Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen

1276
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Ursula Hein vom Frauenberatungs- und Bildungszentrum Hollabrunn

ST. PÖLTEN. Anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen am kommenden Sonntag haben heute Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Ursula Hein vom Frauenberatungs- und Bildungszentrum Frauen für Frauen Hollabrunn als Vertreterin der Frauenberatungsstellen NÖ auf die zunehmende Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht. Als öffentliches Zeichen und Symbol zu den kommenden „16 Tagen gegen Gewalt“ haben sie gemeinsam die offizielle Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ vor dem Landhaus in St. Pölten gehisst. „Gewalt an Frauen ist keine Seltenheit. Eine von fünf Frauen in Österreich ist in irgendeiner Form von Gewalt betroffen. Das eigene Zuhause ist dabei meist der gefährlichste Platz für Frauen und Kinder“, so die Landesrätin.

Konkret forderten Teschl-Hofmeister und Hein den gezielten Ausbau von Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen von Gewalt. „Es ist mittlerweile international bekannt, dass die gezielte Täterarbeit unerlässlich für den Opferschutz ist“, erklärt die Landesrätin. Es reiche nicht, Täter zu Geldstrafen oder zu Gefängnisaufenthalten zu verurteilen: „Täter brauchen andere Muster für Konfliktlösungen, sonst setzt sich das Muster weiter fort. Sie müssen lernen mit ihrer Wut und ihren Sorgen anders umzugehen.“ In Niederösterreich setzt man in diesem Bereich seit rund einem Jahr auf das „Anti Gewalt Programm“ der Caritas St. Pölten. Die Besonderheit des Programms ist die vernetzte Arbeit mit dem Gewaltschutzzentrum St. Pölten. Das Antigewaltprogramm wird an 11 Beratungsstellen in Niederösterreich angeboten. 2018 war es möglich, aufgrund der Förderung des Landes Niederösterreich, bereits insgesamt 25 Männer zu betreuen. Derzeit gebe es außerdem keine Statistik über Gewalttaten und Morde bei häuslicher Gewalt und in Beziehungen. Auch hier besteht laut der Landesrätin und der Vertreterin der Frauenberatungsstellen NÖ dringender Handlungsbedarf.

Für den Opferschutz und die Opferberatung setzen sich auch die Frauenberatungsstellen in Niederösterreich ein. Sie beraten betroffene Frauen, helfen ihnen einen Weg aus der Gewaltspirale zu finden und unterstützen in Krisensituationen. „Die Frauenberatungsstellen leisten großartige Arbeit. Wir müssen dafür sorgen, dass die Standorte und deren Angebote besser bekannt werden, damit mehr Frauen diese Unterstützung, die sie in schwierigen Situationen brauchen, auch bekommen“, so die Landesrätin. Insgesamt hat Niederösterreich ein dichtes Netz an Initiativen und Institutionen, wie zehn Frauenberatungsstellen mit sieben Außenstellen, das NÖ Frauentelefon, sechs Frauenhäuser und das Gewaltschutzzentrum mit drei Standorten in NÖ, die Opfern von häuslicher und sexualisierter Gewalt Hilfe anbieten.

Foto: NLK Filzwieser