Die Gewinner des Niederösterreichischen Holzbaupreis 2019 stehen fest

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V.l.: Pro:Holz Obmann Franz Schrimpl, Vorsitzender des Forstausschusses Franz Fischer, Landesrat Martin Eichtinger, Mario Karrer (Wiehag GmbH), Gerald Hongleitner-Welt (Fachgruppe Holzindustrie) und Andreas Hellinger (Wiehag GmbH)

Am 15. Mai wurde im Rahmen einer Gala in Wieselburg der niederösterreichische Holzbaupreis 2019 vom Land NÖ, pro:Holz NÖ/Wirtschaftskammer NÖ und der Landwirtschaftskammer Niederösterreich vergeben. Eine achtköpfige Fachjury suchte die bestumgesetzten Objekte aus 72 Einreichungen aus.

„Kaum eine andere Branche hat sich in den letzten Jahren so stark weiterentwickelt wie der Holzbau. Und das nicht nur in Österreich, sondern international. Mit hochwertigen und konstruktiven Lösungen haben sich die Holzbaubetriebe auch international einen Namen gemacht. Das unterstreicht unsere Kategorie ‚Holzbau in der EU‘ ganz besonders“, betont Landesrat Martin Eichtinger und ergänzt: „Der Holzbaupreis präsentiert Projekte, wo Bauherrinnen und Bauherren, Planer und Holzbaubetriebe Mut zeigten, etwas Neues, Ansprechendes und Nachhaltiges entstehen zu lassen.“

Diese Kategorie gab es dieses Jahr einmalig: Anlässlich der EU-Wahl am 26. Mai holte der NÖ Holzbaupreis die besten Projekte vor den Vorhang, an denen österreichische Holzbaubetriebe beteiligt waren und zeigte auf, welche wichtige Rolle Österreich im internationalen Holzbau spielt. Die hohen Kompetenzen konnten bei den Einreichungen in dieser Kategorie sichtbar werden.

Die Holzwirtschaft hat in Niederösterreich im Jahr 2018 einen Produktionswert von rund 1,54 Milliarden Euro erreicht und beschäftigt rund 21.604 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. 7.680.734 Stunden wurden in der Holzindustrie im Jahr 2018 in Niederösterreich geleistet.

Die von Eichtinger angesprochene positive Entwicklung illustriert die vorgestellten fünf Siegerprojekte, die sich über 10.000 Euro Preisgeld freuen können.

Die Kategorie der Wohnbauten konnte das Co-Sharing House für sich entscheiden. Das Gebäude besteht aus drei kompakten Einzelbaukörpern, die durch einen Arkadengang verbunden sind. Es ist als Dübelholzkonstruktion aus stehendem Fichtenholz errichtet und verzichtet auf Verleimung und synthetische Baustoffe. Holzfaserdämmungen und Lehmputze schützen vor sommerlicher Hitze, und die Wände aus Weißtanne im Inneren blieben unbehandelt.

Die desolate Würzlmühle in Kirchberg an der Wild aus dem 18. Jahrhundert stand im Fokus des Weiterverwendens und Sichtbarmachens und gewann den Preis in der Kategorie Um- und Zubau. Die gesamte Holzkonstruktion des Dachstuhls und der Zwischendecke blieben erhalten. Das Sanierungskonzept sollte den Anschein geben, es wäre es schon immer so gewesen und transformierte Bestehendes subtil in Zeitgemäßes. Das anfallende Altholz fand in Kombination mit Schwarzstahl eine zweite Verwendung in der neuen Küche, der neuen Stiege und den neuen Türen.

Der Kindergarten in Aspanberg – St. Peter ist bis auf das Fundament konsequent in Brettsperrholz-Bauweise umgesetzt und überzeugte in der Kategorie Öffentliche und Kommunalbauten. Der Baustoff ist rundum sichtbar. Das Gebäude unterteilt sich in zwei Ebenen, die mit einer offenen Holztreppe und darüber liegendem Oberlichtband verbunden sind. Die Raumlösungen sind kindgerecht und die umliegende Landschaft ist durch Blickverbindungen eingebunden.

In der Kategorie Nutzbau gewann das Gebäude von WIBEBA in Wieselburg. Das Büro- und Betriebsgebäude markiert den Standort der holzverarbeitenden Firma und zeigt nach außen die Verwendung von Holz. Die reliefartige Außenhaut aus Eichenholz und die scheinbar willkürlich angeordneten Fenster erzeugen eine gewisse Spannung im kubus-förmigen Objekt. Die sechs Geschosse sind halbversetzt, die Innenflächen aus sägerauer Weißtanne.

Überzeugen konnte in der Kategorie Holzbau in der EU die Macallan Whisky Distillery. Das Gründach kommt auf einem Holzdach zum Liegen und besteht aus fünf Kuppeln mit auslaufendem Vordach. Die Dachkonstruktion besteht aus 1.800 einfach gekrümmten, auf der Oberseite segmentierten, abgegrateten Trägern mit zweiseitig beplanten Kerto.

Neben den Jurypreisen fand auch dieses Jahr wieder ein Publikumsvoting statt. Bei dem gelangten insgesamt rund 68.000 Stimmen ein. Das Objekt iT, Sommerhaus auf Stelzen konnte es für sich entscheiden.

Franz Schimpl, Obmann von pro:Holz Niederösterreich verweist klar auf die ökologischen Vorteile des Baustoffs, die in einem Zeitalter der Nachhaltigkeit nicht übersehen werden dürfen. Gebäude aus Holz werden größer, höher und erobern die Städte. Vieles spricht für Holz: Es ist leicht und Flächenpotenziale können durch Verdichtung und Aufstockung mit Holz wesentlich besser genutzt werden, als mit anderen Baustoffen, betont KommR Franz Schrimpl, „keine Branche hat sich den Herausforderungen an modernes Bauen so konsequent gestellt, wie der Holzbau. Holzbaubetriebe und Planer schaffen nicht nur ästhetisch Außergewöhnliches, sie treiben auch die technischen Innovationen Jahr für Jahr voran.“

Neben diesen Vorzügen verweist Franz Fischer, Vorsitzender des Forstausschosses der Landwirtschaftskammer Niederösterreich auf einen weiteren Vorzug: „Die österreichische Waldwirtschaft liefert eine der wichtigsten Ressourcen für diesen ökologischen Lebensstil“ und „in einem Kubikmeter Holz ist knapp 1 Tonne CO2gespeichert. Die eingereichten Objekte beim diesjährigem Holzbaupreis binden mehr als 20.000 t an CO2. Angesichts dieser Zahlen ist es ein wichtiger Beitrag zur CO2-Reduktion, noch stärker auf den Holzbau zu setzen.“

Landesrat Martin Eichtinger dankt „allen, die am Holzbaupreis 2019 beteiligt waren, für ihren Beitrag dazu, dass der nachhaltige und qualitativ hochwertige Baustoff Holz weiter auf der Erfolgsspur bleibt.“

Foto: Josef Bollwein