The American Way of Drive

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AUTOTEST Jeep Compass 2.0 MultiJet II 140 AT AWD

Die aktuelle Version des Compass kann, was Kundinnen und Kunden von einem originalen Jeep erwarten: cruisen in Vollendung und Akrobatik im Gelände! Beides gelingt dem kompakten SUV auf gewohnt typisch amerikanische Art, besonders in Verbindung mit dem 140 PS Turbodieselmotor und der 9-Stufen Automatik.

In aktuellem Alpine weiss begutachten wir den fast exakt 4,40 m langen und 1.615 kg schweren Jeep. Typisches Markenzeichen von vorne ist der schwarze 7-Slot -Kühlergrill, seitlich sind es die markant geformten Radhäuser. Generell wird das Exterieur mit viel Chrom verziert – ebenfalls typisch für einen waschechten Ami. „Berädert“ ist der Compass mit gefälligen 18-Zöllern, dies stellt sich als gute Kompromissbereifung sowohl fürs Gleiten als auch für spätere Geländetests heraus.

Im Innenleben gibt sich der Compass besonders luxuriös. Unser Testwagen in der Ausstattungslinie „Limited“ präsentiert sich wohnlich, hochwertig und voll bepackt mit vielen Luxus- bzw. Sicherheitsfeatures. Wir sitzen erwartungsgemäß auf feinen Leder/Stoffsitzen mit Sitzheizung vorne, auch das griffige Volant ist beheizbar und trägt die wichtigsten Multifunktionstasten. Liebe zum Detail beweisen die Leute von Jeep durch fein eingearbeitete, rote Kontrastnähte in den Sitzwangen. Dominierend sind aber das optionale, individuell konfigurierbare 7-Zoll TFT Farbdisplay im Armaturenbrett und das mittig platzierte Uconnect 7-Zoll Multimediasystem mit der Bedienung via Touchscreen oder Sprachbefehlen – AppleCarPlay und Android Auto sind selbstverständlich eingebunden. Viel Spaß bereitete uns unterwegs auch das eingebaute Beats Premium Soundsystem mit neun Lautsprechern plus Subwoofer und einer Musikleistung von 505 Watt(!).

Insgesamt stellt der Compass vorne wie im Fond sehr großzügig bemessene Fußfreiheit zur Verfügung und schafft bequem Platz für 5 Erwachsene samt Gepäck: auch der Kofferraum ist üppig ausgefallen und eben ohne Ladekante zu beladen!

Obwohl mit dem Namen Jeep ja eigentlich immer sofort Berggipfelbesteigungen und schweres Terrain assoziiert wird, starten wir unsere Testfahrten mit dem Compass auf der Autobahn und Überland. Nach dem Kaltstart vornehm zurückhaltend zeigt sich der R-4 Zylinder Common Rail Turbodiesel, die 9-Stufen-Autotmatikgetriebe wechselt geschmeidig die Gänge, zügig beschleunigt der Compass auf der Autobahn in Richtung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Den Standardsprint auf 100 km/h stoppten wir mit exakt 10 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h. Überland cruist der Amerikaner mit bemerkenswert gutem Federungskomfort, der SUV fühlt sich aber auch in engen Kurvenradien recht kompakt an. Mit 350 Nm Drehmoment steht auch in den unteren Drehzahlbereichen ausreichend Durchzug zur Verfügung und daher ist auch die Automatik vor hektischen „Rauf/Runter-Schaltmanövern“ befreit – die Geräuschkulisse bleibt für die Insassen stets angenehm im Hintergrund. Assistenzsysteme gibt es an Bord zu Hauf: Adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelassistent, hintere Querbewegungserkennung, Parkview-Rückfahrkamera, Parkassistent für Längs- und Querparken, etc.

Last but not least – wie funktioniert der Jeep Compass im Gelände: bei Jeep hat man dazu das Allradsystem „Jeep Active Drive“ samt Hinterachsentkopplung entwickelt. Außerdem lassen sich über das Fahrerassistenzsystem „Select Terrain“ aus bis zu vier verschiedenen Fahrbahn- bzw. Untergrundbeschaffenheiten auswählen: Auto-, Snow-, Mud- und Sand (bei der Ausstattungslinie Trailhawk noch zusätzlich der Rock-Modus). Auf Wunsch überwacht der Auto-Modus ständig alle Daten aus Straßenverhältnissen, Traktion und Geschwindigkeit, steuert punktgenau Fahrwerksregelung und Hinterachsabschaltung und setzt gezielt Allrad- oder reinen Frontantrieb ein.

Beim Vorwärtskommen im Gelände „macht der Jeep Compass jedenfalls keine Gefangenen“, mit einer Wattiefe von 40,6 cm machte sogar das Furten der Ybbs kompromisslosen Spaß.

Dass im Ami moderne Technik zum Einsatz kommt beweist der Spritverbrauch: im Testmittel verbrauchten wir zwischen 5,9 und 7,4 l Diesel auf 100 km/h, wobei wir mit dem komfortablen Jeep viel lieber auf Autobahnen und Landstraßen unterwegs waren, als im steilen Gelände.

Fazit: Auch der Compass erfüllt eindrucksvoll die hohen Erwartungen die an die Automobilmarke Jeep gestellt werden. Wir verstehen den Compass sogar eher als komfortablen SUV für die Urlaubsreise, allerdings mit den technischen Reserven zum Hardcore-Abstecher ins Geäst. Fahrleistungen, Verbrauch und Qualität sind stimmig mit dem Einstandspreis von 28.390 Euro.

Fotos: slz