Initiative gegen Gewalt an Frauen: Täterarbeit und Schulen im Fokus

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Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister gemeinsam mit Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig

LR Teschl-Hofmeister/LR Königsberger-Ludwig: „Gewalt darf kein Tabuthema sein“

ST. PÖLTEN. Anlässlich der Internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ die am 25. November startet und auch in Niederösterreich wieder begangen wird und dem Jubiläum der 10-jährigen Kooperation der Fachstelle Gewaltprävention des Landes Niederösterreich und der Pädagogischen Hochschule, im Rahmen der Gewaltpräventionsarbeit, findet in St. Pölten im Bildungshaus St. Hippolyt ein ganztägiges Symposium unter dem Titel ‚Achtsames Miteinander. Leben ohne Gewalt!‘ statt. „Im heutigen Symposium werden wir uns intensiv mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinandersetzen. Wir rechnen mit 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern“, so die beiden Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister und Ulrike Königsberger-Ludwig im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten im Vorfeld der Veranstaltung.

Das Programm des Symposiums reicht von Fachvorträgen zum Thema Gewaltschutz-Opferrechte-Täterarbeit bis hin zu Gesprächsrunden mit Expertinnen und Experten. Am Nachmittag werden unter dem Motto ‚Achtsamkeit von Anfang an’ verschiedene Workshops für den Bildungsbereich, angeboten. „Frauen und Männer sind in unserer Gesellschaft gleichberechtigt, das gilt es zu leben und daran müssen wir gemeinsam arbeiten. Die traurige Serie an Frauenmorden zeigt, dass es auch weiterhin unerlässlich ist, unsere Angebote verstärkt zu kommunizieren, weiter auszubauen und sie gut zugänglich zu machen“, erklären die Landesrätinnen.

Mit zahlreichen Gewaltschutzmaßnahmen und dem Gewaltschutzgesetz habe Österreich zwar eine Vorreiterrolle im Bereich des Gewaltschutzes eingenommen, dennoch müsse man auch hierzulande die Augen weiterhin offen halten: „Letztes Jahr 2018 waren es in Österreich gesamt 41 Frauenmorde und bis dato wurden alleine in Niederösterreich 13 Frauen ermordet. Die aktuellen Zahlen zeigen damit erneut, dass dieses Thema einer laufenden Präventionsarbeit und einer guten Zusammenarbeit aller involvierten Stellen bedarf,“ so Teschl-Hofmeister. Vor allem die Zusammenarbeit und Vernetzung aller Expertinnen und Experten in den Bereichen Gesundheits- und Polizeiwesen, im Bildungsbereich und Fraueneinrichtungen sei ein besonderes Anliegen und so wurde diese durch die Einberufung eines runden Tisches im Frühjahr forciert. Im Vordergrund stehen dabei neben der Enttabuisierung des Themas auch die Erarbeitung und die Umsetzung von konkreten Strategien und Maßnahmen gegen häusliche und sexualisierte Gewalt.

Niederösterreich verfügt über ein breites Angebot an Beratungs- und Hilfseinrichtungen für Betroffene. In den zehn Mädchen- und Frauenberatungsstellen mit ihren sieben Außenstellen werden jährlich rund 10.000 Beratungen durchgeführt. Vom Gewaltschutzzentrum wurden bis dato über 2.000 Klientinnen und Klienten betreut. „Mehr als 400 Frauen und Kinder wurden im Jahr 2018 in den Frauenhäusern im Bundesland untergebracht und betreut“, so Königsberger-Ludwig.

Neben Workshops für Schulen, Fortbildungen für Lehrkräfte und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, möchte man mit Veranstaltungen und der Teilnahme an internationalen Aktionstagen wie ‚Orange the World‘ oder mit dem Hissen der Fahne ‚Gewalt frei Leben‘ vor dem Niederösterreichischen Landhaus am 25. November auch die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. „Wichtig ist, all unsere Angebote gut zu kommunizieren und zu bewerben, damit Betroffene wissen wo sie sich Hilfe suchen können. Gewalt gegen Frauen soll und darf kein Tabuthema sein“ so Teschl-Hofmeister und Königsberger-Ludwig abschließend.

Foto: NLK Reinberger