Bergbauernschule Hohenlehen betreibt nachhaltige Fischwirtschaft

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v.l.n.r.: Fachlehrerin Helga Blaimauer, Daniela Schnabel, Direktor Leo Klaffner, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Samuel Fuxsteiner, Tobias Schnabler und Andreas Tippelreither bei der Begutachtung des Fischbestandes. Foto Copyright: Jürgen Mück

LR Teschl-Hofmeister: Fischereiwirtschaft bietet jungen Hofübernehmern eine zusätzliche Einkommensquelle

An der Bergbauernschule Hohenlehen im Ybbstal ist die nachhaltige Fischereiwirtschaft im neu angelegten Naturteich nun voll angelaufen. Hier tummeln sich im klaren Gebirgswasser zahlreiche heimische Arten wie Regenbogenforellen, Bachforellen, Saiblinge und sogar Störe. Gefüttert und bestens betreut werden die Fische von den Schülerinnen und Schülern, die somit Verantwortung für die Natur übernehmen und die professionelle Fischzucht von der Pike auf lernen.

„Die Nachfrage nach heimischen Fischen nimmt kontinuierlich zu, denn die Österreicherinnen und Österreicher essen jedes Jahr mehr Fisch. Dabei wird die Qualität des Fisches durch die Frische bestimmt, was von den Konsumenten immer öfter eingefordert wird“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. „Dies ermöglicht der heimischen Landwirtschaft eine zusätzliche Einkommensquelle zu erschließen, denn der Selbstversorgungsgrad mit Fischen liegt derzeit nur bei 5 Prozent“, betont Teschl-Hofmeister. „Den Schülerinnen und Schülern wird mit der Fischzucht ein praxisorientiertes Fachwissen für den eigenen landwirtschaftlichen Betrieb geboten, das für die angehenden Hofübernehmer eine zusätzliche wirtschaftliche Einkommensquelle sein kann. Denn die hohe Qualität und Frische ermöglicht einen Absatz in der qualitätsorientierten Gastronomie sowie im Ab-Hof-Verkauf“, so Teschl-Hofmeister. Derzeit genießen heimische Konsumentinnen und Konsumenten ca. 7,5 Kilo Fisch pro Jahr.

„Die Fischerei und die Fischzucht haben im Ybbstal eine lange Tradition. Die zahlreichen Fischteiche der Bauern, aber auch der Stifte sowie Klöster, sind lebende Zeugen davon. Schon im Mittelalter war der Bevölkerung der Erhalt von Fischbeständen als wertvolle Nahrungsquelle wichtig“, betont Fachlehrerin Helga Blaimauer, die Leiterin der Fischereiwirtschaft in Hohenlehen.

„Mit dem neuen Fischteich beleben wir diese Tradition und bilden unsere Schülerinnen und Schüler in der zeitgemäßen Fischwirtschaft aus. Die Jugendlichen lernen in Hohenlehen die nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung von Fischgewässern, wobei auf die Einhaltung höchster Umwelt-, Hygiene- und Tierhaltungsstandards besonderer Wert gelegt wird“, Direktor Leo Klaffner.

Österreich hat mit der nationalen „Strategie zur Förderung der österreichischen Fischproduktion – Aquakultur 2020“ verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel erarbeitet, den derzeit niedrigen Selbstversorgungsgrad bei Süßwasserfischen unter Beibehaltung einer nachhaltigen Qualitätsproduktion bis 2020 auf insgesamt 60 Prozent zu steigern. Denn bereits 75 Prozent der europäischen Fischbestände sind laut Landwirtschaftsministerium gegenwärtig bedroht. Gleichzeitig zeigen aktuelle Statistiken der EU-Kommission, dass Fisch als gesundes Lebensmittel bei den Konsumenten immer beliebter wird.