei aber auch notwendig die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen so die Landesrätin: „Mentoring-Programme sind tolle Möglichkeiten Mädchen und Frauen für eine Karriere in der Politik oder im Beruf zu motivieren. Das alles reicht aber nicht, wenn wir sie nicht bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen.“ Der Ausbau der Kinderbetreuung in den Gemeinden sei einer der wichtigsten Aspekte im Bereich der Familienpolitik.

Heute beträgt der Frauenanteil im NÖ Landtag 27%, im Nationalrat 25,5%. Auf der kommunalen Ebene ist Niederösterreich an der Spitze der Bundesländer: 68 der 163 Bürgermeisterinnen kommen aus Niederösterreich, mit 12% Bürgermeisterinnen liegt Niederösterreich damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 7,5%. Aber „das Ziel ist noch lange nicht erreicht“, so sind sich auch die drei engagierten Frauen aus der Umgebung Christina Umgeher, Rosa Tiefenbacher und Christa Hubmayer sicher. In einer abschließenden Gesprächsrunde diskutieren sie über Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen und über weitere Entwicklungen, die die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Politik und Gesellschaft vorantreiben.

Landesrätin Teschl-Hofmeister appellierte abschließend noch einmal an den Mut und die Entschlusskraft der Frauen, Neues auszuprobieren und selbstbewusst in Männerdomänen vorzudringen: “Politik ermöglicht, selbst mitzugestalten und eigene Vorstellungen zu verwirklichen. Das gilt für Frauen und Männer.“

Zwei Folgeveranstaltungen finden zu Beginn des Jahres 2019 in Neulengbach und Baden statt. Infos unter www.noe.gv.at.

Foto: Erich Marschik