Notarzteinsatzfahrzeuge im Test: Rotes Kreuz testet neue Modelle für den Einsatz

Die drei neuen Fahrzeugtypen, die als potentielle künftige Notarzteinsatzfahrzeug getestet werden.

Nach der erfolgreichen Umstellung vom langjährigen Notarztwagen (NAW) auf das kleinere und flexiblere Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) geht das Rote Kreuz Niederösterreich nun den nächsten Schritt und testet derzeit mehrere Fahrzeugtypen, um in Zukunft die Notarzteinsatzfahrzeuge weiter zu optimieren. Acht der 32 Notarztstützpunkte wurden nun ausgewählt und werden in den nächsten Wochen Fahrzeuge der Typen VW T6, BMW 220 Grand Tour, VW Touareg sowie natürlich das derzeitige Modell VW Passat testen, um Vergleiche ziehen zu können. Die Fahrzeuge wurden nun an die Dienststellen übergeben.

„Die Umstellung von NAW auf NEF war ein wichtiger Schritt für Niederösterreich, jetzt geht es darum, das System weiter zu optimieren“, erklärt Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Dafür wurden nun vier Fahrzeugtypen ausgewählt, die in den nächsten Wochen im Realeinsatz sozusagen auf Herz und Nieren geprüft werden.“ Acht ausgewählte Notarztstützpunkte – Baden, Aspang, Groß Enzersdorf, Mistelbach, Waidhofen/Ybbs, Zwettl, Horn, St. Pölten (Rotes Kreuz und ASB) – werden bis 21. März mit den unterschiedlichen Fahrzeugen unterwegs sein, um alle Erfordernisse auszutesten.

„Wir haben die Auswahl der Bezirksstellen möglichst breit angelegt, um beim Testen alle relevanten Kriterien einbeziehen zu können: Stadt/Land, hügeliges Gelände versus Autobahn, Hochfrequenzdienststellen, Stützpunkte, wo die Ärzte vom Roten Kreuz oder von der Landeskliniken-Holding besetzt werden, Rotkreuz- und Arbeitersamariterbund-Stützpunkte“, meint Landesrettungskommandant Werner Kraut. „Bei dem Test ist es besonders wichtig, die tägliche Praxis einfließen zu lassen. Nach jedem Einsatztag wird von den Mitarbeiter/innen ein Fragebogen ausgefüllt und nach Ende der Testphase folgt dann die Analyse der Fragebögen.“

Zum Notarzteinsatzfahrzeug

Das Rote Kreuz ist von Beginn an mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung des Notarztwesens in Österreich befasst und hat gerade auch mit der Umstellung auf das NEF der europäischen Entwicklung Rechnung getragen sowie die Qualität des Rettungsdienstes damit weiter angehoben.

Beim NEF handelt es sich um einen PKW mit Sondersignalen, der von einem/r Notfallsanitäter/in gelenkt und mit einem Notarzt besetzt ist. Rettungs- und Schienungsmaterial, EKG, Medikamente, Sauerstoff und sämtliches Zubehör werden mitgeführt. Das NEF korrespondiert immer mit einem anderen Rettungsmittel, da es selbst keine Patient/innen transportieren kann.

„Das NEF-Team kann Patient/innen begutachten oder erstversorgen – der Transport der Patient/innen kann in der Folge mit einem anderen Rettungsmittel durchgeführt werden. Dadurch ist das NEF sehr rasch wieder für einen neuen Notfall einsatzbereit“, betont Schmoll. „Wenn erforderlich, fährt der Notarzt aber auch mit diesem Rettungsmittel mit und begleitet den Patienten.“

Foto: RK NÖ