Weber: „In Brüssel die Fenster aufmachen
und frische Luft reinlassen“

„Mein Vater war die erste Generation im Frieden, aber die Hälfte Europas war damals weggesperrt. Gerade auch Alois Mock ist eine führende Persönlichkeit, die unser heutiges Europa geprägt hat. Und im Jahr 2019 sage ich euch: Wir lassen es uns von den Nationalisten und Populisten nicht wegnehmen. Dieses Europa ist ein gutes Europa. Aber jetzt sind wir an einem neuen Startpunkt: Jede Generation hat ihre Aufgaben wahrzunehmen. Ich bin der Meinung, dass gute Politik beim Zuhören beginnt. Gerade im direkten Gespräch zeigt sich, dass wir Bürokratie abbauen müssen. Lassen Sie es mich sehr deutlich sagen: Es gibt für uns keine kleinen und großen Themen – es gibt nur Themen, die unsere Menschen bewegen. Ich möchte daher einen Schritt weiter gehen und die bestehende Bürokratie der Europäischen Union auf den Prüfstand stellen, dass wir 1.000 Gesetze in Europa einfach mal streichen und in Brüssel die Fenster aufmachen und frische Luft reinlassen“, so EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber in seinem Schlussappell.

Brauchen Kommissar, der nur für Afrika zuständig ist

„In den Gesprächen erlebe ich auch immer wieder das Thema Migration. Hier ist klar, dass der Staat an der Außengrenze entscheiden muss, wer nach Europa kommt und nicht Schlepperbanden. Aber: Im Gegensatz zu all den Rechten, sehen wir hinter jedem Flüchtling einen Menschen mit seiner Würde und seiner Achtung, die er verdient hat. Für Europa muss daher gelten: Einerseits engagierter Grenzschutz und andererseits helfen, wo wir helfen müssen“, hält Weber fest und stellt konkrete Forderungen: „Ich fordere einen Kommissar, der nur für Afrika zuständig ist. Europa und auch Österreich brauchen einen Nachbarkontinent, der eine klare Zukunft hat. Glauben Sie mir: Der Wind der Globalisierung hat erst begonnen zu wehen. Aber Europa lässt sich nicht erpressen – auch nicht mit einseitigen Zöllen aus den USA“.

NÖ als Heimat, Österreich als Vaterland und Europa als Zukunft

„Unser Europa ist christlich geprägt und ich will, dass das auch in Zukunft deutlich wird in unserer Politik. Da gehört sehr wohl auch dazu, dass Europa die Kraft haben muss, um Grenzen zu setzen. Auch bei Beitrittsgesprächen mit der Türkei. Denn die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen doch, dass sich die Türkei von den europäischen Werten immer weiter wegbewegt. Wenn ich Kommissionspräsident werde, sage ich Ihnen zu, die Beitrittsgespräche mit der Türkei zu beenden. Die Türkei kann nicht Mitglied in der Europäischen Union werden“, stellt Manfred Weber klar und ergänzt: „Die Frage nach der Identität, die Frage, die unseren Kontinent so oft gespalten hat, ist wieder zurück. Aber wenn heute die Rechtspopulisten am Rednerpult stehen und sagen ‚Weg mit Brüssel. Weg mit der Europäischen Union.‘ zeigt sich: Der Nationalismus und der Egoismus sind zurück. Hier kann es nur eine Antwort geben: Niederösterreich als eure Heimat, Österreich als euer Vaterland und Europa als unsere Zukunft. Und kein Nationalist kann mir einreden, dass es hier einen Widerspruch gibt.“

Fotos: VPNÖ

- Bezahlte Anzeige -