Konjunktur-Gipfel: Fachkräfte-Offensive mit 4 Arbeitsgruppen

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Landesrat Martin Eichtinger, AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich, Landesrätin Petra Bohuslav, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, AK NÖ-Präsident Markus Wieser und IV NÖ-Präsident Thomas Salzer

LH Mikl-Leitner: „Haben die große Verantwortung, auf Veränderungen einzugehen und Maßnahmen abzuleiten“

In St. Pölten fand der Konjunktur-Gipfel des Landes Niederösterreich, des Arbeitsmarktservice Niederösterreich (AMS NÖ), der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), der Arbeiterkammer Niederösterreich (AK NÖ) und der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ) statt.

Über die Ergebnisse informierten im Anschluss im Rahmen eines Pressegesprächs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Landesräte Petra Bohuslav und Martin Eichtinger, AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, AK NÖ-Präsident Markus Wieser und IV NÖ-Präsident Thomas Salzer.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte die Wichtigkeit des Dialogs der Politik mit den Sozialpartnern, Betrieben und Arbeitnehmern. Man treffe sich regelmäßig, „um zu analysieren, welche Anforderungen es an den Arbeitsmarkt gibt und welche Bedürfnisse die Wirtschaft hat“. Die Wirtschaft entwickle sich immer rasanter und die Herausforderungen für den Arbeitsmarkt veränderten sich in kürzeren Abständen, betonte die Landeshauptfrau: „Wir haben die große Verantwortung, auf die Veränderungen einzugehen und Maßnahmen abzuleiten.“

Man müsse auf die Veränderungen „ganz konkrete Antworten geben“, und das habe man auch beim heutigen Konjunktur-Gipfel getan, so Mikl-Leitner. Gemeinsam mit den Wirtschaftsexperten Christian Helmenstein und Christoph Schneider sowie den Sozialpartnern habe man die Arbeitsmarkt- und Konjunktur-Entwicklung analysiert. „Die Expertise hat ergeben, die Ausgangslage in Niederösterreich ist eine gute“, führte die Landeshauptfrau aus, dass es im Bereich der Arbeitslosigkeit Ende April die niedrigste Arbeitslosenquote seit sechs Jahren gegeben habe. Sie hob weiters die größte Lehrlings-Offensive hervor, die seit Jahresbeginn 2019 läuft: 46 Millionen Euro werden investiert, um Jugendlichen bis 25 Jahren einen Ausbildungsplatz zu garantieren. Rund 3.000 Jugendliche hätten von dem Programm bereits profitiert, betonte Mikl-Leitner, dass man „auf einem guten Weg“ sei.

Auch was die konjunkturelle Entwicklung im Land betreffe, könne man auf positive Zahlen verweisen, führte die Landeshauptfrau aus, dass das Marktforschungsinstitut GFK bescheinigt habe, dass Niederösterreich bei der Kaufkraft weiter auf Platz 1 im Bundesländer-Ranking liege. Beim Warenexport belege man den zweiten Platz und habe die Marke von 22 Milliarden durchstoßen. Und die Wachstumsprognose von IHS (Institut für Höhere Studien) liege für die nächsten beiden Jahre weiter über dem Bundesschnitt: 2019: NÖ 1,8 Prozent (Österreich: 1,5 Prozent); 2020: NÖ 1,8 Prozent (Österreich: 1,6 Prozent).

Im Fokus der heutigen Diskussionen standen die Themen Fachkräftebedarf, Lehre, Aus- und Weiterbildung: „Neben der erfolgreichen Lehrlings-Offensive starten wir nun mit den Sozialpartnern eine gemeinsame Fachkräfte-Offensive für Niederösterreich“, informierte die Landeshauptfrau, dass man gemeinsam an einem Strang ziehe und vier Arbeitsgruppen einsetze, die in enger Abstimmung mit den Expertinnen und Experten des Landes von den Sozialpartnern geleitet werden. Ende September werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen präsentiert und daraus weitere Maßnahmen abgeleitet, informierte Mikl-Leitner.

Die vier Arbeitsgruppen behandeln die Schwerpunkte „Lehre“, „Innovation“, „Berufsorientierung“ und „Fachkräfte-Initiativen“. Weitere Maßnahmen für den NÖ Arbeitsmarkt soll die beauftragte Studie „Arbeitswelt der Zukunft“ zeigen. „Mit dieser Studie erarbeiten wir konkrete Strategien, noch mehr Menschen in Beschäftigung zu halten und Menschen ohne Job an den Arbeitsmarkt heranzuführen“, so Mikl-Leitner über die Studie. Die Ergebnisse sollen Anfang nächsten Jahres präsentiert werden. Weiters sollen erfolgreiche Jugendliche des Lehrlingswettbewerbs Euro- und Worldskills als sogenannte „NÖ Lehrlingsbotschafter“ eingesetzt werden. Dadurch soll der Lehrberuf für Jugendliche noch stärker kommuniziert werden.

„Der heutige Dialog endet mit einem konkreten Arbeitsprogramm für uns alle“, betonte die Landeshauptfrau abschließend das gute Miteinander von Politik und Sozialpartnern.

AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich, der die Arbeitsgruppe „Fachkräfte-Initiativen“ betreut, betonte: „Im Zentrum der Fachkräfte-Initiative stehen neben speziell auf die Personalsuche von Unternehmen ausgerichtete Informationsangebote, die konsequente Vermittlung und hochwertige Qualifizierung niederösterreichischer Jobsuchender. Das AMS NÖ hat 2019 knapp 30 Millionen Euro für hochwertige Ausbildung und Innovation reserviert. 4.343 Ausbildungsplätze, die mit Lehrabschluss oder Zertifikat abschließen, stehen zur Verfügung.“

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl leitet die Arbeitsgruppe „Lehre mit Matura“ und freut sich, dass der Stellenwert der Lehre in Niederösterreich immer größer wird: „Das zeigen die steigenden Lehrlingszahlen. Wir werden weiter die ‚Werbetrommel‘ rühren und neue Zielgruppen ansprechen. So weisen wir mit unserer Aktion LevelUp! auf die Vorteile einer Lehre nach der Matura hin.“

AK NÖ-Präsident Markus Wieser, Leiter der Arbeitsgruppe „Berufsorientierung“, stellte fest: „Wenn es um Fachkräftebedarf geht, hat das Thema Berufsorientierung eine besondere Bedeutung. Durch rechtzeitige Berufsorientierung entsteht eine Win-Win-Situation. Der Schüler oder die Schülerin sucht und findet eine Ausbildung, die bestmöglich zu den Begabungen passt. Der Unternehmer wiederum kann damit rechnen, eine motivierte und engagierte Fachkraft für sein Unternehmen zu gewinnen.“

IV NÖ-Präsident Thomas Salzer steuert die Arbeitsgruppe „Innovation“: „Wir brauchen mehr Berufsorientierung an den Schulen, mehr Absolventinnen und Absolventen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, weil genau dort die Arbeitsplätze der Zukunft entstehen. Qualifizierte Mitarbeiter sind der Schlüssel zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand.“

Foto: NLK Reinberger

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