Elektrisch bis an das Meer

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AUTOTEST Kia e-Niro

Wir wollten es genau wissen: Ist der Kia e-Niro mit der 64 kWh Batterie und einer Leistung von 204 PS tatsächlich ein vollwertiges Urlaubsauto mit ausreichender Reichweite? Funktioniert das problemlose Nachtanken unterwegs und vorallem in Italien?

Eine etwas andere, recht flotte Testfahrt nach Lignano Sabbiadoro an der oberen Adria und zurück, über steile Pässe und Autobahnen, mit Sohnemann und reichlich Urlaubsgepäck. Ziel ist das ehrwürdige Grand Hotel Marin, Via Lungomare 1. Distanz je Richtung knapp 500 km.

Bereits am Vorabend haben wir das geräumige SUV vollgepackt. Das Platzangebot auf den fünf Sitzen ist recht üppig, der Kofferraum gut zu beladen und fasst zirka 450 Liter. Vollbeladen und -geladen mit Strom geht es los. Wir nehmen Platz in unserem 4 Meter 37 langen Testwagen. Die weichen Ledersitze sind gut geformt und scheinen uns langstreckentauglich. Der e-Niro verwöhnt uns mit Vollausstattung. Wir starten um 2.45 Uhr früh bei kühlem Regenwetter. Die Reichweite wird am Instrumententräger mit 401 Kilometer angegeben. Unsere Route führt uns laut dem serienmäßig und einfach zu bedienendem Navigationssystem von Ybbs an der Donau über Weyer, Admont, Trieben, Lachtal, Neumarkt in der Steiermark, St. Veit an der Glan, Dreiländerecke, Pontebba, Udine, Latisana nach Lignano Sabbiadoro. Bis Neumarkt in der Steiermark haben wir zwei Pässe zu befahren, danach warten Schnellstraßen und die Autostrada. Unsere erste angepeilte Schnelllader-E-Tankstelle ist an der Autobahnraststätte Dreiländereck – rund 310 km entfernt. Wir machen es uns kuschelig im e-Niro, schalten sämtliche Nebenverbraucher wie Scheiben- und Sitzheizung ein, Musik macht Urlaubslaune. Wir entscheiden uns für den Fahrmodus Eco. Es geht los auf der Landstraße und unser Blick schweift immer rund um die angezeigte Rest-Reichweite des Bordcomputers. Trotz einiger steiler Bergaufpassagen verlieren wir wider erwarten nur wenig davon. Bergab gewinnen wir sogar noch eine Menge Energie zurück. Mittels manuell zu bedienender Paddles am Lenkrad lässt sich die Rekuperationsstärke anpassen, das macht richtig Spaß. Überhaupt geht der e-Niro mit seinen 204 PS unglaublich leichtfüßig, Fahrkomfort inbegriffen. Es ist die ruhige, geradezu souveräne Fahrweise mit ganz geringen Abrollgeräuschen die uns immer wieder aufs Neue verblüfft. Nicht nur das gewaltige Drehmoment von 395(!) Newtonmeter oder die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter acht Sekunden gefällt, vielmehr fasziniert uns diese ruhige, unspektakuläre Art der automobilen Fortbewegung mit dem Elektroantrieb.

Wir erreichen die Stromtankstelle am Dreiländereck mit noch einer beachtlichen Restreichweite von 170 Kilometern. Unglaublich. Bei gemäßigter Fahrweise hätten wir wahrscheinlich ohne Zwischenladung direkt unser Reiseziel Lignano erreicht. Am Schnelllader haben wir bereits nach einer dreiviertel Stunde wieder 80 Prozent unserer Batterie geladen. Danach zeigt der Bordcomputer wieder beruhigende 365 Kilometer an Restreichweite an.

Durch das Kanaltal, auf der Autostrada und nach der Anfahrt an den Badeort erreichen wir um 9 Uhr 15 bestens gelaunt unser Hotel. Die Erkenntnis: der Kia hält tatsächlich, was er verspricht.

In Lignano finden wir gleich in der Nähe eine passende Stromtankstelle, wo wir unseren e-Niro gratis aufladen können – sogar mit Schnelllader.

FAZIT: KIA beweist auch mit dem e-Niro, dass die Marke am E-Mobilitätssegment mit der deutschen Konkurrenz nicht nur mithalten kann, sondern derzeit voran fährt. Der e-Niro beeindruckt als alltagstaugliches SUV, egal ob auf Langstrecken oder in der Stadt. Nicht zu vergessen ist auch die sieben Jahre Kia-Vollgarantie. Unser Tipp: Unbedingt Probe fahren!

Fotos: slz

Technische Daten
Kia e-Niro (e-Motor Longe Range 64 kWh Batterie)
Max. Reichweite 455 Kilometer
Leistung 150 kW/204 PS
Beschl. 0-100 km/h 7,8 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 167 km/h
Energieverbrauch 15,9 kWh / 100 km
CO2-Emission 0 g/km
Listenpreis Kia e-Niro (64 kWh Batt.) ab 42.390,00 Euro
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