LH Mikl-Leitner eröffnete Umfahrung Zwettl

„Mehrwert für die Sicherheit und die Lebensqualität in der Region“

Banddurchschneiden anlässlich der Eröffnung der Umfahrung Zwettl mit Baumeister Stefan Graf von Leyrer+Graf, Verkehrs-Landesrat Ludwig Schleritzko, Geschäftsführer Karl Weidlinger von Swietelsky, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Herbert Prinz, Straßenbaudirektor Josef Decker, Mitarbeitern des Straßendienstes und Kindern

Banddurchschneiden anlässlich der Eröffnung der Umfahrung Zwettl mit Baumeister Stefan Graf von Leyrer+Graf, Verkehrs-Landesrat Ludwig Schleritzko, Geschäftsführer Karl Weidlinger von Swietelsky, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Herbert Prinz, Straßenbaudirektor Josef Decker, Mitarbeitern des Straßendienstes und Kindern

Nach einer Bauzeit von rund 32 Monaten wurde heute, Sonntag, die Verkehrsfreigabe der B 38 Umfahrung Zwettl gefeiert. Die Eröffnung des 10,7 Kilometer langen Straßenstücks nahm Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gemeinsam mit Verkehrs-Landesrat Ludwig Schleritzko, Bürgermeister Herbert Prinz, Straßenbaudirektor Josef Decker, Baumeister Stefan Graf von Leyrer+Graf, Geschäftsführer Karl Weidlinger von Swietelsky und zahlreichen Festgästen vor. Die ökumenische Segnung erfolgte durch Pfarrmoderator Thomas Kuziora und Superintendenten-Stellvertreterin Birgit Schiller.

Dass so viele Gäste zur heutigen Eröffnung gekommen seien, unterstreiche „die Wichtigkeit dieser Umfahrung“, sprach Landeshauptfrau Mikl-Leitner von einer „richtigen und wichtigen Investition“, die „eine große Bedeutung für die Region“ habe: für die Anbindung der Region und für die Standortqualität von Zwettl. Diese Umfahrung sei in Rekordzeit umgesetzt und von langer Hand geplant worden, diese bedeute „einen Mehrwert für die Sicherheit und die Lebensqualität in der Region“, führte Mikl-Leitner aus, dass die Umfahrung zudem für die Pendlerinnen und Pendler eine Fahrtzeitersparnis um bis zu 15 Minuten auf der Strecke Gmünd bzw. Weitra – Krems – St. Pölten bedeute.

Die Landeshauptfrau bedankte sich bei Bürgermeister Prinz, bei den Baufirmen und „allen, die Hand angelegt haben“.

„Das Thema Infrastruktur insgesamt ist für uns ein ganz entscheidendes“, führte Mikl-Leitner aus, dass man Niederösterreich mit Investitionen in die Infrastruktur voranbringen wolle. Das betreffe nicht nur die Straße und die Schiene, sondern auch den Breitbandausbau, also „die Vernetzung von ganz Niederösterreich“. Die Entwicklung habe gezeigt, dass es ein stetiges Anwachsen der Städte gebe, aber ein Abwandern aus den Regionen. Mit dem Straßenausbau und dem Breitbandausbau wolle man die Regionen stärken, sprach Mikl-Leitner von einer „großen Chance für den ländlichen Raum“. Dadurch würden sich verstärkt Betriebe ansiedeln und Arbeitsplätze entstehen, so die Landeshauptfrau.

Landesrat Schleritzko sprach von einer „Sternstunde für das Waldviertel“ und führte aus, dass man seitens des Landes Niederösterreich insgesamt 180 Millionen Euro bis 2020 in den Straßenausbau im Waldviertel investiere: 140 Millionen Euro in den Ausbau der beiden Achsen Wien – Stockerau – Horn – Gmünd und Krems – Zwettl – Vitis und zusätzlich 40 Millionen Euro für weitere Straßenbauprojekte.

Der heutige Tag sei ein „Freudentag“, betonte Bürgermeister Prinz, dass dieser „ein ganz wichtiger Tag für die verkehrliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt“ sei. Auf der einen Seite werde die Bevölkerung in der inneren Stadt entlastet, zum anderen könnten die Bürger aus dem Umland schneller in die Bezirkshauptstadt gelangen. Bereits 2006 habe man sich auf die heutige Umfahrungsstraße geeinigt, nach knapp elf Jahren könne diese heute eröffnet werden.

Straßenbaudirektor Decker sprach von „einer einmaligen Sache“ und bezeichnete die Umfahrung Zwettl als „Jahrhundertprojekt“. Es habe einen optimalen Ablauf gegeben, bedankte er sich bei den Baufirmen und Planern.

Derzeit fließt der gesamte Verkehr der Landesstraßen B 36, B 38 und L 71 durch das Stadtgebiet von Zwettl. Zur Entlastung des Stadtgebietes vom Durchzugsverkehr, zur Erhöhung der Sicherheitsbedürfnisse der Verkehrsteilnehmer und zur Steigerung der Lebensqualität wurde die Planung der Umfahrung in Angriff genommen. Nach der Planungsphase gemeinsam mit der Bevölkerung und den Bürgerinitiativen und dem Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfungen wurde mit bauvorbereitenden Maßnahmen wie z.B. den archäologischen Grabungen des Bundesdenkmalamtes und den Kampfmittelbergungen begonnen. Nach Abschluss der Grundeinlösungen und der Vergabe der Bauarbeiten wurde im Oktober 2014 die Straßenbauarbeiten gestartet.

Die Umfahrung Zwettl wurde als Public-Private-Partnership (PPP)-Projekt umgesetzt. Dabei wurden einem privaten Auftragnehmer die Finanzierung, die Bauplanung, der Bau der Umfahrung sowie die Erhaltung auf eine Vertragsdauer von 28 Jahren übertragen. Die Kernkompetenz des Strecken- und Winterdienstes wird weiterhin vom NÖ Straßendienst durchgeführt.

Die Trasse der Umfahrung Zwettl wurde so gewählt, dass sie einerseits eine optimale verkehrliche Entlastung für die Stadt bringt und andererseits jedoch zu keiner Mehrbelastung der Bevölkerung in den Randlagen der Stadt führt. Die neue Umfahrung bildet einen Halbring um die Stadt und verbindet die Landesstraße B 38 von Horn bzw. die B 37 von Krems kommend mit der Landesstraße B 38 Richtung Groß Gerungs. Sie springt südlich der Kreuzung B 38 L 8245 (vor dem Ortsgebiet von Rudmanns) vom Bestand ab, verläuft mit Ost-West-Erstreckung nördlich des Stadtgebietes von Zwettl und mündet südwestlich von Moidrams wieder in die bestehende Landesstraße B 38 ein.

Nähere Informationen: Amt der NÖ Landesregierung, NÖ Straßendienst, Gerhard Fichtinger, Telefon 0676/81260141, E-Mail gerhard.fichtinger@noel.gv.at

Foto: NLK Reinberger