Bei Flugkraftstoffen gibt es derzeit keine Beimischung oder Substitution mit biogenen Treibstoffen, wie es bei Otto- und Dieselkraftstoffen der Fall ist. Eine Substitutionsverpflichtung wäre eine der wirksamsten Maßnahmen zur Emissionsreduktion in Zukunft. Die Fluglinien selbst sind auf der Suche nach Möglichkeiten zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und setzen hier stark auf die Forschung im Bereich Biokerosin. „Österreich hat bereits seine Hausaufgaben gemacht und könnte durch die Errichtung von Fischer-Tropsch Anlagen, mit überschaubaren Investitionskosten, die Konjunktur und damit die Wirtschaft ankurbeln und den Holzmarkt entlasten. Österreich kann und muss seine Vorreiterrolle in der Gewinnung von Treibstoffen aus Biomasse weiter ausbauen“, so Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ.

770.000 Tonnen Kerosin wurden von der AUA (2018) benötigt, das entspricht 2,4 Millionen Tonnen CO2. „Mit einer Substitution eines Teils des Verbrauchs mit Biokerosin könnte mittelfristig eine erhebliche Menge an CO2 eingespart werden“, erklärt Schmuckenschlager. Biokerosin ist technisch einsetzbar und wird auch seitens der Flugfahrt bereits verwendet. Auch der am Boden benötigte Diesel von rund 260.000 Liter und 94.000 Liter Benzin könnte relativ einfach durch heimische Biokraftstoffe ersetzt werden, da es sich hier um nicht einmal 0,1% der Jahreserzeugung in Österreich handelt.

Im Zuge der Überlegungen zur Rettung der AUA müssen auch zukunftsweisende Entscheidungen gesetzt werden. Investitionen in den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Österreich durch die Errichtung einer Anlage, die aus Holz unter Anwendung des Fischer-Tropsch-Verfahrens normkonformen Dieselkraftstoff erzeugt, sind mehr als nur sinnvoll. Die TU finalisiert derzeit eine Machbarkeitsstudie, die alle relevanten Indikatoren zu Kosten, Hochfahrkurven, Fördersysteme und die schnellst mögliche Umsetzung beinhalten.

So erhalten und schaffen wir Arbeitsplätze – nicht nur 7.000 bei der Austrian Airlines und nochmal so viele in der Verarbeitung – sondern ebnen auch einen Weg zu einer gewissen Selbstversorgung mit Treibstoff, die unabhängig von den Entscheidungen der Ölförderländer macht. „Die Chance ist groß für alternative Treibstoffe ‚Made in Austria‘ für die etwaige Verwendung in allen möglichen Fahrzeugen“, schließt Schmuckenschlager.

Fotocredit: LK NÖ/Franz Gleiß