Zum zweiten Mal gab‘s in diesem Jahr ein Rennen zur Österreichischen Rallycross-Staatsmeisterschaft im Waldviertel. Diesmal setzten sich die Favoriten durch.

  • 100 Starter aus 5 Nationen
  • Höller und Schadenhofer halten dagegen
  • AUT-Klassensiege für Frieszl und Stachelberger

In der kleinen Gemeinde nahe dem Stift Altenburg und der Bezirkshauptstadt Horn gab’s zwei Tage lang Rennaction zu erleben und alles zu sehen, was den Trendsport Rallycross auszeichnet: Ein Sprintrennen nach dem anderen, harte Zweikämpfe, freier Zugang zum Fahrerlager und gemischte Wetterbedingungen, die auch die Fahrer – zumindest am ersten Renntag – vor eine weitere Herausforderung stellte.

Außerdem wurde die „Achterbahn“ mit ihren schnellen Auf-und-ab-Passagen vor dem Rennen um eine Attraktion reicher: Der neue Sprung auf der Gegengerade forderte zwar Material, aber dem Großteil der Fahrer zauberte er auch ein breites Grinsen aufs Gesicht. Speziell die Supercars sprangen zur Freude der übers Wochenende rund 1000 gezählten Zuschauer um Weitenrekorde. Um Punkte wurde diesmal in der Österreichischen und Ungarischen Meisterschaft gerungen.

Supercars

Einmal hieß der Favorit nicht Alois Höller (OÖ, Ford Fiesta). Europameisterschafs-Fahrer Tamás Kárai (HUN, Audi A1) hielt die Konkurrenz wie erwartet meilenweit in Schach. Publikumsliebling Höller gelang es allerdings, mit dem selbstaufgebauten Rennauto das ehemalige WM-Auto in Besitz von Zoltán Vass (HUN, Audi A1) zu biegen und Rang 2 zu holen. Csaba Spitzmüller (HUN, Škoda Fabia) wurde Vierter, an seinen Sieg aus dem ersten Vorlauf konnte er in weiterer Folge mit einigen Fehlern nicht mehr anknüpfen.
Pech für den zweiten Österreicher bei den Supercars: Im Training beschädigte sich Roland Rohrer (B, Mitsubishi Lancer) bei der Landung nach dem neuen Sprung die Ölwanne und zerstörte damit in Folge den Motor.

Super1600

Weniger los dieses Mal bei den Super1600ern: Erwin Frieszl (St, Peugeot 208) hatte die Konkurrenz im Griff. Der Steirer ließ auch den wie erwartet flotten Sándor Bernát-Lukács (HUN, Peugeot 206) hinter sich. Lukas Dirnberger (OÖ, Škoda Fabia) holte übers Wochenende gesehen sogar mehr Punkte als der Ungar, im Finale wurde er Dritter. Markus Köberl (NÖ, Citroën Saxo) landete in der Wochenend-Wertung „nur“ auf Rang 4, auch weil er im ersten Vorlauf ausschied.

Super Touring Cars über 2 Liter Hubraum

Das härteste Duell um den Klassensieg lieferten sich das gesamte Wochenende über Zoltán Koncseg (HUN, BMW M3) und Karl Schadenhofer (NÖ, VW Golf). Nach den Vorläufen lag Schadenhofer einen Punkt vor dem Sieger des Frühjahrsrennens, und somit auch auf Poleposition fürs Finale. Dort schnappte sich Koncseg mit dem Hecktriebler-Vorteil beim Start die Führung, auch eine frühere Jokerlap half Schadenhofer nicht – mit unter einer Sekunde Rückstand musste er sich letztlich knapp geschlagen geben.
Johann Eigenbauer (NÖ, Škoda Fabia) plagte sich übers Wochenende gesehen mit allerhand Problemen, die ihm auch einen Start im Finale vermiesten.

Super Touring Cars bis 2 Liter Hubraum

Roman Častoral (CZE, Opel Astra) bleibt der Benchmark bei den Tourenwagen unter 2,0 Liter. Er gewann alle fünf Wertungsläufe des Wochenendes. Einziger und damit bester Österreicher im Finale wurde Dominik Glinz (NÖ, Renault Clio). Randnotiz: Der von den Jordanichs betreute Jo van de Ven (NLD, Honda Civic) wurde Vierter.

Super Touring Cars bis 1,6 Liter Hubraum

Toll besetzt war dieses Mal die STC bis 1,6 Liter: Patrik Herczig aus Ungarn (Škoda Fabia) gewann vor Landsmann Balázs Körmöczi (Suzuki Swift). Patrick Riedl (NÖ, Citroën Saxo) landete auf Rang 3, Stefan Kellner (NÖ, Peugeot 106) beim Comeback als Rallycrosser auf Rang 4.
Bester im kfz1.com-Cup, für die im Hauptfeld technisch unterlegenen Autos: Andreas Hipfl.

National 1600

Turbulent wie eh und je ging’s in der wettbewerbsmäßig engsten Klasse zu: Der amtierende Juniorenmeister Nico Stachelberger (NÖ, Peugeot 106) ist nach seinem Sieg in Fuglau der aussichtsreichste Kandidat für den Titel. Zwar punktete auch Robert Vogl (NÖ, Citroën Saxo) übers Wochenende gesehen stark, doch im Finale bremste ihn ein Reifenschaden. Am Podest standen neben Stachelberger Kevin Schermann (B, Peugeot 106) und JW-Racing-Fahrer Keke Platzer (St, VW Polo), der in der letzten Kurve noch Thomas Handlos (NÖ, Citroën Saxo) vom heißersehnten Stockerlplatz verdrängte. Michael Kittel (NÖ, Citroën Saxo) holte mit Rang 4 die beste Saisonplatzierung. Ein Wörtchen um die Spitzenplätze mitgeredet hätte auch Roland Frisch (NÖ, Peugeot 106), ein Defekt verhinderte seinen Start beim Finallauf.

Ungarische Markenpokale

Die Sieger in den ungarischen Cups: Roland Czakó (Klasse Magyar), Máté Benyó (Mazda MX-5), Dániel Panyik (Opel Astra), „Kisharsányi“ (Suzuki Swift), Szebasztián Papp (Junior)

Wie geht’s weiter?

Die Veranstalter des Motorsport Teams Mostviertel und vom Leru Motorsport Team 2 hoffen, auch im nächsten Jahr wieder einen Event auf diesem Level ausrichten zu können, die Entscheidung über eine Fortsetzung fällt im Winter. Weiter geht’s in diesem Jahr jedenfalls in der Österreichischen Staatsmeisterschaft mit den Rennen in Greinbach (24./25.8.), am Wachauring (31.8./1.9.) und in Maggiora, Italien (19./20.10.; nicht für alle Klassen).

Fotos: Markus Karner