Kärntner Markus Payr an der Spitze der österreichischen Aquakulturproduzenten

Ehrenobmann Johann Kölbl und neu gewählter Obmann Markus Payr

Der Österreichische Verband für Fischereiwirtschaft und Aquakultur hat am Dienstag, 6. Februar, in Ferlach (Kärnten) Markus Payr zum neuen Obmann gewählt. Damit vertritt er die nächsten 4 Jahren lang die Anliegen der österreichischen Aquakulturproduzenten. Markus Payr ist BOKU-Absolvent, selbst Fischzüchter und als anerkannter Experte für Fischzucht über die Bundesländergrenzen hinweg bekannt.

Markus Payr folgt als Verbandsobmann Johann Kölbl nach, der den Dachverband im Jahr 2009 gegründet hat. Kölbl hatte damals die Vision, alle Sparten der Aquakultur und die Seenfischerei unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen. „Ohne das vorausschauende Denken von Johann Kölbl wäre die Vereinsgründung und positive Weiterentwicklung der Aquakulturbranche nicht möglich gewesen“ zieht Payr vor seinem Vorgänger den sprichwörtlichen Hut und freut sich, dass Kölbl dem Verband als Ehrenobmann erhalten bleibt. Operative Unterstützung erfährt der Branchenverband seit 2016 von Verbandsgeschäftsführer Leo Kirchmaier. Er ist als Aquakultur-Referent der Landwirtschaftskammer Niederösterreich tätig. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem neu gewählten Obmann. Mit Markus Payr sind wir nicht nur fachlich sehr gut aufgestellt, sondern profitieren auch von seinen Erfahrungen und dem Netzwerk, das er sich als Obmann des Vereins der Kärntner Fischzüchter bereits aufgebaut hat“, so Kirchmaier.

Praxistaugliche Rahmenbedingungen und Bürokratieabbau als erklärtes Ziel

Obwohl sich Österreich zum Ziel gesetzt hat, die inländische Aquakulturproduktion zu steigern, ist derzeit leider Gegenteiliges der Fall. Die letzte Aquakultur Statistik zeigt, dass die Produktion von 2015 auf 2016 wieder leicht gesunken ist. „Das liegt zum einen an den aufwendigen und abschreckenden Behördenverfahren bei der Neuerrichtung von Aquakulturanlagen, aber auch an den behördlich vorgeschriebenen Einschränkungen bei der Wiederverleihung von Wasserrechten bei bestehenden Anlangen. Zudem ist mit hohen Fischverlusten in Aquakulturanlagen aufgrund von Ausfraß durch Kormoran oder Fischotter zu rechnen, da nicht alle Anlagen effektiv geschützt werden können, wie zum Beispiel große Karpfenteiche“, erklärt Markus Payr. Eine Situation, die er so nicht hinnehmen will. „Ich trete für eine praxistaugliche Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Sinne der Fischzüchter und Teichwirte bei Behördenverfahren ein. Nur dadurch kann die österreichische Aquakultur den inländischen Selbstversorgungsgrad bei Fisch von derzeit 6 Prozent mittelfristig erhöhen.“

Seit dem Jahr 2016 wirkt der Dachverband auch auf EU Ebene als Gründungsmitglied im EU-Aquakulturbeirat mit. Der EU-Aquakulturbeirat gibt fachliche Empfehlungen an die EU Kommission weiter und ist an einer positiven Weiterentwicklung der Branche interessiert.

Foto: LK Kärnten/ Gerda Weber