Erstmals Ausbildung zur Heimhilfe an Fachschule Obersiebenbrunn

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Direktor Gerhard Breuer (LFS Obersiebenbrunn), Bildungs- und Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Fachlehrerin Caroline Franzl (LFS Obersiebenbrunn) mit Schülern

LR Teschl-Hofmeister: Heimhilfeausbildung stärkt Pflegeangebot in Niederösterreich

In diesem Schuljahr wurde erstmals die Ausbildung zur Heimhilfe an der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Obersiebenbrunn durchgeführt. Im September wird es nach der kommissionellen Prüfung die ersten Absolventinnen und Absolventen dieser sozialen Ausbildung geben.

„Grundvoraussetzung für das weitere Gelingen einer flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Pflege und Betreuung in Niederösterreich ist vor allem das gut ausgebildete Personal. Daher ist es wichtig, das Ausbildungsangebot im Bundesland weiter zu verstärken und auszubauen. Mit der Ausbildung zur Heimhilfe an der Fachschule Obersiebenbrunn setzen wir einen weiteren Schritt, um der immer größer werdenden Nachfrage nach Pflegefachkräften nachzukommen“, betont Bildungs- und Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Zunehmend häufiger wollen Menschen, die durch ihr Alter, ihren Gesundheitszustand oder ihr soziales Umfeld nicht mehr in der Lage sind sich selbst zu versorgen, sich bei der Haushaltsführung oder bestimmten Aktivitäten des täglichen Lebens, von kompetent ausgebildeten Fachkräften unterstützen lassen. Häufig sind dies etwa Personen, die zwar betreuungsbedürftig sind, aber in ihrer eigenen Wohnung bzw. ihrem Haus bleiben wollen. „Für diese Personengruppe bedeutet die Unterstützung durch eine Heimhilfe nicht nur die Möglichkeit weitgehend selbstbestimmt in den eigenen, vertrauten vier Wänden zu leben, sondern oft auch eine wichtige soziale Kontaktmöglichkeit und ein Fenster zur Außenwelt“, erklärt die Landesrätin.

Anerkannte Berufsberechtigung mit starker Nachfrage am Arbeitsmarkt

Mit der Ausbildung zur Heimhelferin bzw. zum Heimhelfer an der Fachschule Obersiebenbrunn erhalten die Schülerinnen und Schüler nicht nur eine anerkannte Berufsberechtigung, sondern erlangen damit auch eine Ausbildung, die zukunftsträchtig und am Arbeitsmarkt stark nachgefragt ist. Heimhelferinnen und Heimhelfer übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe und leisten mit ihrer Tätigkeit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Um diese Aufgabe professionell erledigen zu können, wurden die Schüler und Schülerinnen theoretisch und praktisch intensiv ausgebildet. Die theoretische Ausbildung fand an der LFS Obersiebenbrunn im 3. Jahrgang statt und umfasste 200 Stunden. Der Unterricht wurde hauptsächlich von Lehrkrankenschwestern der Krankenpflegeschule Mistelbach, niedergelassenen Physiotherapeuten und Medizinern durchgeführt. In vielen Prüfungen, Arbeitsaufträgen und Präsentationen mussten die Schülerinnen und Schüler beweisen, dass sie für diese anspruchsvolle Tätigkeit bestens geeignet und vorbereitet sind.

Für die praktische Ausbildung müssen nun die Absolventen des Lehrganges in den Monaten Juli und August 120 Stunden im ambulanten sowie 80 Stunden im stationären Bereich einer Pflegeinstitution absolvieren. Zusätzlich zu den praktischen Tätigkeiten müssen die Praxisvorbereitung und die spätere Praxisreflexion schriftlich dokumentiert und mit der zuständigen Lehrgangsleitung besprochen und evaluiert werden. Nach einer positiven kommissionellen Abschlussprüfung im Herbst 2020, darf dann die Berufsbezeichnung „Heimhelfer oder Heimhelferin“ geführt und die qualifizierte Tätigkeit in einer öffentlichen, kirchlichen oder privaten Institution ausgeübt werden.

Foto: Jürgen Mück