Schnabl/Zuser: „Handy weg vom Steuer!“

1270
Ferdinand Zuser, Michael Fertl, Franz Schnabl)

Explodierende Unfallzahlen durch Unaufmerksamkeit erfordern Konsequenzen – Vormerkdelikt und strengere Strafen

Vor uns liegt ein verlängertes Wochenende und viele Eltern und ihre Schulkinder befinden sich möglicherweise gerade mitten in der Herbstferien-Zeit bereits in einem Urlaubsdomizil. Das Genießen der wunderschönen Seen, die Reise in die Berge durchbricht also gerade wieder Schul- und Arbeitsalltag und verschafft eine willkommene und verdiente Auszeit, um die Batterien wieder aufzuladen. „Mir ist es ein besonderes Anliegen mich bei der Verkehrspolizei zu bedanken, die alles in ihrer Macht Stehende tut, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Danke für den Einsatz der vielen Polizistinnen und Polizisten in den wohl forderndsten Zeiten des Jahres – Ferienzeiten und verlängerte Wochenenden. Weiters danke ich auch allen VerkehrsteilnehmerInnen bereits vorab für ihr umsichtiges Lenken des Fahrzeuges und, dass sie im Sinne der Verkehrssicherheit auf die Einhaltung der Regeln achten und keine gefährlichen, unüberlegten Manöver vollziehen“, richtet sich Schnabl an alle, die sich auf den Straßen Österreichs bewegen.

In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellt der für Verkehrsrecht zuständige LHStv. Franz Schnabl das Motto „Handy weg vom Steuer“, da aus der Unfallstatistik klar herauszulesen ist, dass das Telefonieren am Ohr bzw. Schreiben und Lesen diverser Nachrichtendienste ungleich öfter zum Unfall führt und auch mehr Opfer im Straßenverkehr fordert als alle anderen Ursachen, die Unfälle hervorrufen. „Wir alle sollten uns stets vor Augen halten, dass man Gesetze nicht aus Jux und Tollerei erlässt, sondern weil sie im äußersten Falle Menschenleben schützen sollen – das eigene, aber möglicherweise auch jenes von Unbeteiligten, die zum Opfer werden. Unachtsamkeit und Ablenkung durch Handyspielereien sind die mit Abstand häufigste Unfallursache“, weiß Schnabl.

Während die Unfälle insgesamt rückläufig (2016 schlugen noch 38.466 zu Buche, 2018 waren es nur noch 36.846) und auch die tödlichen Verkehrsunfälle (von 2016 noch 415,d auf 2018 mit 394) deutlich gesunken sind, sind die Zahlen von Unfällen und tödlichen Unfällen im Bereich „Unachtsamkeit und Ablenkung“ deutlich gestiegen. 2016 gab es mit 12.818 noch bedeutend weniger Unfälle durch Ablenkung als 2018 mit bereits 13.866. Die tödlichen Unfälle sind von 101 auf 114 gestiegen.

„Wer mit dem Handy am Ohr im Auto telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille. Die Gefahr, die von handytelefonierenden KFZ-LenkerInnen ausgeht, ist eklatant. Laut Erhebungen des KfV führen Österreichs Autofahrer täglich mehrere hunderttausend Telefonate ohne Freisprecheinrichtung. Ohne diese Unfälle durch Ablenkung würde sich die Unfallquote um mehr als ein Drittel reduzieren und 114 Menschen könnten noch leben. Es ist der Tenor aller KollegInnen, die uns berichten, dass sich das Hantieren mit dem Handy während der Fahrt – SMS, Mail und WhatsApp lesen oder schreiben – gegenüber dem Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung wesentlich verstärkt hat“, weist Zuser auf damit noch einmal erhöhtes Gefahrenpotential hin. 2018 wurden in NÖ 24.504 Organstrafverfügungen bzw. Anzeigen ausgestellt, 2016 waren es noch 22.847.

LHStv. Schnabl möchte sich auch Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sehr genau ansehen und meint damit geplante Projekte bzw. Bevölkerungsbegehren auf 30er-Zonen, Schutzwege bzw. Begegnungszonen, etc. „Mir ist wichtig, dass es für Erwachsene, wie auch für Kinder laufend Verbesserungen der Verkehrssicherheit in allen Bereichen gibt, um die Zahlen der Verkehrstoten deutlich in Richtung NULL zu treiben.“ Entscheidend bei der Etablierung von derartigen Beruhigungszonen sei selbstverständlich die Kontrolle durch die Verkehrspolizei. Denn, wo jemand einmal schon gestraft wurde, achtet er daraufhin ein Leben lang, sich genau dort vorsichtig und korrekt zu verhalten. Verstärken möchte LHStv. Schnabl die Bemühungen das öffentliche Verkehrsangebot auszubauen und zu verbessern, was auch das 365-Euro-Jahres-Öffi-Ticket beinhaltet: „So kommen wir nicht nur den Klimazielen näher, sondern auch den Verkehrssicherheitszielen.“

Zusammenfassend beschreibt abschließend Schnabl seine Ziele, wie der mit Abstand häufigsten Unfallursache der Kampf angesagt werden kann: „Was es braucht sind härtere Strafen für Handy-Telefonie und Hantieren mit dem Mobiltelefon und damit auch die Einführung eines Vormerkdelikts. Niederösterreich wird darauf drängen diese Maßnahmen voranzutreiben und rasch umzusetzen.“

Foto: Herbert Käfer (SPÖ NÖ)