Nationalpark Thayatal: Spürhund hilft beim Ausforschen der Wildkatze

Im Rahmen des österreichisch-tschechischen INTERREG-Projektes ‚Connecting Nature‘ wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Naturschutz intensiviert.  Dabei beschreitet der Nationalpark Thayatal neue Wege der Wildkatzenforschung, denn nun  kommt auch ein speziell ausgebildeter Wildkatzen-Spürhund zum Einsatz. „Niederösterreich ist das Naturland Nummer eins und zeichnet sich durch hohe Artenvielfalt und sehr abwechslungsreiche Lebensräume aus, die Wildkatze ist dafür das beste Beispiel. Mit diesem neuen Projekt wollen wir grenzüberschreitend mehr über sie erfahren, Spürhund Cupper hilft uns dabei“, freut sich LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Der Nationalpark Thayatal widmet sich im Rahmen von Connecting Nature gemeinsam mit Partnern aus den tschechischen Kreisen Vysočina und Südböhmen der Förderung der Biodiversität, schließlich ist fast die Hälfte aller Pflanzenarten Österreichs im grenzüberschreitenden Schutzgebiet an der Thaya zu finden. Ein herausragender Vertreter der Artenvielfalt ist dabei die Wildkatze. Sie galt in Österreich als ausgestorben und wurde im Thayatal wiederentdeckt. Mit dem neuen Projekt kommen nun auch neue Forschungsmethoden zum Einsatz, Nationalparkdirektor Christian Übl berichtet von ersten Erfolgen: „Unser Nationalparkförster Wolfgang Riener hat seinen Border-Collie Cupper zum Wildkatzen-Spürhund ausgebildet. Dabei jagt der Hund die Katzen natürlich nicht, sondern ist darauf trainiert, den Duft von Wildkatzen-Kot aufzuspüren. Bei seinem Einsatz ist er tatsächlich fündig geworden. Wir warten nun gespannt auf das Ergebnis der genetischen Untersuchung!“ Mittels genetischer Untersuchungen lässt sich eindeutig bestimmen, ob es sich um eine Wildkatze oder um eine Hauskatze handelt, außerdem lässt sich auch das Geschlecht und die Verwandtschaft bestimmen.

Auch im Bereich der Umweltbildung und des Natur-Tourismus setzt der Nationalpark Thayatal auf die Wildkatze. Direkt am Rande des Nationalparkwaldes entsteht derzeit um 1,3 Mio. Euro ein sogenanntes Wildkatzen-Camp mit 60 Betten, Schulungsräumen etc. als Unterkunft für Projekttage im Nationalpark. Schon im heurigen Sommer werden die ersten Schulgruppen erwartet. Unter dem Motto „Frei und wild wie ein Wildkatze“ können Schüler und Jugendliche dann wilde Abenteuer und intensive Naturerfahrungen erleben. „Damit wird der Nationalpark Thayatal zur Ausbildungsstätte für Umweltspürnasen und Naturforscherinnen und darüber hinaus auch die Region gestärkt. Denn der Nationalpark ist auch Tourismusmagnet, Motor der Regionalentwicklung und Arbeitgeber für 30 Menschen.” so LH-Stellvertreter Pernkopf.

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