„Schätze teilen – Europäisches Kulturerbejahr“ am 30. September in Niederösterreich

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Persenbeug - Schloss © Schloss Persenbeug

Am 30. September lädt das Bundesdenkmalamt zum österreichweiten Tag des Denkmals 2018, der dieses Jahr unter dem Motto „Schätze teilen – Europäisches Kulturerbejahr“ stattfindet.

Allein in Niederösterreich öffnen bei insgesamt 48 Programmpunkten denkmalgeschützte Objekte – darunter Burgen, Schlösser, Ruinen, Stifte, Kirchen, Stadthäuser, Bauernhäuser, Innenhöfe und Museen – bei freiem Eintritt ihre Tore und ermöglichen einen besonderen Blick auf die Schätze unseres kulturellen Erbes und aktuelle Restaurierungsarbeiten des Bundesdenkmalamtes. Bei einem Workshop zur Baudenkmalpflege können historische Handwerkstechniken wie Kalkbrennen, Ziegelschlagen, Pigmentherstellen, Schmieden, Drechseln, Ziselieren und Steinmetzarbeiten selbst ausprobiert werden. Das detaillierte Programm des Tages des Denkmals ist unter www.tagdesdenkmals.at abrufbar.

Vielfältiges Programm zum Motto „Schätze teilen – Europäisches Kulturerbejahr“ mit Stadtspaziergängen, einem Dutzend idyllischer Innenhöfe und Einblicke in laufende Sanierungsbaustellen

„Gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern hat das Bundesdenkmalamt mehr als vierzig Veranstaltungsorte vorbereitet. Es gibt ein vielfältiges Programm, mit Führungen durch üblicherweise verschlossene Privatobjekte, Ausstellungen, umfangreiche Denkmalanlagen und idyllische Innenhöfe. Man kann Restauratorinnen und Restauratoren bei ihrer Arbeit beobachten. Laufende Sanierungsbaustellen geben ebenso wie kürzlich fertiggestellte Instandsetzungen von Denkmalen Einblick in das breite Themenfeld der Denkmalpflege“, sagt Abteilungsleiter Dr. Hermann Fuchsberger, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Niederösterreich. „Es zeigt auch, wie viele Menschen an der Erhaltung unseres kulturellen Erbes beteiligt sind. Manche Besitzerinnen und Besitzer werden am Tag des Denkmals ihre „Schätze“ mit interessierten Besucherinnen und Besuchern teilen und ihnen die Tore öffnen.“

St. Pölten – Kalvarienberg © A. R. Benesch

Zwei exklusive Stadtspaziergänge durch St. Pölten und 300. Geburtstag des Barockmalers Martin Johann Schmidt

Am Tag des Denkmals 2018 werden in St. Pölten Stadtspaziergänge mit zwei verschiedenen Themenschwerpunkten angeboten. Um 10.00 Uhr führt Architekt Dipl.-Ing. Dr. Alfred R. Benesch durch die Stadtgeschichte. Vor über 260 Jahren wurde auf einem kargen Hochpunkt westlich der Stadt die Kalvarienberg-Gruppe aus St. Pölten gestiftet. Gemeinsam vom Bildhauer Peter Widerin und der Baumeister-Familie Munggenast gestaltet, ist ein Kulturdenkmal als über Jahrhunderte wirksames „memento mori“ mit Blick über die stets wachsende Stadt entstanden. Deren Geschichte und die ihrer Umgebung lässt sich aus dieser Perspektive neu entdecken. Anlass sind die anstehende Sanierung und Revitalisierung der gesamten Anlage am Kalvarienberg, um sie wieder als öffentlichen Hotspot der Kultur zu stärken.

Bei einem zweiten, nur am Tag des Denkmals 2018 stattfindenden, Stadtspaziergang um 15.00 Uhr führt Dipl.-Ing. Dr. Alfred R. Benesch durch die Gründerzeit St. Pöltens. Vor 170 Jahren hat die Stadt begonnen, aus ihren alten Grenzen, der umgebenden Stadtmauer auszubrechen. Rund 20 Jahre danach ist das Schulzentrum mit Schulplatz entstanden. Daraus wurde später der Schillerplatz. Ausgehend vom ehemaligen Stadtgraben und mit Blick auf die städtebauliche Entwicklung der alten Stadtbefestigung kann die Geschichte der Stadt und ihrer Gesellschaft aus einer neuen Perspektive entdeckt werden. Anlass ist die Neugestaltung des Schillerplatzes. Dieser soll wieder ein öffentlicher Treff- und Kommunikationspunkt und als sozialer Raum gestärkt werden.

Anlässlich des 300. Geburtstages des bedeutenden niederösterreichischen Malers des Spätbarocks – der sogenannte Kremser Schmidt – kann man dem Restaurator bei der Restaurierung des Altargemäldes in Wösendorf über die Schulter blicken und mehr über die Techniken der Gemälderestaurierung erfahren. Auch die von Kremser Schmidt geschaffenen Gemälde in der Schlosskapelle Ochsenburg in St. Pölten werden exklusiv am Tag des Denkmals 2018 präsentiert.

Allensteig – Ehemaliger Hager’scher Freihof © Erika Schrinner

Besitzer öffnen am Tag des Denkmals ihre „Schätze“ für interessierte Besucherinnen und Besucher

Im Waldviertel werden der Hager‘sche Freihof in Allentsteig und ein Bauernhaus in Zweres/Jagenbach – beides in Restaurierung begriffene Bauwerke in Privatbesitz – ausschließlich am Tag des Denkmals 2018 ihre Tore für Besucherinnen und Besucher öffnen. Die Eigentümerinnen und Eigentümer werden dabei Einblicke in ihre Schätze geben und von ihren Sanierungsmaßnahmen berichten. In Allentsteig wurde im Denkmal eine Mikrobrauerei eingerichtet, in der an diesem Tag ein spezielles Hager Ale gebraut werden wird.

Tag des Innenhofes: In Niederösterreich öffnen sich am Tag des Denkmals 2018 zwölf Innenhöfe interessierten Besucherinnen und Besuchern

Im Rahmen des heurigen Tages des Denkmals bietet die „Initiative.DENKmal.KULTUR“ gemeinsam mit ihren Mitgliedern einen eigenen Schwerpunkt „Tag des Innenhofes“ an, bei dem Innenhöfe von historischen Objekten der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Alleine in Niederösterreich öffnen zwölf Innenhöfe ihre Tore. Die meisten von ihnen stehen Besucherinnen und Besuchern unter dem Jahr nicht für Besichtigungen offen. Am Tag des Denkmals bietet sich Interessierten daher eine einmalige Möglichkeit, sonst verborgene Schätze zu entdecken.

Am Tag des Denkmals kann in Persenbeug exklusiv der idyllische, begrünte Innenhof des Schlosses besichtigt werden. Man erreicht den malerischen Hof durch das südöstliche Tor eines Torbaus, geht dann entlang des Zwingers unmittelbar am Steilabsturz zur Donau und schließlich durch ein zweites Tor. In der Mitte des großzügigen fünfeckigen Hofes befindet sich ein spätbarockes Brunnenbecken. Die Bauten sind wohl ab 1620 nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg entstanden. Vom Hof aus erblickt man den mächtigen, fünfgeschoßigen Hauptturm mit barockem Zwiebeldach, ein charakteristischer Stiegen- und Uhrturm des Frühbarocks. Gegenüber befindet sich der Michaelerturm. Bei Schönwetter findet um 10.00 Uhr die Heilige Messe mit anschließendem Frühschoppen statt. Um 13.00 Uhr fasziniert ein Literatur- und Jazz-Café.

Mauerbach – Kartause © BDA

Historische Handwerkstechniken wie Kalkbrennen, Ziegelschlagen, Pigmentherstellen, Schmieden, Drechseln, Ziselieren und Steinmetzarbeiten selbst ausprobieren bei Workshop zur Baudenkmalpflege

Am Tag des Denkmals 2018 öffnet die Kartause Mauerbach, das Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes, seine Pforten und bietet ein vielfältiges Programm. Zahlreiche Ausstellungen sind bei freiem Eintritt zugänglich, wie die heurige Sonderschau „PARKETT“, die sich den historischen Holzfußböden widmet: vom einfachen ländlichen Bretterboden und Holzstöckelpflaster zum aufwändig gestalteten Intarsienboden. Die Ausstellungen „STEINsichten“ im Lapidarium oder „ZEITfenster“ über historische Fenster und deren Restaurierung im Kreuzgang sind ebenfalls zu bewundern. Ein besonderes Highlight und Angebot am Tag des Denkmals 2018: Bei einem Workshop zur Baudenkmalpflege können Besucherinnen und Besucher unter Anleitung von Fachleuten historische Handwerkstechniken wie Kalkbrennen, Ziegelschlagen, Pigmentherstellen, Schmieden, Drechseln, Ziselieren und Steinmetzarbeiten selbst ausprobieren.

Informationen zu allen Programmpunkten am Tag des Denkmals unter:

tagdesdenkmals.at
facebook.com/TagDesDenkmalsInOsterreich

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