Gesundheitsversorgung im Akut- und Notfall

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Landesrat Martin Eichtinger, Notruf NÖ Geschäftsführer Christof Constantin Chwojka, Rotkreuz-Landesrettungskommandant Werner Kraut und zwei weitere Mitarbeiter von Notruf NÖ (v.l.n.r.) Foto: © NLK Filzwieser

Auf Grund der ständig steigenden Erfordernisse in der präklinischen Versorgung wird die Zusammenführung der Berufsbilder des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie des Notfallsanitäters in Form der Acute Community Nurse (ACN) erprobt. „Die Rolle dieser Gesundheitsexperten wird jene des Problemlösers sein, sowohl in der 24/7 Akutversorgung von pflegebedürftigen Personen als auch in der Notfallrettung als Unterstützung und Bindeglied zwischen nicht-ärztlichen und ärztlichen Rettungsdienst.“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger und weiter: „Daher startet mit 18. Mai 2020 im Bezirk Bruck/Leitha der Pilotbetrieb.“

Vor allem in Randzeiten des Tages, an Wochenenden und in der Nacht sind bestehende Strukturen in der häuslichen medizinischen und pflegerischen Versorgung teilweise nur eingeschränkt vorhanden. Rotkreuz-Landesrettungskommandant Werner Kraut: „Derzeit muss bei akuten Pflegeproblemen in vielen Fällen ein nicht unbedingt notwendiger Transport in ein Klinikum erfolgen. Bei Personen mit diagnostizierten und austherapierten chronischen Grunderkrankungen oder bei akuten Problemen mit Sonden, sowie nach Entlassung von ungeplanten ambulanten oder kurz-stationären Aufenthalten können diese neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steuernd und helfend eingreifen“. Aber auch Visiten im Auftrag bzw. in Absprache mit regional tätigen niedergelassenen Ärzten fallen in den Aufgabenbereich.

Da die Grenze zwischen Akutversorgung und Notfalleinsatz oft verlaufend ist, sind genau diese Expertinnen und Experten optimal, um diesen Aufgabenbereich zu erfüllen. Erfahrene diplomierte Pflegepersonen mit der höchstmöglichen Ausbildung im Rettungsdienst als Notfallsanitäter bilden eine neuartige Kombination, um optimal auf Bedürfnisse von Hilfsbedürftigen zu reagieren. Auch deshalb ist der Einsatz in der Notfallrettung ein Betätigungsfeld. Gemeinsam mit den ortsansässigen Rettungsorganisationen kann so hier eine Verbesserung in der Versorgung erreicht werden.

Die Vernetzung dieses Angebots in bestehende Strukturen der NÖ Gesundheitslandschaft wird ein Erfolgsfaktor für das Projekt. Notruf NÖ Geschäftsführer Christof Constantin Chwojka: „Durch die Integration bei Notruf NÖ, wo alle kommunikativen Gesundheitsanforderungen über 144, 141, 1450 oder den vielen anderen Kontaktmöglichkeiten zusammenlaufen, kann hier sichergestellt werden, dass der optimale Gesundheitsdienstleister zum optimalen Zeitpunkt für die Patientin/den Patienten zum Einsatz kommt.“ Chwojka weiter: „Sollte jedoch beispielsweise ein niedergelassener Arzt oder ein mobiler Pflegedienst nicht übernehmen können, dann kommt eine ACN zum Einsatz.“ Durch vorbereitende Gespräche mit den Stakeholdern der Region ist eine problemlose Zusammenarbeit sichergestellt. Denn es soll nicht zu einem Eingriff in eine bereits funktionierende Regelversorgung kommen, sondern zu einer Erweiterung und Verbesserung des Versorgungs- und Pflegeangebots kommen.