FUGLAU. Motorsport-Spektakel am vergangenen Wochenende in der MJP Arena bei Horn. 2000 Zuschauer verfolgten die Sprintrennen der Rallycross- und Autocross-Elite.

  • 90 Starter aus 6 Nationen
  • Supercars: Fučík schlägt Höller, schnellster Autocrosser: Markus Thomas
  • Premierensieg für Keke Platzer in der Klasse National 1600

90 Rennfahrer und Rennfahrerinnen suchten am 1. und 2. Juni im Waldviertel die Schnellsten ihrer Zunft. In 10 Klassen wurde in der Zentraleuropäischen, Österreichischen, Tschechischen und Slowakischen Rallycross-Meisterschaft um Punkte gerungen.

Im Rahmenprogramm lieferte Rennvirtuose Reini Sampl einen Vorgeschmack auf die neue europäische Rallycross-Rennserie des Österreichers Max J. Pucher. Paralympics-Athlet Sampl fuhr in einem auf Handsteuerung umgebauten Pantera-Boliden einige heiße Runden um den 1-Kilometer-Kurs und schwärmte danach: „Diese Autos machen süchtig.“ Zu ihrem Österreich-Rennen kommen die „Titans“ am 7./8. September nach Fuglau.

Supercars

Legende Alois Höller (OÖ, Ford Fiesta) hatte dieses Mal mit dem Tschechen Aleš Fučík (CZE, VW Polo) ungewohnt starke Konkurrenz. Wie Höller betonte, fiel die Vorentscheidung zugunsten Fučíks schon in den Vorläufen: „Im dritten Vorlauf hab‘ ich die Jokerlap verhaut.“ Zweimal besiegte Fučík Rekord-Meister Höller, im Finale musste Höller deswegen von der schlechteren Position aus starten und sich Fučík geschlagen geben: Angesichts des knappen Abstands und des wirklich tollen Duells kann ich aber auch mit dem zweiten Platz gut leben“, so Höller.

Super1600

Die spektakulärsten Rennen lieferten wiederholt die Super1600er. Der Beste im mit Europameisterschafts-erfahrenen Feld war Tomáš Krejčík (CZE, Škoda Citigo), der am Rennwochenende ungeschlagen blieb. Zweiter wurde „Csucsu“ (HUN, Renault Twingo), der im Finale Dan Skocdopole (CZE, Škoda Fabia) knapp biegen konnte. Bester Österreicher: Erwin Frieszl (St, Peugeot 208) auf Rang 4. Markus Köberl (NÖ, Citroën Saxo) setzte sich im Duell mit Lukas Dirnberger (OÖ, Škoda Fabia) um Rang 5 durch.

Super Touring Cars über 2 Liter Hubraum

Gegen Zoltán Koncseg (HUN, BMW M3) war für die Konkurrenz bei den großen Tourenwagen kein Kraut gewachsen. Im Österreicher-Duell Karl Schadenhofer (NÖ, VW Golf) gegen Gerald Woldrich (NÖ, Mercedes-Benz C250) setzte sich nach einer längeren Durststrecke wieder einmal Woldrich durch. Schadenhofer plagten Schwierigkeiten mit dem Ladedruck am Turbo seines Rennautos, mit Platz 3 hinter Woldrich konnte er aber wichtige Punkte in der Zentraleuropazone sammeln.

Super Touring Cars bis 2 Liter Hubraum

Wieder einmal gewann Roman Častoral (CZE, Opel Astra), doch wirklich leicht fiel dem Dominator der Sieg an diesem Rennwochenende nicht. Eine wilde Kollision mit Stanislav Korytár im ersten Vorlauf brachte ihn zunächst ins Hintertreffen, doch Lauf um Lauf untermauerte er seine Favoritenstellung zusehends. Eine weitere Talentprobe lieferte der amtierende National-1600-Meister Florian Brandl (NÖ, Honda Civic) als bester Österreicher mit Rang 4.

Super Touring Cars bis 1,6 Liter Hubraum

Ein geniales Duell zeigten hier Patrick Riedl (NÖ, Citroën Saxo) und Birgit Kuttner (NÖ, Honda Civic). Während Riedl in den Vorläufen kein Sieg gelang, konnte Kuttner die Vorläufe als Beste abschließen. Im Finale verteidigte Riedl mit Biegen und Brechen die Führung und gewann. Die äußerst fair fahrende Kuttner war immer nahe dran, doch ein entscheidendes Manöver schien zu riskant. Thomas Ortner (St, Honda Civic) wurde Dritter. Thomas Mühlbacher (NÖ, Toyota Corolla) hätte wohl ein Wörtchen um den Sieg mitgesprochen, doch ein Unfall im letzten Vorlauf ruinierte das Auto und die Chancen auf ein Top-Ergebnis.

National 1600

Die meisten Teilnehmer (20) waren in der National 1600 am Start, dort ging es auch am engsten zur Sache. Bei seinem erst dritten Antreten gewann Keke Platzer (St, VW Polo) sein erstes Rallycross-Rennen. „Rallycross ist so komplex, da müssen so viele Teile zusammenpassen, damit man ganz vorne ist – heute war das der Fall“, sagte der Suzuki-Cup-Meister von 2016. Platzer sorgte damit für einen Heimsieg seines Einsatzteams JW Racing. Nico Stachelberger (NÖ, Peugeot 106 GTi) wurde Zweiter im Finale, Georg Bruckmüller (NÖ, Citroën Saxo) Dritter. Viele Punkte übers Wochenende sammelte auch Roland Frisch (NÖ, Peugeot 106 GTi), der im Finale nicht gewertet wurde.

Autocross

Die Klasse der Super Buggys gewann Markus Thomas (NÖ, Alfa Buggy), im Duell der Gerhartls in der Buggy-1600-Wertung besiegte Marco seinen Bruder Luca.

Dankeschön an die Helfer

Mitveranstalter Jürgen Weiß zeigte sich zufrieden: „Es gab keine größeren Unfälle, das Wetter war perfekt und die Show der Piloten hat gepasst.“ Zahlreiche Helfer sorgten dafür, dass das Event reibungslos über die Bühne ging. Peter Freinberger und sein Leru Motorsport Team 2 waren mit Unterstützung des Motorsport Teams Mostviertel für die Organisation und die Streckensicherung verantwortlich. Feuerwehren und Rettung der umliegenden Gemeinden halfen ebenso mit und sorgten für die nötige Sicherheit.

Die nächste große Rallycross-Show im Waldviertel steigt bereits am 28. Juli 2019, dann findet wieder ein Lauf zur Österreichischen Staatsmeisterschaft in Fuglau statt.

Alle Ergebnisse im Detail sind auf www.chronomoto.hu/livetiming/pdf/?eventid=20190601_02_rc_ac_fuglau zu finden.

Aktuelle Gesamtwertungen der Österreichischen Meisterschaft gibt es unter https://austria-motorsport.at/wertungen

Fotos: Walter Vogler