Denkwerkstatt Schule.Leben.Zukunft: Lebensraum Schule positiv gestalten „Ich. Du. Wir gemeinsam.“

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Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Barbara Trettler (Geschäftsführerin der NÖ Familienland GmbH) sowie Moderator Thomas Birgfellner mit den Expertinnen und Experten der Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Dir. Andrea Strohmayer (VS Rappottenstein), Andrea Richter (Bildungsdirektion Niederösterreich), Gabriela Peterschofsky-Orange (NÖ Kinder- und Jugendanwältin), Mutter Michaela Schickelgruber, Florian Wallner (ÖZEPS) und Lehrerin Doris Altphart-Urban (VS Pressbaum)

ST. PÖLTEN. Wie kann soziale Kompetenz im Lebensraum Schule so gestärkt werden, dass ein positives Miteinander frei von Angst und Gewalt für alle in der Schulgemeinschaft gelingt? Dieser Frage widmete sich gestern die vierte Podiumsdiskussion der NÖ Familienland GmbH im Zuge ihrer „Denkwerkstatt Schule.Leben.Zukunft“ im NV-Forum der NÖ Versicherung in St. Pölten. Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister sieht die Gespräche als wichtige Grundlage für die Bildungspolitik: „Für Niederösterreichs Schülerinnen und Schüler haben sich die Rahmenbedingungen im Lebensraum Schule im Laufe der vergangenen Jahre verändert. Sie verbringen hier immer mehr Zeit und finden breite Unterstützung und Angebote für das Lernen und die Freizeit. Das birgt Chancen, bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich. Umso wichtiger ist es daher Schule als sicheren Raum zu erleben.“

Von Friedenstiftern zu mehr Achtsamkeit
Nach einem einführenden Impulsvortrag wurden zwei Best-Practice Schulen aus Niederösterreich vorgestellt, die durch ihre Herangehensweise bereits positive Erfolge im Schulalltag verzeichnen. So fördert die Marchtaler-Plan-Pädagogik der Volksschule Rappottenstein die Achtsamkeit jedes einzelnen Kindes und versucht neben der Stärkung der Persönlichkeit und des Teamgeists den Schülerinnen und Schülern Werte und Respekt zu vermitteln. Das Projekt der Volkschule Pressbaum, bei dem die Kinder selbst als ausgebildete „Friedenstifter“ den Streit schlichten, setzt ebenfalls auf die Eigenkompetenz jedes Einzelnen. Landesrätin Teschl-Hofmeister betont: „Prinzipiell gibt es keine Patentlösung für alle Fälle. Wichtig ist ein gutes Gesprächsklima als Basis. Erst wenn respektvolle Kommunikation auf allen Ebenen stattfindet, kann ein positives Schulklima entstehen. Ein gewisses Maß an Eigenverantwortung haben die Schülerinnen und Schüler dennoch selbst zu tragen.“

Niederösterreich denkt weiter
Am Podium begrüßte Moderator Thomas Birgfellner mit Bildungs-Landesrätin Teschl-Hofmeister Florian Wallner vom Österreichischen Zentrum für Persönlichkeitsbildung und Soziales Lernen, Andrea Richter, Leitung Schulpsychologie – Bildungsberatung von der Bildungsdirektion für Niederösterreich, die NÖ Kinder- und Jugendanwältin Gabriela Peterschofsky-Orange sowie Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und Kinder. Auch das Publikum war aufgerufen, sich an dem Gespräch zu beteiligen. Gemeinsam teilten sie ihre Erfahrungen, erarbeiteten mögliche Präventionsmaßnahmen und somit gewinnbringende Lösungsvorschläge. „Die Diskussionsergebnisse fließen nachhaltig in unsere Bildungspolitik mit ein. Auch wenn in vielen Schulen bereits Hausordnungen und Maßnahmenkataloge mit klaren Regeln aufliegen, besteht weiterer Handlungsbedarf. Prinzipiell braucht es aber zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen individuelle Lösungen“, ist Teschl-Hofmeister überzeugt.

Foto: David Schreiber