Rund 1700 Personen besuchten die von Zeugen Jehovas veranstaltete öffentliche Ausstellung auf dem HaTachana-Gelände. Ziel dieser Ausstellung war, das Bewusstsein über die Verfolgung der Zeugen Jehovas unter dem NS-Regime zu stärken.

Videoaufzeichnungen und historische Fotografien sowie die Nachbildung einer KZ-Häftlingsjacke, die von einem Zeugen, der das Konzentrationslager überlebt hat, handgearbeitet wurde, gehörten zu den Ausstellungsstücken. 27 Kopien der Aquarell-Serie „Buchenwald“ von Johannes Steyer (1908–1998) bildeten das Herzstück der Ausstellung. Herr Steyer, ein Zeuge Jehovas, überlebte zehn Jahre Verfolgung durch das NS-Regime einschließlich seiner Inhaftierung in den berüchtigten Konzentrationslagern Buchenwald, Mauthausen, Sachsenburg und Sachsenhausen. Inspiriert durch Fotografien und prägende Erinnerungen aus seiner Inhaftierung, stellte er diese Aquarell-Serie in den 1970er Jahren fertig.

Besucher betrachtet die Nachbildung einer KZ-Häftlingsjacke, die von einem Zeugen, der das Konzentrationslager überlebte, handgearbeitet wurde.

Professor emeritus Jair Auron

Jair Auron, israelischer Historiker und emeritierter Professor an der Open University of Israel, stellte zur Bedeutung der Ausrichtung einer solchen Ausstellung in Tel Aviv fest: „Meines Erachtens ist es besonders für Jugendliche in den weiterführenden Schulen wichtig diese Ausstellung zu besuchen, da ihr Wissen über Jehovas Zeugen leider sehr, sehr gering ist. Die meisten Israelis wissen nichts über Jehovas Zeugen und ihre Geschichte während der NS-Zeit.“

Mauro Trapanese, Sprecher von Jehovas Zeugen in Israel erklärt: „Diese Ausstellung sollte nicht nur an das Leid erinnern, das Zeugen Jehovas zugefügt wurde, sondern auch an ihre unvergleichlichen Erfahrungen. Vielen Besuchern war zum Beispiel nicht bekannt, so unsere Feststellung, dass Zeugen Jehovas im Gegenteil zu anderen Gruppierungen, die Möglichkeit der Freilassung aus dem Konzentrationslager erhielten, wenn sie ihrer Religion abgeschworen hätten. Solche weniger bekannte, aber bedeutsame Fakten zu betonen, trugen zum Erfolg dieser Ausstellung bei.“

Professor Gideon Greif

„Jehovas Zeugen gehörten zu jener Gruppe von anständigen Menschen, die einen sehr hohen Preis dafür bezahlte, ihren eigenen Glauben und ein gutes Gewissen zu bewahren“, bemerkte Professor Gideon Greif, Historiker, Forschungsschwerpunkt Geschichte von Auschwitz.

Dr. Batya Brutin

Die Holocaust-Kunsthistorikerin Dr. Batya Brutin fasste ihren Besuch folgendermaßen zusammen: „Zu wissen, was Zeugen Jehovas während der NS-Zeit erlebten, unterstreicht Werte, so denke ich, die uns heute helfen könnten, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Obwohl die Organisatoren die Ausstellungsstücke einmalig für diese Veranstaltung zusammenstellten, baten Vertreter mehrerer Hochschulen um zusätzliche Informationen zu den Erfahrungen der Zeugen Jehovas.

Weitere Informationen von unserem Redakteur Franz Michael Zagler unter der Telefonnummer 0676/637 84 96.

Fotos: JZ

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