Notruf NÖ: Alle 30 Sekunden ein Anruf

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Christof Constantin Chwojka, Notruf NÖ Geschäftsführer, die Familie Bosch mit dem kleinen Henry und Landesrat Martin Eichtinger bei der Präsentation der Bilanz 2018 des Notruf NÖ (v.l.n.r.) Foto: © NLK Burchhart

„2018 hat es über 4 Millionen Kundenkontakte gegeben. Über 1,5 Millionen Anrufe bedeuten, dass alle 30 Sekunden zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Mitarbeiter des Notrufs NÖ den Hörer abgehoben hat. Daraus resultierten über 300.000 Notfallrettungseinsätze“, betonte dabei der Landesrat und erwähnte als besonderes Beispiel den Fall des heute einjährigen Henry Bosch, bei dessen Geburt im Jänner 2018 lebensbedrohliche Komplikationen eingetreten seien. Ein Notrufexperte hatte daraufhin die Rettungskräfte vor Ort telefonisch Schritt für Schritt dabei angeleitet, dem Kind das Leben zu retten.

In Bezug auf die permanente Evaluierung erinnerte Eichtinger daran, dass der Notruf NÖ mit einer Quote von zuletzt 98 Prozent zum mittlerweile vierten Mal als Center of Excellence ausgewiesen wurde: „Unter 3.000 europäischen Einrichtungen haben das nur 140 geschafft. Die bereits vierte Auszeichnung zeigt die hervorragende Arbeit über einen Zeitraum von 12 Jahren.“

Hinsichtlich der Modernisierung und Digitalisierung im Gesundheitswesen sprach der Landesrat u. a. die im Vorjahr eingeführte papierlose Behandlungs- und Transportdokumentation sowie die Direktverrechnung mit den Kostenträgern an. „2018 wurde auch die Notruf-App 13.000 Mal auf Smartphones heruntergeladen. 230 Mal wurden auf diese Weise sofort notwendige Daten direkt übermittelt, im Sinne des grenzüberschreitenden Rettungswesens gelangt die App auch in Tschechien und der Slowakei zum Einsatz“, so Eichtinger.

Chwojka führte aus, dass die derzeit 156 Vollzeitäquivalent-Mitarbeiter an den vier Standorten St. Pölten, Zwettl, Korneuburg und Mödling bis zu 12.000 Anrufe pro Tag entgegennähmen. In einem Ausblick auf 2019 sagte er, dass demnächst mit dem Einsatzleitsystem 4.0 begonnen werde, bei dem bis Anfang 2021 im Vollbetrieb alle Telefon-, Daten- und Websysteme schrittweise erneuert und Vernetzungen mit Diensten wie WhatsApp und Facebook hergestellt würden.

Auch das Versorgungsregister, das den Teams vor Ort Dreiervorschläge für die optimale Versorgungsstätte von Akutpatienten übermittelt, soll noch in diesem Monat starten. Neben der Adaptierung der App für spezielle Bedürfnisse wie etwa Gehörlose sollen auch Smart-Home-Geräte über automatische Meldesysteme in das Notrufsystem eingebunden werden. Nicht zuletzt soll auch die Gesundheitsförderung der eigenen Mitarbeiter mittels Zertifizierung unter Beweis gestellt werden.

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