„Starke Regionen – starkes Land“: Zukunft der Bäuerinnen und Bauern gestalten

„Starke Regionen – starkes Land“: Packen Zukunft der Landwirtschaft an, (v.l.n.r.) Präs. Obmann Hermann Schultes, Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, Direktorin Klaudia Tanner und LH-Stv. Stephan Pernkopf.

Selbstbewusst und überaus motiviert präsentierte sich der NÖ Bauernbund am Mittwoch, 6. Dezember 2017 , bei seiner Infoveranstaltung „Starke Regionen. Starkes Land“ in Maria Taferl. Entsprechend dem Motto präsentierte LH-Stv. Stephan Pernkopf ein Zukunftsprogramm für die niederösterreichische Landwirtschaft und die ländlichen Regionen.

Zahlreiche interessierte Mitglieder und Funktionäre, darunter der Österreichische Bauernbundpräsident Georg Strasser und Landtagskandidaten des NÖ Bauernbunds sowie Vertreter der NÖ Landjugend und der NÖ Jungbauern, folgten der Einladung von NÖ Bauernbundobmann Hermann Schultes und Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner zur Info- und Diskussionsveranstaltung.

Pernkopf: „Chancen müssen zu den Menschen kommen“
Das von LH-Stv. Stephan Pernkopf vorgestellte Programm umfasst 10 Punkte. Die Themenbereiche betreffen den Ausbau der Infrastrukur, die Forcierung der Regionen als Energieproduzenten, die Sicherung der regionalen Gesundheitsvorsorge oder die Stärkung der Selbstbestimmung in den Regionen. Stephan Pernkopf betonte weiters, dass die Wettbewerbsverhältnisse angeglichen werden müssen. „Wenn die Gesellschaft höchste Standards verlangt, dann aber zu importierten Produkten greift, wird damit die Produktion ins Ausland verlagert, wo mit Sicherheit niedrigere Standards gelten. Das bedeutet, wer importiert, importiert damit auch Tierleid und Risiko. Daher ergeht die Forderung nach gleichen Produktionsstandards sowie einheitlichen Vorschriften und Steuern bei Betriebsmitteln wie Pflanzenschutz und Treibstoff.“

Schultes: Vielfältige Landwirtschaft stärken
In Niederösterreich gibt es 40.000 landwirtschaftliche Betriebe, die uns täglich mit qualitativ hochwertigen Lebensmittel versorgen. „Die Landwirtschaft in Niederösterreich ist extrem vielfältig und unsere ländlichen Regionen werden nur überleben, wenn wir diese Vielfalt stärken,“ so NÖ Bauernbundobmann Hermann Schultes. Als Herausforderungen nannte er den Klimawandel, die Forderung nach immer höheren Produktionsstandards ohne „Bonus“-Abgeltung an die Bauern und den Ausbau der Infrastruktur, speziell des Glasfasernetzes, im ländlichen Raum. „Landwirtschaft heißt im wahrsten Sinne des Wortes ‚Wirtschaft am Land’“, ergänzte Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner die bäuerliche Leistungsbilanz für Niederösterreich. Ein österreichischer Bauer ernährt heute 102 Personen mit regionalen, sowie gentechnikfreien Lebensmitteln. 1970 waren es noch 12 Personen. „94 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in NÖ werden von Familien geführt. Sie sind das Rückgrat des ländlichen Raumes“, so Tanner. Jährlich investieren die landwirtschaftlichen Betriebe rund 600 Millionen Euro in die regionale Wirtschaft und somit ländlichen Raum. In Summe hängen in Niederösterreich mehr als 130.000 Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen wie der Saatgut-, Futtermittel-, der Landmaschinenbranche oder dem Lebensmittel-Einzelhandel von der heimischen Land- und Forstwirtschaft ab. Damit sichert ein Bauernhof im Schnitt drei Arbeitsplätze ab.

Bewusstseinbildung bei Konsumenten für mehr Wertschätzung
„Es ist notwendig, mit mehr Bewusstsein einzukaufen, um nicht nur unnötigen Müll, sondern auch Zeit, Geld und Kilometer zu sparen“, ergänzte Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger. Derzeit landen in Niederösterreich rund 28.000 Tonnen Lebensmittel in den Mülltonnen. Dabei stammt fast ein Drittel des Restmülls aus angebrochenen, aber nicht verdorbenen Lebensmitteln, ein Zehntel besteht sogar aus originalverpackten Lebensmitteln. Damit künftig sorgsamer mit den wertvollen Rohstoffen umgegangen wird und sich die Menschen der Verschwendung bewusst werden, besteht nun die Forderung nach einem eigenen Unterrichtsfach „Lebensmittelkunde“ in Pflichtschulen.

Foto: NÖ Bauernbund/Erich Marschik