Start des österreichweit ersten Pflegeanfrage-Service: Niederösterreich ist Vorreiter in der Patientensicherheit

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Leiter Informationszentrum für Pflegende Martin Fangmeyer, Leiterin Ärzteinformationszentrum Anna Glechner, Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und NÖGUS Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger

Eichtinger/Teschl-Hofmeister: Land NÖ investiert € 120.000 für einzigartiges Projekt im Bereich der Pflegeentwicklung

Nach der erfolgreichen Implementierung des Ärzteinformationszentrums folgt am 14. Oktober am Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, an welchem auch Cochrane Österreich angesiedelt ist, die Eröffnung des evidenzbasierten Pflegeinformationszentrums.

„Das Pflegethema ist uns in Niederösterreich ein persönliches Herzensanliegen. Dieser einzigartige Service hilft Pflegenden in der Praxis, evidenzbasierte, effektive Pflegeinterventionen zu setzen, Risiken zu vermeiden und die Versorgungsqualität zu steigern“, betonen NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger und Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und führen weiter aus: „Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Attraktivieren der Pflegeberufe gesetzt und schafft eine hochwertige Wissensbasis für die größte Berufsgruppe im niederösterreichischen Gesundheitswesen.“

Im Rahmen der Pflege betreuen Gesundheits- und Krankenpflegepersonen PatientInnen mit körperlichen und psychischen Erkrankungen oder klären über Präventionen und Gesundheitsförderungen auf. Wie im Bereich der Medizin ist auch bei der Pflege das Informationsangebot so stark angewachsen, dass es für Praktikerinnen und Praktikern oftmals schwierig ist, aus der Fülle an Studien gesichertes Wissen für die konkrete Anwendung zu finden. In Zukunft können die Gesundheits- und Krankenpflegerpersonen der niederösterreichischen Landeskliniken ihre Fachfragen online stellen und Probleme schildern. Expertinnen und Experten vom Informationszentrum für Pflegende werden die Fragen auf Basis wissenschaftlicher Studien beantworten und die Informationen online bereitstellen.

„Das Pflegeinformationszentrum fördert den Transfer von wissenschaftlichen Daten in die Praxis. Wir haben die Möglichkeit aktuelle Forschungsergebnisse zu informieren und deren Umsetzung zu fördern, indem wir Fachfragen durch gezielte und transparente
Analysen beantworten“, Martin Fangmeyer, BScN MScN, Leiter des Pflegeinformationszentrums am Zentrum Cochrane Österreich.

„Das Informationszentrum für Pflegende profitiert von der Expertise des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie und dem Ärzteinformationszentrum. Wir verfügen über einen Zugang zur Fachdatenbanken und werden von einer Expertin für systematische Literatursuche unterstützt“, erklärte Dr. Anna Glechner, Leiterin des Fachbereiches Ärzteinformationszentrum.

Die Grundleistung für dieses österreichweit einzigartige Projekt wurde an der Karl Landsteiner Privatuniversität am Fachbereich Pflegewissenschaft entwickelt. Mit Oktober 2019 wird dieses Info-Service an die Donau-Universität Krems – Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie überführt. Dadurch wird dieses Projekt in die Regelversorgung gebracht. In einem zweiten Schritt ist eine Ausweitung auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflege- und Betreuungszentren des Landes Niederösterreichs angedacht.

Foto: NÖGUS