Positive Halbzeitbilanz für Tullner „Lab on Demand“

Dr. Alexander Pretsch (Sealife Pharma), Bürgermeister Peter Eisenschenk (Tulln), Wirtschaftslandesrätin Dr.in Petra Bohuslav, Dipl.-Ing. Manfred Taschner (LifeTag-Analytics), DI Claus Zeppelzauer (ecoplus Bereichsleiter Unternehmen & Technologie)

Dr. Alexander Pretsch (Sealife Pharma), Bürgermeister Peter Eisenschenk (Tulln), Wirtschaftslandesrätin Dr.in Petra Bohuslav, Dipl.-Ing. Manfred Taschner (LifeTag-Analytics), DI Claus Zeppelzauer (ecoplus Bereichsleiter Unternehmen & Technologie)

Seit rund einem halben Jahr bietet ecoplus am Technopol Tulln ein voll eingerichtetes Mikrobiologielabor zur Miete an. Mit dem „Lab on Demand“ erhalten Start-ups und Spin-offs einfachen und kosteneffizienten Zugang zu modernsten Forschungsequipment. Jetzt ist Zeit für eine erste Zwischenbilanz. „Die ersten Monate zeigen, dass wir hier einen Nerv getroffen haben. Das ‚Lab on Demand‘ war bisher zwei Drittel der Zeit ausgelastet – Tendenz steigend“, freut sich Wirtschafts- und Technologielandesrätin Dr.in Petra Bohuslav über das Projekt, das vorerst für ein Jahr ausgelegt ist und dann evaluiert werden soll.

„Gerade junge Unternehmen müssen sehr genau auf die Kosten schauen und ein wesentlicher Faktor sind hier Raummieten. Während man sich mit einem kleinen Schreibtisch zu Hause in der Anfangsphase oft noch helfen kann, ist das mit erforderlichen Laborflächen schon schwieriger. Gerade sie werden in vielen Fällen nur für einen kurzen Zeitraum benötigt, da danach Ergebnisse vorliegen, die in Folge weiter ausgewertet werden müssen. Genau für solche Situationen wurde im Rahmen des Technopolprogramms das Projekt ‚Lab on Demand‘ entwickelt. Mit dem ‚Lab on Demand‘ können sie eine sterile Werkbank, einen Brutschrank sowie diverse andere Geräte auch für einen kurzen Zeitraum für ihre Forschungstätigkeiten anmieten“, erläutert Wirtschafts- und Technologielandesrätin Dr.in Petra Bohuslav die Hintergründe.

Am Technopol Tulln wurden an die ecoplus Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder Anfragen nach kurzfristig zu mietenden Laborflächen herangetragen. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat das Technopol Management das Labor von der TFZ Technologie- und Forschungszentrum Tulln GmbH angemietet und mit den wichtigsten Geräten für mikrobiologische Basisuntersuchungen ausgestattet. Das Interesse war von Beginn an sehr groß.

Der erste Mieter im Labor war Sealife Pharma, ein Biotechunternehmen mit langjährigem Sitz in Tulln, das nach der Schließung der Forschungsstätte für gewisse Fragestellungen Laborflächen angemietet hat. CEO Mag. Dr. Alexander Pretsch, BSc. ist Meeresbiologe, Biomediziner und Biotechnologe mit Schwerpunkt Infektionskrankheiten und hat einen akademischen und industriellen Hintergrund. Sein Resümee zum „Lab on Demand“: „Die Möglichkeit, schnell, unbürokratisch und für einen kurzen Zeitraum ein Labor mit allen notwendigen Hightech-Geräten mieten zu können, hat uns gerade in der Phase sehr geholfen.“

Ins gleiche Horn bläst auch die LifeTaq-Analytics GmbH, die das „Lab on Demand“ für molekularbiologische Forschung genutzt hat: „In unserem Fall kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass wir heute ohne das ‚Lab on Demand‘ nicht hier stehen würden und unsere Technologie weit vom Markteintritt entfernt wäre. Durch das ‚Lab on Demand‘ ist uns während der äußerst heiklen Anfangsphase ein gut ausgestattetes Labor zur Verfügung gestanden, das wir uns auch leisten konnten. Besonders um kleinere Projekte auszulagern oder Ideen wissenschaftlich bewerten zu können, stellt das ‚Lab on Demand‘ die optimale Lösung dar“, ist Dipl.-Ing. Manfred Taschner, CEO von LifeTag-Analytics, voll des Lobs. Sein Unternehmen hat eine neuartige Messmethode entwickelt, um den Zustand von Zellen zeit- und kosteneffizienter als bisher zu analysieren. Das Hauptanwendungsgebiet dieser Technologie befindet sich im Bereich der Zelltherapie sowie in der Stammzellen- und Krebsforschung.

ecoplus Geschäftsführer Mag. Helmut Miernicki: „Wir werden wie geplant Ende des ersten Betriebsjahres eine Evaluierung durchführen und dann eine endgültige Entscheidung darüber treffen, ob das ‚Lab on Demand‘ zur Dauereinrichtung werden wird. Nachdem die ersten Monate aber durchwegs positiv verlaufen sind und das Interesse am ‚Lab on Demand‘ weiter steigt, bin ich hier sehr zuversichtlich.“

Foto: Ricarda Schmeißer