NEF-Abend: Rotkreuz-Schulung für den Großeinsatz

Ganz unter dem Motto „Großeinsatzmanagement“ stand am Freitag die Rotkreuz-Bezirksstelle Neulengbach: bereits zum achten Mal wurde der „NEF-Abend“, ein Schulungsangebot für Rettungs- und Notfallsanitäter/innen, durchgeführt. Rund 250 Mitarbeiter/innen vom Roten Kreuz, Arbeiter-Samariterbund und dem Christophorus-Flugrettungsverein nahmen an der Veranstaltung teil.

„Durch die Änderung der Richtlinien für Einsätze mit einer großen Anzahl von Beteiligten lag das Thema Großeinsatzmanagement für den heurigen NEF-Abend auf der Hand “, sagt Bezirksstellenkommandantin Katrin Wiesinger, „diese Fortbildung hilft unseren Sanitäterinnen und Sanitätern, bei einem Massenfall von Betroffenen effizient und professionell zu helfen.“

Bezirksstellenleiter Mag. Johannes Hiller konnte anlässlich des NEF-Abends Präsident General Josef Schmoll, BA sowie Vizepräsidentin und Landeschefärztin Dr. Elfriede Wilfinger und Landesrettungskommandant Mag. Werner Kraut vom Landesverband Niederösterreich begrüßen. Wie jedes Jahr war das Interesse der Sanitäter/innen an der vierstündigen Ausbildung groß. „Das hat man auch schon bei den Anmeldungen gemerkt. Innerhalb weniger Tage waren alle Plätze vergeben“, schmunzelt Hiller.

Nach einem Einführungsvortrag durch den Stellvertretenden Landesrettungskommandanten Johann Kaufmann wurden im Stationsbetrieb von der Patienteneinschätzung über Einsatzführung bis zum Abtransport alle Abläufe eines Großeinsatzes realitätsnah geübt. In der Station Triage wurden professionell geschminkte Patientendarsteller von den Sanitäterinnen und Sanitätern begutachtet und, je nach Schweregrad der Verletzungen, in vier Behandlungsgruppen eingeteilt. Die Station Transport half den Teilnehmern, ihr Wissen über Organisation und Dokumentation von Transporten zu perfektionieren, um alle Verletzten schnell und effizient ins Krankenhaus zu befördern und Sekundärverlegungen zu vermeiden. Wie man Lageerkundung und Lagemeldung richtig durchführt und was bei der Einsatzleitung zu beachten ist, zeigte die Station Einsatzführung. „Die Sanitäterinnen und Sanitäter konnten anhand des Fallbeispiels eines Zugunglücks in Kritzendorf das richtige Verhalten als ersteintreffendes Fahrzeug üben“, erklärt Katrin Wiesinger.

Dass bei Großeinsätzen auch die richtige Kommunikation entscheidend ist, konnten die Teilnehmer/innen bei der gleichnamigen Station erfahren. Hier wurde nach einer kurzen Theorieeinheit auch die vielfältige Kommunikations- und Unterstützungsausrüstung ausprobiert, welche dem Roten Kreuz im Ernstfall zur Verfügung steht.

„Einer der Grundpfeiler der neuen Großeinsatzmanagement-Richtlinien ist die Sicherstellung der psychosozialen Betreuung jedes einzelnen Betroffenen durch unsere hochprofessionellen Kriseninterventions-Mitarbeiter/innen“, erläutert Bezirksstellenleiter Hiller, „in einer eigenen Station erlernten unsere Sanitäter/innen die Aufgaben, Strukturen und Abläufe, um im Sinne einer noch intensiveren Zusammenarbeit jedem rasch die benötigte Betreuung zukommen zu lassen. Eine noch größere Bedeutung hat nun auch die Einrichtung des sogenannten Betroffeneninformationszentrums, einer Art zentralen Anlaufstelle für Fragen und Anliegen aller Beteiligten.“

Als besondere Überraschung von Seiten des Landesverbands-Präsidenten General Josef Schmoll wurde der Bezirksstelle noch am selben Abend der neue LKW 67/028 feierlich überreicht. Der LKW für den Katastrophenschutz wurde durch Rotkreuz-Kurat Diakon Thomas Wallisch gesegnet. „Das neue Fahrzeug ist primär zur Verstärkung der Feldküche gedacht und macht uns in Zukunft noch mobiler“, freut sich Bezirksstellenkommandantin Katrin Wiesinger.

Nach Absolvierung der Fortbildung waren alle Teilnehmer/innen zum gemütlichen Beisammensein und Erfahrungsaustausch eingeladen. Für Speis und Trank sorgte in gewohnter Qualität die hauseigene Feldküche der Bezirksstelle Neulengbach, um alle Sanitäterinnen und Sanitäter mit vollem Bauch und erweitertem Fachwissen in die Nacht zu entlassen.