Jehovas Zeugen: Südkorea kündigt Sonder-Amnestie für Wehrdienstverweigerer an

724

Am 31. Dezember 2019 gab die Regierung Südkoreas bekannt, dass den 1 879 Wehrdienstverweigerern aus Gewissensgründen, die kürzlich aus der Haft entlassen wurden, eine Sonder-Amnestie gewährt wird. Zwar gelten die Betroffenen weiterhin als vorbestraft, aber die Regierung wird alle damit verbundenen Einschränkungen aufheben. Im Jahr 2018 wurde vom Verfassungsgericht und vom Obersten Gerichtshof anerkannt, dass Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen ein Recht und kein Verbrechen ist. Die Sonder-Amnestie ist die neueste Auswirkung dieser Entscheidungen.

In Südkorea unterliegen Verurteilte nach dem Verbüßen ihrer Freiheitsstrafe fünf Jahre lang bestimmten Einschränkungen. Da Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen als vorbestraft gelten, wurden diese Einschränkungen auch auf Jehovas Zeugen angewandt. Dadurch konnten die Betroffenen keine Prüfungen für national anerkannte Lizenzen ablegen und sie hatten zu bestimmten Arbeitsplätzen keinen Zugang.

Hong Dae-il, ein Sprecher von Jehovas Zeugen in Südkorea, sagt: „Wir sind der Regierung dankbar für die Aufhebung dieser Einschränkungen. Sie geht damit einen Schritt weiter in Richtung einer vollständigen Anerkennung der Tatsache, dass die Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen, die inhaftiert waren, nicht als Kriminelle zu betrachten sind.“

Foto: JZ