Biologische und konventionelle Landwirtschaft an Fachschule Obersiebenbrunn unter einem Dach

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Schüler Alexander Kianek, Direktor Gerhard Breuer, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Schülerin Katharina Neuhauser und Versuchsleiter Arno Kastelliz

LR Teschl-Hofmeister: Schülerinnen und Schüler werden mit beiden Wirtschaftsweisen vertraut gemacht

St. Pölten. An der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Obersiebenbrunn sind seit kurzem die biologische und die konventionelle Landwirtschaft unter einem Dach. Am Schulbetrieb werden 40 Prozent der Felder unter ökologischen Kriterien, die restlichen 60 Prozent werden weiterhin konventionell bewirtschaftet. „Insbesondere in den nordöstlichen Ackerbauregionen Niederösterreichs entscheiden sich immer mehr landwirtschaftliche Betriebe auf ‚Bio‘ umzusteigen. Daher ist die teilweise Umstellung des Lehr- und Versuchsbetriebes der Fachschule Obersiebenbrunn ein wichtiger Schritt um auch die künftigen Hofübernehmerinnen und Hofübernehmer mit der biologischen Wirtschaftsweise vertraut zu machen“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. „Die Schülerinnen und Schüler können sich somit über die Vor- und Nachteile des jeweiligen Bewirtschaftungssystems ihr eigenes Urteil bilden, um es künftig am eigenen Betrieb umzusetzen“, so Teschl-Hofmeister.

„Die Zweiteilung der Schulwirtschaft war nur mit einer Sondergenehmigung möglich, weil wir ein Lehr- und Versuchsbetrieb sind. Üblicherweise muss sich ein Betrieb für die biologische oder die konventionelle Landwirtschaft entscheiden“, betont Direktor Gerhard Breuer. „Für die umfassende Ausbildung der jungen Bauerngeneration ist es von Vorteil beide Bewirtschaftungsweisen in der Praxis präsentieren zu können. Die Schülerinnen und Schüler sind im Rahmen des praktischen Unterrichts am Feld und Acker sowie auf der Weide im Einsatz und können dabei wertvolles Know-how erwerben und eigene Erfahrungen sammeln“, so Breuer.

„Bislang haben wir mit der biologischen Kreislaufwirtschaft an der Fachschule Obersiebenbrunn sehr gute Erfahrungen gemacht. Dank der biologischen Tierhaltung auf Stroh steht ausreichend Mist als natürlicher Dünger zur Verfügung, was für die Bodenfruchtbarkeit und das intakte Bodenleben von Vorteil ist“, betont Versuchsleiter Arno Kastelliz. „Momentan wachsen auf der Biofläche Erdäpfel, Mais, Gerste, Weizen und Luzerne, die gegebenenfalls auch bewässert werden können. Zudem laufen hier auch Sortenversuche in Zusammenarbeit mit der Saatzucht Edelhof“, so Kastelliz.

Der Trend zur biologischen Landwirtschaft hält in Österreich weiter an. So liegt der Anteil der biologisch bewirtschafteten Fläche bereits bei rund 25 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Jeder vierte Hektar ist somit „Bio“, jeder fünfte Betrieb ist ein Biobetrieb.

Foto: Jürgen Mück