Offensive für blau-gelbe Bauernmärkte

129
Gerhard Gatterer (So schmeckt NÖ-Partnerbetrieb), Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Seminarbäuerinnen Jenny Gruber und Sonja Illich und Landtagsabgeordnete Doris Schmidl.

Zum ersten Mal fand am St. Pöltner Domplatz ein Bauernmarktfrühstück statt. Dem sollen nun weitere folgen. Das Ziel: Die Anzahl der Bauernmärkte und –läden soll in den nächsten Jahren spürbar erhöht werden.

Eine sichere, regionale Nahversorgung ist wichtiger und gefragter denn je. Daher setzen heimische BäuerInnen vermehrt auf Direktvermarktung und direkten Kontakt zu den KonsumentInnen. Landesweit gibt es derzeit 100 Bauernmärkte und 105 Bauernläden. Diese Zahl soll in den nächsten Jahren auf jeweils 120 gesteigert werden. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf erklärt: „Frische Lebensmittel und typische Spezialitäten aus der Region sind gefragter denn je. Darauf wollen wir speziell in der Woche der Landwirtschaft hinweisen. Bei Bauernmärkten und in Bauernläden sowie in der Direktvermarktung Ab Hof haben die Landwirtinnen und Landwirte die Möglichkeit direkt mit den Kundinnen und Kunden in Kontakt zu treten und ihre Lebensmittel zu verkaufen. Durch die Bauernmarkt-Offensive wollen wir das Bewusstsein für heimische Lebensmittel stärken und die Anzahl erhöhen.“

Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger kennt beide Anliegen – die der Landwirte und die der Kunden sehr genau, denn die Bäuerinnen arbeiten seit vielen Jahren am direkten Dialog zwischen Landwirtschaft und Konsumenten: „Gerade für unsere bäuerlichen Familienbetriebe ermöglichen die direkten Absatzkanäle Wertschöpfung abseits des globalen Preiskampfes. Und aufgrund der wertvollen Gespräche mit unseren Kunden erkennen wir Bäuerinnen neue Bedürfnisse und können neue Produkte entwickeln.“ 

Landwirtschaft ist ein Wirtschaftsmotor

„Mit der Initiative ‚So schmeckt Niederösterreich‘ präsentieren wir seit Jahren regionale Lebensmittel. Mit der Bauernmarktoffensive nehmen wir uns einem Kulturgut der heimischen Kulinarik an und rücken dieses prominent ins Bewusstsein. Auf Bauernmärkten wird der Kontakt zwischen den Bäuerinnen und Bauern mit den Konsumentinnen und Konsumenten gelebt. Dadurch wissen die Kundinnen und Kunden was sie auf ihren Tellern haben und kennen das Gesicht hinter ihren Lebensmitteln“, ist Michaela Hauß, Leiterin der Initiative „So schmeckt Niederösterreich“ überzeugt.

Von den rund 42.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Niederösterreich betreibt ein Viertel Direktvermarktung. „Direktvermarktung ist nicht nur für Bäuerinnen und Bauern als weiteres Standbein wichtig. Vielmehr ist es eine Win-Win-Situation für alle. Die Kunden profitieren von sicheren Lebensmitteln und außergewöhnlichen Spezialitäten. Die Region profitiert von mehr Wertschöpfung und die Ortschaften selbst freuen sich über mehr Lebensqualität, die sie der Bevölkerung damit bieten können“, ergänzt Neumann-Hartberger. Der Produktionswert der rund 10.000 Direktvermarkter lag 2018 bei 226 Millionen Euro. Voriges Jahr wurden von EU, Bund und Land im Rahmen des Programms ländliche Entwicklung für 100 Projekte insgesamt rund 2,25 Millionen Euro an Unterstützungen für Investitionen in die landwirtschaftliche Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung ausbezahlt. Pernkopf: „Im nächsten EU-Budget und auch im nächsten Agrarprogramm müssen diese Mittel wieder bereitgestellt werden. Denn sie sind bestens eingesetzt und kommen nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch den Konsumenten zu Gute. Außerdem beleben Bauernmärkte und Ab Hof-Läden unsere Dörfer und Ortszentren.“

Service-Offensive für Bauernmärkte und Bauernläden

Am St. Pöltner Domplatz präsentierte LH-Stellvertreter Pernkopf die nächsten Schritte. Einerseits wird es in den kommenden Monaten regionale Bauernmarkt-Frühstücke geben, um das Bewusstsein für regionale Lebensmittel weiter zu stärken. Andererseits bietet die Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) im Zuge einer Gemeindeoffensive Schulungen in den Gemeinden an. Die Landwirtschaftskammer NÖ berät seit Jahren intensiv und umfassend alle neugegründeten und bestehenden Bauernmärkte und –läden. Nunmehr wird dieses Angebot durch einen neuen Leitfaden der eNu für Neugründer ergänzt. „Damit liefern wir Best-Practice-Beispiele und leisten zusätzliche Starthilfe für neue Märkte“, freut sich Pernkopf. Zudem wird für alle Bauernmärkte ein einheitlicher Außenauftritt angeboten, Ausstellern wird ein kostenloses „So schmeckt Niederösterreich“-Startpaket zur Verfügung gestellt. Dabei erhalten sie Papiertragetaschen, Servietten und biologisch abbaubare Gemüsesackerl. „Damit zeigen die Bäuerinnen und Bauern einheitlich Flagge und leisten zugleich einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz“, ergänzt der LH-Stellvertreter. Beim Showkochen der Seminarbäuerinnen konnten sich die BesucherInnen durch die heimischen Schmankerl durchkosten.

Bauernmärkte einfach finden

Um den nächstgelegenen Markt rasch zu finden, bietet „So schmeckt Niederösterreich“ online einen Überblick aller blau-gelben Bauernmärkte. Auf www.soschmecktnoe.at/bauernmaerkte gibt es die Möglichkeit, sich die Bauernmärkte bezirksweise oder mittels Umkreissuche anzeigen zu lassen. Weitere Einkaufsmöglichkeiten wie Bauernläden oder Hofläden qualitätsgeprüfter Direktvermarkter sind auf der Website www.gutesvombauernhof.at zu finden.

Über das Beratungsangebot der LKNÖ können sich Interessierte unter direktvermarktung@lk-noe.at oder 050/259 26500 informieren.

Über „So schmeckt Niederösterreich“

„So schmeckt Niederösterreich“ wird seit dem Jahr 2012 von der Energie- und Umweltagentur NÖ betreut. Die Kulinarikinitiative bringt Konsumentinnen und Konsumenten die Vielfalt, die besondere Qualität und die zahlreichen Vorteile heimischer Lebensmittel näher und bietet Bäuerinnen und Bauern eine gemeinsame Plattform. Informationen zu Betrieben und Produkten sind in der „So schmeckt Niederösterreich“-Partnerdatenbank zu finden.

Nähere Informationen zu regionalen, saisonalen Lebensmitteln erhalten Interessierte bei der eNu-Initiative „So schmeckt Niederösterreich“ auf www.soschmecktnoe.at oder unter der Telefonnummer 02742 219 19.

Foto: Hebenstreit

- In eigener Sache -