15 Jahre Sterbe- und Trauerbegleitung

Landesdirektor-Stv. Hannes Buxbaum, Rotes Kreuz Niederösterreich, Nermina Tahirovic, Sterbe- und Trauerbegleitung Rotes Kreuz Niederösterreich, Geschäftsführer-Stv. und Landesdirektor Thomas Wallisch, Rotes Kreuz Niederösterreich, Chefärztin und Vizepräsidentin Dr. Elfriede Wilfinger, Dr. Brigitte Riss, Vorsitzende Landesverband Hospiz NÖ sowie Chefpsychologe DDr. Cornel Binder-Krieglstein, Rotes Kreuz Niederösterreich

Nach dem Verlust eines geliebten Menschen begleiten Mitarbeiter/innen des Roten Kreuzes NÖ bei der Trauerarbeit und helfen, einem wichtigen Gefühl im Leben Raum zu geben – und das seit nunmehr 15 Jahren. Zusätzlich zu den Angeboten der Trauergruppen in Tulln, Klosterneuburg und des Trauerkaffee in Pernitz, besteht auch auf der Kinderburg Rappottenstein für Familien die Möglichkeit der Trauerarbeit. Neben der Trauerarbeit selbst, stehen aber auch eigene mobile Hospizteams zur Verfügung, um Menschen bei ihrem letzten Weg zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen.

„Trauer ist die Reaktion der Seele auf Abschied und Verlust. Sie ist ein wichtiges Gefühl, das uns hilft, die Schattenseiten des Lebens annehmen zu können“, erklärt Vizepräsidentin und Chefärztin Dr. Elfriede Wilfinger, Rotes Kreuz Niederösterreich. Trauernde sind jedoch mitunter verunsichert, und wissen nicht, wie sie ihre Trauer im privaten und öffentlichen Raum leben können. Auch das soziale Umfeld kann sich hilflos fühlen und nahen Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen fällt es schwer, auf einen Trauernden zuzugehen. Betroffene fühlen sich allein, unverstanden und Zusehens isoliert. Das Rote Kreuz Niederösterreich bietet diesen Menschen seit nunmehr 15 Jahren durch unterschiedliche Angebote die Möglichkeit, den eigenen Gefühlen Zeit und Raum zu geben.

Seit 2003 ist das Rote Kreuz Niederösterreich Beiratsmitglied des Landesverbandes Hospiz Niederösterreich. Die Teams sind seit ihrem Bestehen Mitglied im Landesverband. „Ein ganz herzliches Dankeschön allen hauptberuflichen und ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter/innen. Da Sein, Zuhören, die Hand reichen, mit einem Patienten, einer Patientin eine Situation aushalten, die kaum aushaltbar scheint, sich mit einem Menschen auf seinen individuellen ganz persönlichen letzten Lebensweg zu machen, ist eine große Aufgabe“, sagt Dr. Brigitte Riss, Vorsitzende Landesverband Hospiz NÖ.

Die mobilen Hospizteams des Roten Kreuzes beraten, unterstützen und begleiten Menschen mit fortschreitender, lebensbedrohlicher Erkrankung sowie deren Angehörige. Dabei ist natürlich die Trauerbegleitung ist ein wesentlicher Bestandteil des Hospizdienstes. Diese Teams stehen in Tulln, Purkersdorf und Pernitz zur Verfügung und haben im Jahr 2017 115 Patient/innen begleitet. Aktuelle zählen die Teams 46 freiwillige Mitarbeiter/innen, die derzeit 44 Patient/innen betreuen.

„Gerade in den Trauergruppen ist es auch unser Ziel, den Betroffenen Zeit und Raum zu geben, um über die eigenen Gefühle in einem geschützten Rahmen frei sprechen zu können“, meint Thomas Wallisch, stv. Geschäftsführer des Roten Kreuzes NÖ. Die Trauergruppe unterstützt zudem beim Erkennen von eigenen Bedürfnissen, um so auch neuen Lebensmut fassen zu können. Begegnung und Austausch mit anderen Betroffenen, erlebtes Verständnis und Anteilnahme, sowie haltgebende Rituale und Symbole können Trost spenden.

Neben der Trauergruppe in Tulln und Klosterneuburg, steht das Trauerkaffee in Pernitz, eine eigenen Männer-Trauergruppe in Tulln und das Windrad Tulln – eine Selbsthilfegruppe für Eltern, deren Baby vor, während oder nach der Geburt verstorben ist – zur Verfügung. Zusätzlich bietet die Kinderburg Rappottenstein unter anderem auch Familien, die den Tod eines Familienmitgliedes (Elternteil, Kind) zu verarbeiten haben, Raum zum Krafttanken. Durch die besondere Möglichkeit ein paar Tage oder Wochen auf einer mittelalterlichen Burg verbringen zu können, sollen die schwer belasteten Familien ein Stück weit dem Alltag entrücken und Ruhe und Erholung finden. Auf der Kinderburg wurden bereits 33 Familien mit 54 Kindern begleitet.

Foto: RK NÖ / M. Hechenberger