„Equal Pay Day“ am 20. Oktober hebt Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern hervor

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LR Teschl-Hofmeister: Frauen in Niederösterreich verdienen um durchschnittlich 19,9 Prozent weniger als Männer

Am 20. Oktober 2020 ist in Niederösterreich „Equal Pay Day“. „Dieser Aktionstag soll die immer noch ungleiche Entlohnung zwischen den Geschlechtern aufzeigen. Er markiert jenen Tag, ab dem Niederösterreichs Frauen statistisch gesehen bis Jahresende gratis arbeiten. Aktuell verdienen Frauen in Niederösterreich für die gleiche Arbeit im Schnitt um 19,9 Prozent weniger als Männer und arbeiten damit jährlich 73 Tage ‚unbezahlt‘“, führt Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister aus.

Auch wenn in den letzten Jahren bereits große Schritte in Richtung Gleichberechtigung gesetzt wurden, so herrschen teils immer noch große Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern vor. „Das ist unter anderem auch auf die Berufswahl zurückzuführen: Technische oder handwerkliche Berufe, die immer noch vorwiegend von Männern ausgeübt werden, sind deutlich höher bezahlt als frauendominierte Berufsfelder wie Einzelhandel, Frisörin oder Bürokauffrau“, verweist die Landesrätin auf die rund 100 Lehrberufe, die in Niederösterreich erlernt werden können.

Mit verschiedenen Initiativen des Landes Niederösterreich sollen Mädchen an Pflichtschulen auch an technische Berufe herangeführt und verschiedenste Ausbildungswege aufgezeigt werden. „Wir möchten mit Aktionen wie dem ‚Girls Day‘, ‚HTL4girls‘ und ‚TechDatings‘ jungen Frauen zeigen, dass es sich auf lange Sicht lohnt, technische oder handwerkliche Berufsfelder in Betracht zu ziehen. Bereits in der Lehrzeit sind deutliche Einkommensunterschiede vorhanden. Mädchen sollen ihre Ausbildungswege nach ihren Interessen und nicht nach immer noch vorhandenen Rollenklischees wählen“, so Teschl-Hofmeister.

„Auch das Pensionssplitting, in dem der Ehemann einen Teil seiner zukünftigen Pension seiner Frau zukommen lassen kann, ist ein wichtiger Schritt in Richtung gelebter Gleichberechtigung. Nicht selten widmen Frauen den Großteil ihrer Zeit der jahrelangen Betreuung von Familienmitgliedern und erleben dann kurz vor Pensionsantritt eine negative Überraschung am Pensionsbescheid. Dies kann zeitgerecht mit dem Pensionssplitting ausgeglichen werden“, appelliert die Landesrätin.

Foto: NLK Pfeiffer