Equal Pay Day findet in NÖ von Jahr zu Jahr später statt

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Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (Mitte)

Heute ist in Niederösterreich der Equal Pay Day, also der Tag an dem Männer bereits jenen Lohn verdient haben, für den Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen.

Plakativ gesprochen: Ab heute – österreichweit gerechnet ab Samstag, 20.Oktober – erhalten Frauen in Niederösterreich keinen Lohn mehr und arbeiten 75 Tage „gratis“. „Niederösterreich liegt mit 20,4% Unterschied beim durchschnittlichen Jahres-Bruttobezug aktuell an vierter Stelle beim Bundesländervergleich. Das ist eine Verbesserung zum Vorjahr von 1,9 Prozentpunkten bzw. von 7 bezahlten Tagen, aber es ist noch immer viel zu tun, um diese Einkommensschere zu schließen“, so Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Ganzjährig vollzeitbeschäftigte Männer kommen in Niederösterreich laut Statistik Austria 2018 auf ein Durchschnittseinkommen von 52.850 Euro, Frauen auf nur 42.071 Euro – das ist ein Einkommensunterschied von -20,4%. Innerhalb Niederösterreichs zeigen sich beträchtliche Unterschiede: der Bezirk Hollabrunn führt mit nur – 15,5% Einkommensunterschied die Liste an, der Bezirk Mödling bildet das Schlusslicht mit -29,6% Einkommensunterschied. 2009 fand der erste Equal Pay Day (Tag der gleichen Bezahlung) in Österreich statt. Einerseits ist der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern noch immer beträchtlich, aber in den letzten Jahren sind Verbesserungen sichtbar.

Dramatisch wirken sich die Einkommensunterschiede und langen Jahre der unbezahlten Haus- und Betreuungsarbeit, Karenzzeiten und Teilzeitarbeiten für viele Frauen bei der Pensionsanrechnung aus und deshalb sind Frauen in Österreich oft mit einer minimalen Pensionsauszahlung konfrontiert und somit verstärkt von der Altersarmut betroffen. Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister appelliert an alle Frauen und Mädchen: „Eine fundierte Ausbildung und das Ergreifen eines Berufes sind meiner Meinung nach absolute Muss-Voraussetzungen für eine finanzielle Absicherung in späteren Jahren. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist im öffentlichen Dienst schon lange eine Selbstverständlichkeit, in der Privatwirtschaft leider noch nicht. Hier sind auch selbstbewusstes und beharrliches Auftreten bei Gehaltsverhandlungen gefragt.“

Neue Wege in der Berufswahl

Die Berufswahl sollte auch unter dem Aspekt der Verdienstmöglichkeiten sorgfältig und vorausschauend erfolgen. Es existiert noch immer ein Lohngefälle zwischen klassischen Frauen- und Männerberufen. „Ich möchte Frauen und Mädchen ermutigen, neue Wege in der Ausbildungs- und Berufswahl zu gehen und auch ihre Töchter dabei zu fördern, ihren Talenten nachzugehen. Es besteht noch ein enormes Aufholpotential bei technisch-handwerklichen Berufen. Deshalb unterstützt das Land Niederösterreich viele Initiativen im Bereich Mädchen & Technik. Mit Girls´Day, HTL4girls und TechDatings möchten wir SchülerInnen, Lehrpersonal und besonders auch die Eltern sensibilisieren, damit Mädchen die Bandbreite aller Lehrberufe und Ausbildungen zugänglich gemacht wird“, so Landesrätin Teschl-Hofmeister.

Regionales und Politik Mentoring

Eine weitere Initiative zur Unterstützung von Frauen in Niederösterreich ist das Regionale Mentoring Programm des Landes NÖ. Es soll Frauen, die im Berufsleben oder vor einer Neuorientierung stehen, Mut machen sich weiter zu entwickeln und neue Herausforderungen anzunehmen. Ziel ist es, Frauen fit zu machen, auch für Führungsaufgaben – durch die Vermittlung von Mentorschaften oder durch ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsangebot. Um auch die politische Teilhabe von Frauen zu erhöhen, wurde im Frühjahr 2018 der zweite Durchgang des „Politik Mentoring Programmes“ gestartet. „Wir Frauen stellen über 50% der Bevölkerung in Niederösterreich. Es ist mir wichtig, gezielt Impulse zu setzen, damit die politische und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen ihrer Bevölkerungszahl entspricht und notwendige Gleichstellungsmaßnahmen so schneller eingefordert und umgesetzt werden können.“, so Landesrätin Teschl-Hofmeister abschließend.

Foto Josef Herfert

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