Autotest Mercedes Benz B 200

Seit Anfang des Jahres 2019 erscheint die B-Klasse in neuem Outfit. Vorbei sind die Zeiten des etwas biederen Erscheinungsbildes, der modifizierte Van ist in der 3. Generation wesentlich moderner und sportlicher geworden – ohne auf bestehende Stärken verzichten zu müssen. Im ausführlichen Test die Version mit 163 PS Benzinmotor.

Die B-Klasse wirkt nun etwas geduckter, die weitaus sportlichere Silhouette entsteht durch die runter gesetzte Dachlinie, größere Räder und flachere Scheinwerfer. Unser Testwagen erscheint im AMG Trimm. Zusammen mit den dazugehörigen Spoilern und dem üppigen Räderwerk gefällt der Van viel besser.

Platz genommen hinterm Volant mögen wir das auch aus der A-Klasse bereits bekannte, ähnliche Cockpit mit dem dominierenden 10,25 Zoll großem Bildschirm. Die Platzverhältnisse sind eher sportlich zugeschnitten, wenngleich im Kopfbereich noch immer luftige Platzverhältnisse vorherrschen. Die Sitze in Alcantara gefallen uns dabei ebenso wie das griffige Lenkrad und das dunkle, noble Ambiente im Innenraum. Cool: Aus 64 möglichen Innenraumfarben kann je nach Stimmungslage die richtige Atmosphäre gedimmt werden. Generell wirken alle Materialien wertig und stilvoll. High Tech trifft auf Luxus – und das fühlt sich für alle Insassen sehr gut an.

Der große Navibildschirm beherbergt das bereits bekannte, Multimediasystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience). Obwohl wir es schon kennen, überzeugt die Qualität dieser Mercedes Entwicklung immer wieder aufs Neue. Nicht umsonst haben deutsche Journalistenkollegen vor allem die integrierte Sprachsteuerung des MBUX zum derzeit besten in einem PKW erhältlichen System gewählt. Und es stimmt: praktisch fehlerlos werden Sprachkommandos erkannt und raschest in die Tat umgesetzt. Während wir in anderen Fahrzeugen noch umständlich Temperaturen oder Navigationsziele eingeben hat der Testwagen unsere Sprachkommandos längst ausgeführt und navigiert uns zielgenau.

Der 4-Zylinder Benzinmotor entwickelt bei einem Hubraum von 1.332 ccm eine Motorleistung von 163 PS. So wie in der A-Klasse wird der Benziner auch mit der B-Karosserie recht leicht fertig. Untenrum bietet das Aggregat guten Durchzug, aber mit steigender Drehzahl geht es doch noch flotter voran. Die Geräuschkulisse wird zwar dabei kernig lauter, aber niemals unangenehm. Sehr gerne wählen wir beim Fahren den Modus „Sport“ an, dann wird der B noch intensiver erlebbar. Das auf Aufpreis erhältliche 7-Gang DCT Getriebe schaltet unmerklich und passt zur Motorisierung. Wer es sportlich will, schaltet mittels der Paddles am Lenkrad. Auf Wunsch sprintet der Mercedes Van in 8,5 Sekunden auf 100 km/h, die Beschleunigung endet erst bei 223 km/h Spitze.

An der Tankstelle gibt es für den Benz-Fahrer ebenfalls keine bösen Überraschungen: Im Test verbrauchten wir bei zügiger Fahrweise und hohem Stadtanteil lediglich um die 6,2 bis 6,8 Liter Super.

Generell macht das Reisen mit der B-Klasse Spaß: kein Klappern, keine Nebengeräusche – Qualität á la Mercedes! Auch das Platzangebot ist angemessen und entspricht den kompakten Außenmaßen. Gleiches gilt für den Kofferraum. Dem klassischen B-Klasse Klientel gefielen schon immer die höhere Sitzposition ebenso wie die praktischen Ablage- und Staufächer im Innenraum. Praktisch: Die 40:20:40 umlegbare Rücksitzbank.

Fazit: Die B-Klasse von Mercedes Benz kann eigentlich sehr viel – ist ein echter Allrounder. Einkaufen beim Supermarkt ums Eck funktioniert ebenso wie die Urlaubsreise zu fünft. Bei keinem Einsatz im Autoalltag gibt sich der Kompakte eine Blöße. Wer einen noch leistbaren Minivan sucht, aber die Technik und das Ambiente aus der Luxusklasse nicht missen möchte, findet mit der B-Klasse DAS Auto. Ab sofort mit einer großen Portion Coolness.

Technische Daten
Mercedes-Benz B 200 7G-DCT AMG Line
Hubraum 1.332 ccm
Leistung 120 kW/163 PS
Beschl. 0-100 km/h 8,2 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 223 km/h
Verbrauch komb. 6,5 l/100 km
CO2-Emission (gesamt komb.) 147 g/km
Listenpreis B-Klasse ab 30.710 Euro

Foto: slz