Neue Europäische Plattform für verstärkte Zusammenarbeit entlang der Donau wurde in Krems gegründet

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Landesverkehrsplaner Werner Pracherstorfer, Mathie Mori, Generalsekretär der Versammlung der Regionen Europas, Landesrat Ludwig Schleritzko und Projektverantwortlicher Christian Popp

ST. PÖLTEN. In Krems wurde gestern der Grundstein für die neue „Danube-Black Sea Gateway Region Cooperation Platform“ gelegt. Ziel dieser Plattform ist die verstärke Zusammenarbeit entlang der Donau, um in Fragen des Warenverkehrs Verbesserungen zu erzielen. „Wir haben ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit im Donauraum gestartet. Wir wollen den Warenverkehr durch Europa umweltfreundlicher machen und die Wirtschaftskraft der Donauländer stärken. Niederösterreich nimmt hier abermals eine Führungsrolle in dieser Zusammenarbeit der Europäischen Regionen ein“, fasst Niederösterreichs Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko zusammen.

Zurzeit wird das Potential der Donau im niederösterreichischen Abschnitt nur zu 10 Prozent genutzt. „Jährlich wären hier 100 Millionen Tonnen an Warentransporten möglich. Wenn man weiß, dass Österreich insgesamt Waren im Umfang von 62 Millionen Tonnen exportiert, sieht man die Bedeutung, die ein Ausbau haben könnte. Ein Vierer-Schubverband auf der Donau könnte 280 LKW ersetzen und so zur Vermeidung von Warenverkehr auf der Straße durch unsere Städte und Dörfer vermeiden“, so Schleritzko.

Möglich soll das durch die Abarbeitung konkreter Maßnahmen werden. „Wir wollen erarbeitete Aktionspläne umsetzen, eine eigenständige Marke am internationalen Markt etablieren, Infrastruktur weiter verbessern und die Zusammenarbeit mit anderen Regionen professionell abwickeln“, hält der Landesrat fest. So will man etwa die standardisierte Ausbildung von Schiffspersonal vorantreiben, neue gemeinsame Dienste, wie ein Schleusenmanagement oder River Information System, entwickeln, die Anbindung der Häfen verbessern oder ihre Funktionalitäten, etwa als Logistikstandorte erweitern

Der Gründung dieser Plattform vorausgegangen sind zwei Jahre an Arbeiten mit insgesamt 30 beteiligten Regionen, Städten und Institutionen. Nunmehr haben in einem ersten Schritt zwei Regionen, drei Städte und sieben öffentliche Institutionen, wie Häfen oder Universitäten, die angesprochene Kooperationsplattform gegründet. Die Plattform wird in einem ersten Schritt innerhalb der ARGE Donauländer organisiert. In Zukunft will man sich als EVTZ (Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit) organisieren, wobei man sich ein Beispiel am Rhein-Alpen-Korridor nimmt, in welchem etwa die Lombardei, die Häfen Rotterdam und Antwerpen oder Mannheim organisiert sind.

Foto: NLK Burchhart

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