Equal Pay Day am 26. Februar in Österreich

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Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister zum heutigen Equal Pay Day in Österreich

St. Pölten. Laut den aktuellsten Zahlen der Statistik Austria erhalten ganzjährig vollbeschäftigte Frauen in Österreich im Durchschnitt 84,4% des Jahreseinkommens von Männern. Plakativ gesprochen heißt das, dass Frauen bis zum heutigen Tag, dem 26. Februar, unbezahlt arbeiten bzw. müssten sie genau genommen 57 Tage länger arbeiten, um gleich viel zu verdienen. Vor 10 Jahren hat das noch ganz anders ausgesehen, da hätten Frauen bis zum 16. April arbeiten müssen. Fortschritte wurden erzielt. Trotzdem sind unter Berücksichtigung verschiedenster Faktoren wie Branche, Beruf, Bildungsniveau, Alter, Dauer der Unternehmenszugehörigkeit, Vollzeit/Teilzeit immer noch Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zu verzeichnen.

„Einer der Gründe ist die Berufswahl. Frauen tendieren oft zu Berufen, die geringer entlohnt sind als jene in männlich dominierten Bereichen. Mädchen wählen bevorzugt Einzelhandel, Frisörin, Bürokauffrau. Die Burschen gehen in die Metalltechnik, Elektrotechnik oder Kraftfahrzeugtechnik. Schon im 1. Lehrjahr zeigt sich ein Unterschied im Einkommen von bis zu 153 Euro monatlich. Deshalb sollte bereits die Berufswahl auch unter dem Aspekt der Verdienstmöglichkeiten sorgfältig und vorausschauend erfolgen“, stellt Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister fest.

Berufe in Technik und Handwerk werden von Frauen und Mädchen seltener gewählt. Dies ist darauf zurückzuführen, weil das gesellschaftliche Umfeld dafür weniger offen ist oder zu wenig über die Anforderungen in diesen Bereichen bekannt sind. Fakt ist, dass die Einkommen in diesen Sparten auffallend höher als in den „typischen“ Frauenberufen sind.

„Ich möchte Mädchen dazu motivieren ihren Berufs- und Ausbildungsweg anhand ihrer Talente und Interessen und nicht anhand von Rollenklischees zu wählen – sie müssen sich mehr zutrauen. Mit einer fundierten Ausbildung eröffnen sich vielfältige und gut bezahlte Berufswege. Wir setzen uns in Niederösterreich gezielt dafür ein, dass unsere Schülerinnen ihre Fähigkeiten auch in technischen Berufen entfalten können“, so Landesrätin Teschl-Hofmeister.

Mit Initiativen wie dem Girls´Day, HTL4girls und den jährlichen TechDatings möchte das Land Niederösterreich Schülerinnen, Lehrpersonal und besonders auch die Eltern sensibilisieren, damit Mädchen die gesamte Bandbreite aller Lehrberufe und Studiengänge zugänglich gemacht wird.

Foto: Josef Herfert