Neue Studie: 80 Prozent der Jugendlichen wünschen sich eine eigene Familie

Student Lukas Joichl, Schülerin Katja Böhm, Familienlandesrätin Barbara Schwarz, Peter Filzmaier vom Institut für Strategieanalysen und Barbara Trettler, Geschäftsführung NÖ Familienland GmbH

ST. PÖLTEN. Gestern lud die NÖ Familienland GmbH auf Initiative von Familienlandesrätin Barbara Schwarz im Rahmen der „Denkwerkstatt Familie“ erneut zu einer Podiumsdiskussion eines aktuellen Familienthemas. Diesmal stand die Jugend im Zentrum – sowohl am Podium, als auch unter den Gästen und nicht zuletzt in den neuesten von Peter Filzmaier präsentierten Studienergebnisse des „Jugendmonitor NÖ“. Die vom Institut für Strategieanalysen Wien ausgearbeiteten Ergebnisse zeichnen auf Basis von über 1100 Online- bzw. Telefonbefragungen unter 14- bis 24-Jährigen ein aktuelles Bild der heutigen Jugend.

Ergebnisse: Zukunftszuversicht und Wunsch nach Familie
Die Ergebnisse belegen der Jugend eine grundsätzliche Zuversicht, was ihre eigene Zukunft betrifft. Etwa 60 Prozent bezeichnen sich als sehr oder eher zuversichtlich, was ihre unmittelbare Zukunft betrifft. Die zwei wichtigsten Lebensbereiche sind Familie und Freunde/-innen, gefolgt von der eigenen Freizeit. 80 Prozent der Jugendlichen wünschen sich eine eigene Familie, zehn Prozent haben bereits eine eigene Familie und für lediglich sieben Prozent ist Familie ein uninteressantes Thema. Zwei Drittel jener, die sich eigene Kinder wünschen, wünschen sich zwei Kinder. Eine relative Mehrheit von 34 Prozent möchte bis zum zweiten Lebensjahr der Kinder zu Hause bleiben, ein Viertel sogar bis zum dritten Jahr oder länger, wobei die Bereitschaft dazu auch bei dieser Generation bei Frauen höher liegt als bei Männern. Rund drei Viertel der in Niederösterreich Befragten gaben sogar an, dass die Kinderbetreuung untertags bis zum Alter von drei Jahren hauptsächlich durch die Eltern zu Hause erfolgen sollte. Das Bild einer mehrheitlich klassischen Vorstellung von Familie, Familienleben und Familiengründung widerspricht jedoch nicht dem sich stetig wandelnden Rollenverständnis junger Männer und Frauen. Ein zunehmend modernes Frauenbild ist ebenso verankert wie das abnehmende Interesse an Heirat und Ehe. Über 90 Prozent geben an, dass Männer und Frauen gemeinsam für die Kinderbetreuung verantwortlich sind. Dem gegenüber steht der Wunsch einer relativen Minderheit von etwa einem Viertel, bei dem der Wunsch selbst zu heiraten als sehr wichtig beurteilt wird.

Familienlandesrätin Barbara Schwarz betonte die Notwendigkeit um das Wissen der Bedürfnisse junger Menschen: „Die jungen Menschen von heute sind die Erwachsenen von morgen, die zu entscheiden haben werden, ob sie eine Familie gründen möchten. Um gelungene Rahmenbedingungen für diese Generation zu schaffen, ist es unbedingt notwendig, die Jugend selbst nach ihren Einstellungen und Bedürfnissen zu befragen. In Niederösterreich setzen wir in vielen Belangen darauf, die Beteiligten selbst in Planung, Konzeption und konkrete Projekte zu integrieren. Besonders freut es mich heute Abend, dass sich zwei Jugendliche selbst an der Podiumsdiskussion beteiligen.“

Die Diskutantinnen und Diskutanten am Podium (v.l.n.r.): Peter Filzmaier vom Institut für Strategieanalysen, Beate Großegger vom Institut für Jugendkulturforschung, Martin Trümmel, Geschäftsführung Jugend:Info NÖ, Moderator Stefan Gehrer, Schülerin Katja Böhm und Student Lukas Joichl

Belebte Diskussion mit grundsätzlicher Einigkeit
Auf der Bühne diskutierten über die Studienergebnisse Beate Großegger vom Institut für Jugendkulturforschung und Martin Trümmel, Geschäftsführer der Jugend:Info NÖ und auch zwei Jugendliche stellten sich der Diskussion: Katja Böhm, Schülerin der HLUYW Yspertal und Lukas Joichl, Student aus Neulengbach. Einigkeit aller herrscht über die Notwendigkeit optimierter Grundvoraussetzungen wie etwa familienfreundliche Arbeitsmodelle und ein breites Netz von Unterstützungsleistungen mit größtmöglicher Wahlfreiheit und Flexibilität für Jungfamilien.

In der Denkwerkstatt Familie tauschen sich Expertinnen und Experten mit der niederösterreichischen Bevölkerung aus. In einem mehrstufigen Prozess entwickeln sie gemeinsam Visionen und Strategien, um die Rahmenbedingungen für Familien in Niederösterreich noch weiter zu verbessern.

 

Allgemeines zur NÖ Familienland GmbH
Die NÖ Familienland GmbH wurde 2013 auf Initiative von Familienlandesrätin Barbara Schwarz gegründet und 2014 als Kompetenzzentrum für Familienarbeit in Niederösterreich eröffnet. Unseren Aktivitäten liegt ein Familienbegriff zu Grunde, der Familien in ihrer Pluralität und als ein Netz aus Mitgliedern aller Generationen begreift – verbunden durch die Bereitschaft, langfristig füreinander Verantwortung zu übernehmen.

Familienarbeit steht in Niederösterreich seit jeher im Mittelpunkt. Und wenn es um ganz konkrete Maßnahmen geht, ist gerade Niederösterreich seit vielen Jahren richtungsweisend in Österreich.

Ziel der NÖ Familienland GmbH ist die Unterstützung von Familien, Gemeinden und Institutionen in den Bereichen

  • der Kinderbetreuung
  • der Entwicklung, Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen
  • der Gesundheits- und Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen
  • der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • der Entwicklung von ganzheitlichen und nachhaltigen Konzepten zur Unterstützung von Familien
  • des Zusammenwirkens der Generationen
  • des Abbauens von Barrieren
  • sowie die Aus- und Fortbildung aller in diesen Bereichen tätigen Personen

Ein wichtiger Aufgabenbereich widmet sich dem Blick in die Zukunft. Mit der Denkwerkstatt Familie möchten wir neue Fragen zu altbekannten und aktuellen Themen stellen. Ziel ist es, im Dialog mit den Menschen Antworten und Ansätze zu finden, um zukunftsweisende Konzepte entwickeln zu können und brauchbare Projekte zu realisieren, die im Leben der Familien ankommen. Diese Ziele sollen partei- und konfessionsübergreifend verwirklicht werden.

Foto: David Schreiber