Mülltrennen ist cool

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Nachhaltigkeit hat viele Formen. Gewissenhaft Müll zu trennen, ist eine davon. Damit das in Zukunft mehr Spaß macht, wurde im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl ein Graffiti-Projekt gestartet.

Über 100 Kinder und Jugendliche leben derzeit im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl. Das bedeutet viele volle Mistkübel pro Tag. Wie wichtig es ist, den anfallenden Müll richtig zu trennen, wurde im letzten Jahr gezielt thematisiert. Mit Unterstützung des GVA Mödling, einem der Niederösterreichischen Umweltverbände, erhielten alle SOS-Kinderdorf-Familien und –Wohngruppen Workshops, in denen Kinder, Jugendliche und das Betreuungsteam erfuhren, warum Mülltrennung so wichtig ist und wie man alles richtig macht.

Parallel dazu entstand in den letzten Monaten ein neues Müllhaus. Denn richtige Mülltrennung braucht auch gute Infrastruktur. Für den letzten Schliff des neuen Müllbereichs durften die Kinder und Jugendlichen selbst aktiv werden.

Schöne Hülle für den Müll

Um das Müllhaus richtig „cool“ zu machen, wurde Graffiti-Künstler Colin Linde eingeladen. Für ihn war es nicht der erste Einsatz im SOS-Kinderdorf Hinterbühl. Bereits im Sommer 2018 hat er gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen den Dorfbrunnen verschönert. Auf der grauen Betonwand entstand ein buntes Graffiti, das seit dem alle Blicke am Dorfplatz auf sich zieht.
Dieses Erfolgsprojekt wurde nun fortgesetzt: Colin Linde kam erneut nach Hinterbrühl, um mit den Kindern und Jugendlichen auf den Außenmauern der Müllinsel weitere bunte Akzente im SOS-Kinderdorf zu setzen. Wie schon bei der Brunnen-Verschönerung zählte Colin Linde auch diesmal auf die kreativen Ideen des Graffiti-Nachwuchses. Sie erarbeiteten gemeinsam ein Konzept, aus dem viele Spraydosen später ein Gesamtkunstwerk hervorging, auf das alle stolz sein können.

SOS-Kinderdorf-Leiter Thomas Wick freut sich über den doppelten Nutzen des Projekts: „Das neu gestaltete Müllhaus sieht nicht nur super aus, sondern ist auch in reger Verwendung. Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche an Veränderungen und Entwicklungen zu beteiligen, damit sie diese gerne mittragen.“ Beim aktuellen Projekt zur Mülltrennung hat dies super funktioniert. Alle kleinen und großen DorfbewohnerInnen sind nun Profis in Sachen Mülltrennung und können damit einen wertvollen Beitrag für den Umweltschutz leisten.

Foto: © Michael Pöltl