Demenz-Beratung auch für Angehörige: 654.000 Euro für landesweite Ausrollung ab 2020

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Beim Demenz-Parkour: NÖGUS-Vorsitzender und Landesrat Martin Eichtinger, Andreas Schneider, Leiter Demenz-Service NÖ, NÖGKK-Direktorin Martina Amler und Gabriele Nemeth, Demenz-Service NÖ

Eichtinger/Amler: Mehr als 400 Menschen bisher beim Pilotprojekt geholfen – kostenlose Beratung wird ab dem ersten Quartal 2020 flächendeckend angeboten

Derzeit gibt es in Niederösterreich 22.000 Menschen, die von Demenz betroffen sind. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl auf Grund der steigenden Lebenserwartung und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft laut Prognosen verdoppeln. Die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, nimmt ab einem Lebensalter von 65 Jahren stark zu. Der überwiegende Teil von Menschen mit Demenz wird zu Hause von An- und Zugehörigen betreut.

Deshalb startete am Beginn des Jahres 2018 in der Pilotregion NÖ Mitte, also in den Bezirken Krems, Lilienfeld, St. Pölten und Tulln, der Ausbau der Demenz-Beratung. Heute zogen NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger und Direktorin der NÖGKK, Martina Amler eine erfolgreiche Bilanz. „Die Expertinnen und Experten des Demenz-Service NÖ konnten mehr als 400 Menschen persönlich oder am Telefon helfen. In Info-Points der NÖGKK fanden 117 Sprechstunden statt, die vor allem eine Unterstützung für Angehörige darstellten“, so Eichtinger und Amler.

„Unser Ziel ist es, dass Betroffene und ihre Familien bestmögliche Hilfe und Entlastung in dieser Lebensphase erhalten. Daher rollen wir das Angebot ab dem ersten Quartal 2020 landesweit aus. Das Land Niederösterreich und die NÖGKK nehmen dafür 654.000 Euro in die Hand“, verkündet Eichtinger. Investiert wird vor allem in Information und Betreuung: „Es werden kostenlose Einzelberatungen zu Hause angeboten und wir starten eine Veranstaltungs-Serie im September. Insgesamt zehn Termine in der Region NÖ Mitte werden unter dem Motto ,Miteinander ins Durcheinander des Alters‘ stattfinden“, so Eichtinger.

„Das Demenz Service NÖ hilft schnell und direkt – und ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die Zusammenarbeit von Land und Sozialversicherung im Zuge der Gesundheitsreform“, sagt die Direktorin der NÖGKK, Martina Amler. „Bei Diagnose Demenz ändert sich das Leben der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen von Grund auf. Sie benötigen deshalb dringend persönliche Unterstützung und eine wohnortnahe und niederschwellige Anlaufstelle. Ich bin daher froh, dass die Service-Center der NÖGKK Heimstätte der Info-Points-Demenz geworden sind. Nach den positiven Erfahrungen, die wir in der Pilotphase im nö. Zentralraum machen konnten, ist es logisch, das Beratungsnetz und das Service im kommenden Jahr auf alle 24 NÖGKK-Service-Center und damit auf alle Regionen auszudehnen. Parallel dazu hat die NÖGKK bereits eine bedarfsorientierte Planung für die Versorgung im niedergelassenen Bereich abgeschlossen und in ihren Präventionsprogrammen unterschiedliche Maßnahmen rund um die psychische Gesundheit forciert“, so Amler.

Gefahr ab 65 Jahren

Demenz ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Sie zeigt sich in verschiedenen Formen und hat verschiedene Ursachen. Im Verlauf der Erkrankung nimmt die Gedächtnisleistung von Demenz Betroffenen nach und nach ab.

Termine der Tour:

20.09.2019 St. Pölten
27.09.2019 Obergrafendorf
04.10.2019 Rastenfeld
09.10.2019 Lilienfeld
15.10.2019 Böheimkirchen
18.10.2019 Kirchberg/Pielach
25.10.2019 Tulln
18.11.2019 Hadersdorf am Kamp
22.11.2019 Gerersdorf
08.11.2019 Pressbaum

 

Mehr Informationen und Tipps zum Krankheitsbild, zu Unterstützungsangeboten etc.: www.demenzservicenoe.at oder unter 0800 700 300

Foto: NLK/Burchhart