Umfassende Informationen für Mädchen beim Tech-Dating der Landesberufsschule Mistelbach für technische Lehr-Ausbildungen

Doris Wagner MEd (Landesschulrat NÖ), Schülerinnen der PTS Laa/Thaya Erblina Raci und Nicol Suchna, Frauen- und Bildungs- Landesrätin Barbara Schwarz, Direktor Franz Pleil (Direktor der Landesberufsschule Mistelbach)

MISTELBACH. Rund 90 Schülerinnen aus der 9. Schulstufe erhielten gestern beim Tech-Dating in der Landesberufsschule Mistelbach die Chance, Unternehmen aus der Region kennen zu lernen, die Mädchen in zukunftsträchtigen technischen Lehrberufen ausbilden.

„Ziel des Tech-Datings ist es, die breit gefächerten Möglichkeiten an technischen Lehrberufen aufzuzeigen und damit das Interesse der Schülerinnen für Ausbildungen und Berufe in der Technik zu wecken. Damit wollen wir den Schülerinnen den direkten Zugang zu technisch-handwerklichen Berufen eröffnen und sie motivieren, ihre Berufsentscheidung abhängig von ihren Begabungen und Talenten und nicht von Rollenklischees zu machen. Besonders die guten Verdienstmöglichkeiten und Karrierechancen sind dabei ein wesentlicher Faktor”, erklärte Frauen- und Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz als Initiatorin von Tech-Dating.

In Gesprächsgruppen mit Unternehmen wurden die Schülerinnen über die notwendigen Kompetenzen, das Einstiegsgehalt und die Möglichkeit für Schnuppertage im Betrieb informiert und konnten so erste Einblicke in die zukünftige Arbeitswelt gewinnen. Für die Unternehmen bedeutete das Tech-Dating eine gute Gelegenheit, interessierte Schülerinnen als zukünftiges Personal zielgruppengerecht anzusprechen und dem Fachkräftemangel pro-aktiv entgegenzuwirken.

Tech-Dating-Initiative seit dem Jahr 2013
In Niederösterreich gibt es rund 200 Lehrberufe, Frauen sind in technischen Berufen nach wie vor unterrepräsentiert. Knapp die Hälfte aller weiblichen Lehrlinge finden sich in den typischen drei „Frauen“-Berufen: Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin. Der Frauenanteil in den typischen männlichen technischen Studienrichtungen wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik liegt bei rund 10 Prozent. Bei Mädchen und jungen Frauen werden daher in Niederösterreich bereits gezielt Maßnahmen gesetzt, damit sie sich über berufliche Zukunftsaussichten, vor allem im Bereich der technischen Berufe, informieren können. So fand das erste Tech-Dating bereits im Jahr 2013 statt. Gleichzeitig werden durch das Land Niederösterreich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer NÖ, dem AMS NÖ und der Industriellenvereinigung NÖ Unternehmen ins Boot geholt, damit Frauen in männlich dominierten Berufen Fuß fassen können.

Das Tech-Dating wurde vom Generationenreferat des Landes Niederösterreich, dem Landesschulrat für Niederösterreich und Bo+Bi, der Servicestelle für Individualisierung in Berufsorientierung und Bildung im Landesschulrat für Niederösterreich, organisiert.

„Eine fundierte (Aus-)-Bildung und das Ergreifen eines Berufes sind absolute Muss-Voraussetzungen für eine finanzielle Absicherung in späteren Jahren. Viele Unternehmen, die bereits weibliche Lehrlinge und Mitarbeiterinnen in technischen Bereichen beschäftigen, bestätigen, wie zufrieden sie mit ihrer Wahl sind: Nicht nur, weil sich das Gesprächsklima verbessert sondern weil Mädchen meist sehr ehrgeizig sind, wenn sie sich entschieden haben“, appellierte Landesrätin Schwarz für mehr Mut und Offenheit bei der Wahl der Ausbildung.

Foto: Richard Marschik