Sommerspaß statt Hitzekoller

466

Seit Tagen Hitzewelle und noch kein Ende in Sicht. Körperliche Anstrengung im Freien, überheizte Autos oder zu wenig Flüssigkeit können dem Körper massiv schaden – das Rote Kreuz hilft nicht nur im Notfall, sondern auch mit Tipps zur Vorbeugung.

Sommer und Sonne sind unmittelbar mit Urlaub und Erholung verbunden. Gerade bei hohen Temperaturen sind aber einige Vorsichtsmaßnahmen ratsam. „Am wichtigsten ist, dass man die drei Grundregeln befolgt. Erstens nie auf die Kopfbedeckung vergessen, zweitens genügend (nicht alkoholische) Flüssigkeit zu sich nehmen, drittens nicht in der prallen Sonne liegen“, erklärt Chefärztin Elfriede Wilfinger, Rotes Kreuz Niederösterreich. Diese Maßnahmen sind wichtig, um Sonnenstich, Sonnenbrand oder der gefährlichen Dehydrierung vorzubeugen. „Wesentlich ist auch, dass man eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwendet, denn die meisten Hautkrebserkrankungen entstehen durch die Sonneneinstrahlung.“

Die wichtigsten Tipps im Überblick:

  • Auch kurzzeitige Aufenthalte in parkenden Fahrzeugen können für Kleinkinder, Tiere, ältere und kranke Menschen gefährlich werden; die Temperatur steigt hier sehr schnell auf über 50 Grad an.
  • Pro Tag sollten mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit getrunken werden – möglichst Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte, aber keinesfalls Alkohol oder koffeinhaltigen Getränke (z.B. Kaffee, Cola); außerdem sollte leichte Kost auf dem Speiseplan stehen.
  • Körperliche Anstrengungen (vor allem im Freien) sollten möglichst vermieden bzw. an den Tagesrand (morgens, abends) gelegt werden.
  • Im Schatten bleiben! Wer in der prallen Sonne liegt, riskiert neben Sonnenbrand auch Hautkrebs und Kollaps.
  • In der Sonne sollte stets eine Kopfbedeckung getragen werden – dies gilt besonders für Kinder und Babies.
  • Nicht kalt duschen, sondern mit lauwarmem Wasser, um sich zu erfrischen. Das öffnet die Poren und der Körper gibt die Wärme besser ab. Kalte Duschen bringen hingegen nur noch mehr ins Schwitzen, weil sich die Blutgefäße zusammenziehen und die Wärme schlechter entweichen kann.
  • Verdunstendes Wasser kühlt. Gesicht, Arme, Unterschenkel und Füße mit einer Sprühflasche besprühen. Vor allem ältere Menschen brauchen Abkühlung. Sie schwitzen weniger als Jüngere. Dadurch wird ihre Körpertemperatur nicht ausreichend reguliert.
  • Damit die Hitze draußen bleibt, untertags Vorhänge, Jalousien und Fensterläden schließen. Morgens und abends gut durchlüften und idealerweise die Fenster nachts offenlassen.

„Kümmern Sie sich um Ihre Mitmenschen“, appelliert Wilfinger. „Fragen Sie doch Ihre Nachbarn – besonders dann, wenn es sich um ältere Menschen handelt, wie sie mit der Hitze zurechtkommen und ob sie Unterstützung benötigen.“

Erste Hilfe Tipps

Kommt es dennoch zu Krämpfen (Arme, Beine), Schwindel, Schwächegefühl, sehr roter oder sehr blasser Haut, so besteht die Gefahr bis hin zum Kreislaufkollaps. „In diesen Fällen ist es besonders wichtig, richtig und schnell zu reagieren“, erklärt Elfriede Wilfinger.

Erste Hilfe bei „Hitzeopfern“:

  • Patienten in den Schatten bringen.
  • Der Oberkörper sollte bei Patienten, die bei Bewusstsein sind, bei rotem Kopf erhöht, bei blasser Haut flach gelagert werden.
  • Kleidung möglichst lockern oder öffnen.
  • Den Patienten kühlen (feuchte Umschläge auf den Kopf geben) und – wenn er bei Bewusstsein ist – zu trinken geben (Mineralwasser).
  • Notruf wählen: 144

Foto: ÖRK / H. Kellner

- Bezahlte Anzeige -