MADAGASKAR – traumhafte Strände, wunderschöne Fauna und Flora zeichnen den zweitgrößten Inselstaat der Welt aus. Die wundersame Insel liegt im indischen Ozean. Zirka 400 Kilometer durch die Straße von Mocambique getrennt, liegt Madagaskar vor der Südostküste Afrikas.

Die Republik Madagaskar erreichte ihre Unabhängigkeit erst im Jahr 1958, zuvor war die Insel eine Kolonie Frankreichs. Etwa 25 Millionen Einwohner zählt das Entwicklungsland, die Bewohner heißen Madagassi.

Unsere Reise in Madagaskar beginnt im Hafen von Antsiranana, der fünftgrößten Stadt der Republik ganz im Norden Madagaskars. Hier legen wir mit unserem Kreuzfahrtschiff an der Pier an.

Madagaskar

Mit einem Geländewagen machen wir uns auf dem Weg in den Tsingy Rouge Park. Bereits die Hinfahrt wird zum einmaligen Erlebnis. Eineinhalb Stunden über mehr oder weniger befestigten Straßen. Und mit befestigt meine ich nicht unbedingt asphaltierte Straßen. Tiefe Schlaglöcher sind die Tücke der Reise, ihnen auszuweichen ist die große Herausforderung unseres Fahrers. Er versucht sie immer wieder zu umfahren, was ihm meistens gelingt. Wir durchfahren viele traditionelle Dörfer. 80 Prozent der Madagassen leben hier noch stammeskonform in einfach erbauten Hütten ohne Wasser, ohne Strom. Frauen tragen ihre Last in Körben freihändig auf dem Kopf, Kinder winken vom Wegesrand. Auch wenn unser Wagen schon auseinanderfällt – er wäre sicherlich bei uns in Europa bereits vor 20 Jahren in der Schrottpresse gelandet. Hier sind wir aber der absolute Hingucker. Eine absolute Sensation, vor allem für die Kinder.

Madagaskar

Nach hunderten von Schlaglöchern, welche unser Fahrer übersehen hat, kommen wir im Tsingy Rouge Park an. Ein kleiner Fußmarsch in ein Tal beschert uns dann einen grandiosen Anblick der roten Felsen aus Sandsteinnadeln. Beinahe außerirdisch wirken sie auf uns. Die zerklüfteten, filigranen Steinformationen bilden große spektakuläre Landschaften. Die Felsenwände sind schroff, messerscharf und die Schluchten und Höhlen bilden insgesamt imposante Fotomotive. Sie zählen eindeutig zu den Sehenswürdigkeiten Madagaskars. Die Kalksfelswelten entstanden aus riesigen Korallenbänken, welch sich aus dem Meer erhoben haben und durch Wind und Wasser bizarr ausgewaschen wurden. Die Gesteinsnadeln türmen sich bis zu 40 Meter hoch. Das Wort Tsingy bedeutet „auf Zehenspitzen laufen“ auf Madagassisch.

Madagaskar

Danach geht es die gleiche Strecke zurück. Die Schlaglochanzahl hat sich nochmals vermehrt. Aber es hat sich der Ausflug mehr als gelohnt. Der Weg dorthin mit den atemberaubenden Ausblicken waren die Strapazen Wert. Zurück im Hafen angekommen, stehen wir ehrfürchtig vor unserem Schiff. Wir sind froh wieder in der Zivilisation – so wie wir sie kennen – angekommen zu sein.

Unser zweiter Ausflug führt uns auf die Insel Nosy Be. Ihr Name bedeutet „große Insel“. Mit 325 Quadratkilometern ist sie tatsächlich die größte Nebeninsel Madagaskars, vor der Nordwestküste gelegen. Unser Trip beginnt in Andoany. Die Inselhauptstadt ist auch bekannt unter ihren alten Namen „Hell-Ville“. Hier wohnt auch die Hälfte der 60.000 Inselbewohner. Nosy Be ist vor allem für ihre Traumstrände und ihrer einzigartigen Natur bekannt. Der wunderbare Blütenduft der Ylang-Ylang-Plantagen brachte ihr den Spitznamen „Parfuminsel“ ein. Wir fahren mit dem Bus einmal quer über die Insel nach Andilana. „Andilana Beach“ gilt schlechthin als der Traumstrand von Nosy Be. Er ist gelegen im Nordwesten der Insel. Feiner, weißer Sand und türkisblaues Wasser überzeugen auch uns. Auf der beschwerlichen Fahrt hin und retour sehen wir wiederum viele madagassische Dörfer und deren (Ur-)Einwohner, seltene Pfanzenarten und natürlich auch die für Madagaskar bekannten Lemuren (Halbaffen).

Madagaskar ist sicher eine Reise Wert. Unterschätzen darf man keinesfalls die Kriminalität. Gerade Touristen und Ausländer sind immer wieder Ziele von (bewaffneten) Überfällen. Auch mit Trickbetrügern muss man immer und überall rechnen. Leider vermisst man in Madagaskar auch hygienische Standards. Jedes Jahr müssen von den Behörden groß angelegte Maßnahmenaktionen gegen die Pest gesetzt werden. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

Fotos: © Stefan Schmutz, November 2018