Vorsorge Gefäßgesundheit – Früherkennung zählt!

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Screening- & Infotage in 5 Bundesländern von 8. bis 12.Oktober 2018

Gescreente leben länger und besser! Das Bauchaortenaneurysma gehört zu den gefährlichsten Gefäßerkrankungen bei über 60-Jährigen. Mittels Bauchultraschall lässt es sich gut erkennen. Die Effekte des Screenings beschränken sich dabei nicht nur auf die Früherkennung von Aneurysmen – erweiterte Bauchschlagadern, die bei Ruptur zum Tod führen können –, sondern ermöglichen auch die Früherkennung von Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt.

Im Rahmen der Gefäßgesundheitstage von 8. bis 12. Oktober 2018 führen die Gefäßspezialisten der mitwirkenden Gefäßambulanzen eine Bauchultraschalluntersuchung durch und informieren umfassend zum Thema Gefäßgesundheit. Ein Bauchaortenaneurysma – eine Ausweitung der Bauchschlagader – kann dadurch leicht festgestellt werden. Frühzeitig entdeckt, wird ein Aneurysma mitunter nie behandlungsbedürftig. Indem man zusätzliche Risikofaktoren eliminiert – Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen – steigen Lebensqualität und Lebenserwartung. Geschätzte 70.000 Österreicher sind von einem Bauchaortenaneurysma betroffen. „Es ist höchste Zeit, auch in Österreich diese einfache Vorsorgeuntersuchung anzubieten, die nicht nur Leben rettet, sondern auch die gesunde Lebenszeit verlängert“, so Prim Priv.-Doz. Dr. Afshin Assadian, Vorstand der Gefäßchirurgie im Wilhelminenspital Wien und wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich.

Alle Informationen zu den teilnehmenden Ambulanzen, Aktionstagen, Uhrzeiten und Anmeldungen unter www.gefaessforum.at

Informationsbroschüre des Gefäßforums Österreich; Foto: © Gefäßforum Österreich

Screening verhindert unnötige Todesfälle

Neben den Todesfällen infolge geplatzter Bauchschlagadern hat das Screening einen nicht zu unterschätzenden gesundheitspolitischen Wert. Bei einer Studie in Schweden wurde für gescreente Männer ein besseres und längeres Überleben als für nicht gescreente Männer im gleichen Alter nachgewiesen. Dies rührt vorwiegend daher, dass Risikofaktoren, die zur Entstehung und zum Fortschreiten von Gefäßerweiterungen führen, im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung häufig entdeckt und behandelt werden. Rauchen, Bluthochdruck, hohes Cholesterin – alles Risikofaktoren, die keine Beschwerden verursachen, jedoch langsam und beständig den Körper schädigen – können vor allem mit der Sorge eines erweiterten Gefäßes im Hintergrund besser behandelt werden. So können auch kleine Aneurysmen im Wachstum eingeschränkt werden und bei Optimierung der Risikofaktoren kann eine mögliche Operation gänzlich vermieden werden. Neben den positiven Effekten auf das Aneurysma führen diese Risikooptimierungen zu einer relevanten Verringerung von Herzinfarkt, Schlaganfall und Minderdurchblutung der Beine. Insbesondere der Verzicht auf die Zigarette scheint einen besonders wichtigen Effekt zu haben.

Schwedische Studie belegt Wirksamkeit

Screening-Maßnahmen wie Koloskopie, Mammografie oder urologische Untersuchungen sind etablierte Vorsorgeuntersuchungen zur Vermeidung von Krankheit und Sterblichkeit. Im vaskulären Bereich gibt es eine international etablierte Vorsorgeuntersuchung, die nicht nur die krankheitsbezogene Sterblichkeit, sondern die Gesamtsterblichkeit positiv beeinflusst. „Die Langzeitdaten aus Schweden (Wanhainen A, et al. Circulation 2016;134), wo 2006 ein nationales Screening-Programm mittels Ultraschalluntersuchung zur Diagnose von Ausweitungen der Bauchschlagader mit mehr als 3 cm im maximalen Querdurchmesser etabliert wurde, sind zwingend und klar ein Beleg der Sinnhaftigkeit dieser einfachen Vorsorgeuntersuchung, die in Österreich noch immer nicht angeboten wird“, erklärt Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Vorstand der Gefäßchirurgie im Wilhelminenspital Wien und wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich.

In den schwedischen Daten von mehr als 257.513 untersuchten 65 Jahre alten Männern hatten 1,5 % (3.863) eine Bauchschlagader mit mehr als 3 cm Durchmesser. Innerhalb von durchschnittlich 4,5 Jahren wurden 1.120 Patienten geplant an einem Aneurysma mit einer Größe ab 5,5 cm operativ behandelt. Das Ergebnis der Screening-Maßnahme war eine Reduktion der durch Aneurysmen verursachten Sterblichkeit von 4 % pro Jahr. „Somit unterzogen sich in dieser Population 65-jährige Männer einer einfachen, schmerzlosen Ultraschalluntersuchung. In dieser Patientengruppe müssen nur 1,5 % operativ behandelt werden, um einen vorzeitigen Tod zu verhindern. So kann in Schweden mit 9,5 Millionen Einwohnern mit dieser einfachen Maßnahme jährlich 90 unerwarteten, vermeidbaren Todesfällen vorgebeugt werden“, so Dr. Assadian.

Über das Gefäßforum Österreich

Das Gefäßforum Österreich wurde im April 2011 als gemeinnütziger Verein mit der Hilfe von österreichischen SpitzenmedizinerInnen und Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben gegründet. Es ist die erste interdisziplinäre Gesundheitsplattform für PatientInnen zum Thema Gefäßerkrankungen und folgt dem Motto „Gefäße sind Leben!“. Gründungsanlass war die besorgniserregende und dramatische Zunahme an Gefäßerkrankungen in Österreich. Das Gefäßforum Österreich sieht es daher als seine gesellschaftliche Verantwortung und Aufgabe, öffentlichkeitswirksame und gesundheitspolitisch nachhaltige Maßnahmen zu setzen. Prominente UnterstützerInnen des GFÖ sind Peter Rapp, Dr. Franz Vranitzky, Dr. Claus Raidl, Dagmar Koller, Dr. Christoph Gerin-Swarovski, Samy Molcho, Heinz Marecek und Dr. Heinz Bachmann

Infos: www.gefaessforum.at

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