Personenzentrierte Pflegekultur‘ im Zentrum eines hochkarätigen Symposiums in St. Pölten

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Brendan McCormack, Christoph von Dach, Hanna Mayer, Irene Leu, Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Renate Tewes, Barbara Stöckl, Otto Huber

LR Teschl-Hofmeister: Internationale Experten bestätigen Themenführerschaft und Vorreiterrolle Niederösterreichs

ST.PÖLTEN. Unter dem Titel „Individuelle Gemeinschaft – Personenzentrierung in Pflege und Betreuung“ am 6. November 2019, ein hochkarätiges Symposium des Landes Niederösterreich im Landtagssaal im NÖ Landhaus in St. Pölten statt. Die Initiative dazu ging von Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister aus. Als Keynote-Speaker konnte der renommierte internationale Pflegeexperten Prof. Brendan McCormack von der Queen Margaret University Edinburgh gewonnen werden. Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass bei der Arbeit in den NÖ Pflege- und Betreuungszentren immer der Mensch im Mittelpunkt stehe. „Personenzentrierung bedeutet für uns, die Menschen dabei zu unterstützen ihre Identität zu wahren und weiterhin möglichst selbstbestimmt leben zu können. Der Alltag soll ihnen ermöglichen angemessen an Gesellschaft und Zeitgeschehen teilzunehmen und dabei frei in ihren Entscheidungen zu sein“, sagte die Landesrätin.

Der neue, personenzentrierte Ansatz im Rahmen des Innovationsprojektes in den NÖ Pflege- und Betreuungszentren, wurde in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit Univ.-Prof. Mag. Dr. Hanna Mayer von Institut für Pflegewissenschaft der Universität Wien und ihrem Team entwickelt. „Zwei Perspektiven, jene der Wissenschaft und jene der Praxis, sollten sicherstellen, dass sowohl die aktuelle wissenschaftliche Debatte als auch Fachwissen, Erfahrung und innovative Ideen der Pflegekräfte berücksichtigt werden“, erinnerte Univ.-Prof. Hanna Mayer. Als Ergebnis dieses Prozesses liege nun das Modell „Person(en)zentrierter Praxis in der Langzeitpflege“ vor, erörterte die Pflegewissenschaftlerin.

Es beruht im Wesentlichen auf Forschungsarbeiten von Prof. Brendan McCormack, dem Leiter des Zentrums für personzentrierte Praxisforschung der Queen Margaret University Edinburgh. Er gilt international als „der“ Experte auf dem Gebiet der Entwicklung und Erforschung personzentrierter Pflege, was zu praxisbezogenen Kooperationen etwa in Irland, Großbritannien, Norwegen, den Niederlanden, Kanada oder Australien und jüngst auch in Österreich geführt hat. Das Ergebnis zeige sich als „gelebte personenzentrierte Kultur, was das höchste Outcome einer derartigen Praxis ist“ und sich aus der Mitarbeiter-, Bewohner- und der Angehörigenperspektive erfassen und messen lässt. „Mit dieser Veranstaltung wollen wir eine personenzentrierte Pflegekultur in Niederösterreich weiter etablieren, bisherige Erfolge sichtbar machen sowie die Vernetzung und den Austausch sowohl im Pflege- als auch im Gesundheitsbereich fördern“, erklärte Gruppen- und Abteilungsleiter Dr. Otto Huber vom Amt der NÖ Landesregierung vor den rund 300 Teilnehmenden.

Einblicke in die Praxis gaben drei Experten aus der Schweiz bzw. Deutschland: Dr. Christoph von Dach referierte über „Die Entwicklung personzentrierter Pflege im Akutspital“ am Beispiel der Solothurner Spitäler AG, wo er als stellvertretender Direktor Pflege tätig ist. Über „Personzentrierte Pflege von Menschen mit Demenz“ sprach die Dozentin und DCM-Trainerin Irene Leu. Der Frage „Personenzentrierte Führung in der Altenpflege, wie geht das?“ widmete sich die international tätige Beraterin und Trainerin im Gesundheitswesen, Prof. Dr. Renate Tewes aus Dresden.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion erörterten u.a. Christine Lindenthal MBA, Pflege- und Betreuungsleiterin in den PBZ Bad Vöslau und Klosterneuburg, der Lebenswelt Heim-Präsident Markus Mattersberger MMSc, MBA, die stellvertretende Pflegedirektorin des Landesklinikums Baden-Mödling, Mag.a Katja Sacher BSc, und Pflegemanager Jürgen Strobl vom PBZ Raabs/Thaya, die Möglichkeiten und Herausforderungen der weiteren Entwicklung und Implementierung einer personenzentrierten Pflegekultur in Niederösterreich. Durch den spannenden Tag führte die TV-Journalistin und Moderatorin Barbara Stöckl

Das einhellige Resümee des Symposiums: Mit dem personenzentrierten Ansatz haben das Land Niederösterreich bzw. die NÖ Pflege- und Betreuungszentren nicht nur die Lebensphase der Hochaltrigkeit und ebenso das Pflegesetting in ein neues Licht gerückt, sondern sie sind auf dem besten Weg eine neue Kultur der Pflege zu etablieren. Dies wiederum bestätigte die Themenführerschaft und die Bemühungen des Landes in Sachen Pflege und Betreuung und sozialer Innovation.

Foto: NLK Reinberger