AUTOTEST Mitsubishi L200 2,2 Di-D

In der sechsten Generation und millionenfach über vier Jahrzehnte verkauft, erfreut sich der Mitsubishi über ein enorm zahlreiches Stammklientel – sozusagen einmal L200 (früher Pajero), immer L200. Förster, Landwirte, Handwerker, Abenteurer und Sportler, der Offroad-Mitsubishi ist seinen größtenteils männlichen Fahrern ein treuer Diener und Begleiter. Im letzten Jahr hat das Mitsubishi-Team den Pickup ein weiteres Mal aktualisiert, ein moderneres Outfit, Updates an der Fahrzeugtechnik und ein neuer Motor überraschten bei unseren Testfahrten.

Das neue Aggregat ist eine durchaus passende Antriebsquelle für den japanischen Pickup. Mit nunmehr 150 PS starken Common-Rail-Turbo-Dieselmotor ist man ausreichend motorisiert, dank 2.200 ccm Hubraum steht ein Drehmoment von 400 Nm zur Verfügung. Und dies sorgt für Kraft „beim Arbeiten im Gelände“ oder angenehmen Fahrkomfort bei längeren Reisen. Die 6-Gangautomatik unseres Testwagens ist gut abgestimmt und sortiert ruckfrei die Gänge. Nur wenn nach dem Runterschalten eine Fahrstufe ausgedreht wird, dringt Motorgeräusch ins Wageninnere. Besonders überraschte uns der L200 auf der Autobahn. Bei 130 km/h reist man im 2H Betrieb (reinem Hinterradantrieb) mit knapp 2.000 U/min, bei diesem Tempo bietet der L200 sogar echt guten Federungs- und Reisekomfort. Hinten sitzt man bequem, sehr viel Beinfreiheit und eine Mittelarmauflage mit sogar integriertem Getränkehalter verwöhnen auf längeren Distanzen.

Aber das unwegsame Gelände ist naturgemäß das Metier des Mitsubishis – der L200 kann hier wirklich alles. Das Allradsystem Super-Select-4WD mit seinen vier Fahrmodi ist wohl eines der besten der Welt, mit Mitteldifferential und 100%igen Sperrmöglichkeit des Hinterachsdifferentials könnte man mit dem L200 wahrscheinlich so manches Gipfelkreuz erreichen. Jedenfalls befuhren wir mit dem Japaner unwirtliches Gelände, testeten auf extrem steilen Gefälle die Bergabfahrhilfe und wechselten mehrmals den Offroad-Mode. Um erlaubte Neigungswinkel bis zu 45 Grad zu queren – dafür fehlte es uns an Mut! Wir saßen aber bei allen Abenteuerfahrten auf feinsten, beheizbaren Ledersitzen und kamen zum Ergebnis: das Auto kann mehr Gelände als wir uns zutrauen. Zusatz: Darüberhinaus ist der L200 auch als Zugfahrzeug für Anhänger bis zu drei Tonnen geeignet.

Beim Exterieur und Interieur hat man sich bei Mitsubishi ebenfalls einiges einfallen lassen. Die 5,30 Meter lange, klassische Pickup-Silhouette wurde mit viel Chrom aufgepeppt, speziell die Front wurde komplett neu designt. Neu sind die LED-Tagfahrlichter sowie die LED-Heckleuchten. Von der Seite wirkte der L200 durch das flache hintere Seitenfenster schon immer sportlich schnittiger als die meisten Mitkonkurrenten, jetzt schaut er aber richtig edel aus. Die 18- Zoll Alufelgen sorgen für den nötigen Gesamtauftritt.

Platz genommen sitzt man sehr bequem, viele Ausstattungsdetails versüßen den Alltag. Man hat eine natürlich sehr hohe Sitzposition und damit perfekte Rundumsicht. Beim Blick auf Instrumententräger und Mittelkonsole gefallen die optischen als auch technischen Neuerungen. Der gesamte Innenraum wurde mit zahlreichen Aluapplikationen „aufgehübscht“, neben den Sitzen sind auch das Lenkrad und der Schaltknauf der Automatik aus Leder. Praktischerweise wird das Smartphone über Apple CarPlay oder Android Auto eingebunden, Mitsubishis „Smartphone Link Display Audio“ macht dies möglich. Der 7-Zoll Bildschirm ist blendfrei und gut ersichtlich ablesbar. Erfreulicherweise verfügt der L200 jetzt über eine Lenkradheizung.

Auch bei der Sicherheitstechnik beweist der L200 am Letztstand zu sein. Mit an Bord sind fortschrittlichste Features wie Frontkollisionswarner samt Fußgängererkennung, Totwinkel-Assistent, Spurhalteassistent, Fernlichtassistent, Ausparkassistent oder eine 360-Grad-Kamera sowie Rückfahrkamera.

Im Zuge unseres Tests konsumierte der Mitsubishi L200 im Schnitt zwischen 9,0 bis 9,8 Liter Diesel. Inkludiert waren dabei „Spritztouren“ zum Supermarkt um die Ecke ebenso wie Stadt, Land und beängstigende Abenteuerfahrten.

Fazit: Dieses letzte umfangreiche Facelift hat dem L200 „sehr gut“ getan. Der Mitsubishi ist jetzt modern, „fesch“ ohne an Robustheit und Qualität zu verlieren. So braucht er die automobile Konkurrenz in dieser Klasse nicht zu fürchten – ganz im Gegenteil. Der L200 hat weiterhin den Nutzen eines Pickups, vereint mit dem Komfort eines geräumigen SUV´s. Preislich beginnt der Mitsubishi L200 bei gerechtfertigten EUR 26.490,00. Cool ist auch Mitsubishis aktueller Werbespruch für den L200 im Prospekt: der Neid-Rider!

Fotos: stadtlandzeitung/Autoredaktion

Technische Daten
Mitsubishi L200 2,2 DI-D Diamond Doppelkab. AT
Hubraum 2.268 ccm
Leistung 110 kW/150 PS
Beschl. 0-100 km/h 9,4 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 174 km/h
Verbrauch komb. 8,6 l/100 km
CO2-Emission 226 g/km
Listenpreis ab 26.490 Euro