Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Videokonferenz mit den Bezirkshauptleuten, flankiert von Landesamtsdirektor Werner Trock (r.) und Bezirkshauptmann Josef Kronister (l.). Foto: © NLK Pfeiffer

„Unser aller Ziel ist es, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner heute, Montag, im Zuge der Videokonferenz, die sie heute mit den niederösterreichischen Bezirkshauptleuten abhielt.

Eine ganz zentrale Maßnahme im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus ist das so genannte „contact tracing“. Dabei geht es darum, alle Kontaktpersonen eines bzw. einer Infizierten auszuforschen und zu isolieren. Ein Instrumentarium, das auch von der WHO empfohlen werde, sagt die Landeshauptfrau: „Deswegen hat bei uns das Identifizieren von Kontaktpersonen oberste Priorität. Das ist oft mühsam, aber sehr effektiv.“ Derzeit arbeiteten mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes daran, Kontaktpersonen zu identifizieren und wenn notwendig häusliche Quarantäne anzuordnen, so Mikl-Leitner. Mehr als 5.000 Personen sind derzeit in Niederösterreich in häuslicher Quarantäne, informiert sie: „Zum Schutz der Bevölkerung und zur Verlangsamung der Ausbreitung des Virus.“

Zu den mehr als 5.000 Bescheiden für die häusliche Quarantäne kämen noch weitere rund 1.000 so genannte Verkehrsbeschränkungen, die von den Bezirkshaupt-mannschaften abgewickelt werden, sagt Josef Kronister, Bezirkshauptmann von St. Pölten und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Bezirkshauptleute. Rund 400 bis 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaften seien derzeit in den jeweiligen Stäben in den Bezirken eingesetzt, berichtet Kronister, der ebenfalls auf die Bedeutung des „contact tracing“ verweist: „Alle positiv getesteten Personen und deren Kontaktpersonen werden von den Bezirkshauptmannschaften persönlich kontaktiert.“ Bislang seien in diesem Zusammenhang rund 30.000 bis 40.000 Telefonate erfolgt, schätzt er.

Je nach Bedarf in den Stäben seien derzeit rund zwei Drittel bis drei Viertel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bezirkshauptmannschaften im „Home office“, informiert Kronister: „Die Anliegen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger werden derzeit telefonisch und per E-Mail bearbeitet. Auch wenn die Abwicklung der Corona-Fälle derzeit absolute Priorität hat, wollen wir Bürgernähe und Bürgerservice in der gewohnten Qualität aufrechterhalten.“

Die Bezirkshauptmannschaften seien „katastrophenerprobt“, versichert Kronister und verweist auf Hochwasser- und Schneeereignisse der vergangenen Jahre: „Ich bin überzeugt, dass wir auch diese große Herausforderung meistern werden.“