Zeugen Jehovas: Cecilia Alvarez wurde in 25 Jahren 43 Mal operiert – ohne Bluttransfusion

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Cecilia Alvarez aus Argentinien hat schon ihr Leben lang mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Als sie nur 16 Tage alt war, wurde sie das erste Mal operiert. Das war am 18. Mai 1994. Damals korrigierten Ärzte in Argentinien bei ihr einen angeborenen Defekt an der Wirbelsäule. Seit diesem Eingriff vor 25 Jahren musste Cecilia weitere 42 Operationen über sich ergehen lassen – die meisten davon in ihrer Kindheit. Zuletzt wurde sie dieses Jahr an der linken Hüfte operiert. Wie alle Operationen zuvor wurde auch dieser Eingriff erfolgreich ohne Bluttransfusion durchgeführt.

Cecilia räumt ein: „Diese vielen Operationen und Behandlungen waren für meinen Körper eine große Belastung.“ Trotz all dieser Schwierigkeiten hat sich Cecilia immer versucht, ihre positive Einstellung zu bewahren. Außerdem hat sie alles darangesetzt, die Empfehlungen der Ärzte so gut wie möglich umzusetzen, und ihre Eltern haben sie dabei unterstützt. „Meinen Körper auf die Operationen vorzubereiten, war ganz entscheidend“, erklärt Cecilia. „Ich habe zum Beispiel Eisenpräparate, Folsäure und Erythropoetin eingenommen und Lebensmittel gegessen, die viel Eisen enthalten. Dadurch wurde die Produktion der roten Blutkörperchen angeregt.“

Über die Behandlungsteams, die sie in diesen Jahren betreut haben, sagt Cecilia: „Ich schätze ihre Arbeit sehr. Sie haben nicht nur mein Leben gerettet, sondern auch meine Entscheidung, Bluttransfusionen abzulehnen, respektiert.“

Dr. Ernesto Bersusky, pensionierter Wirbelsäulenchirurg

Die behandelnden Ärzte äußerten sich anerkennend über Cecilia. Dr. Ernesto Bersusky, ehemaliger Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am Kinderkrankenhaus Juan P. Garrahan in Buenos Aires, gehörte bei einigen größeren Wirbelsäulenoperationen von Cecilia zum Behandlungsteam. Er erinnert sich: „Immer wenn ich mit Cecilia zu tun hatte, habe ich erlebt, wie entschlossen sie ist und wie gut sie ihre Glaubensansichten erklären kann. Ich habe viele Male mit ihr gesprochen und ihr jeweils erklärt, wie ich vorgehen werde. Dabei habe ich ihr versichert, dass sie keine Bluttransfusion bekommt.“

Dr. Susana Ciruzzi, Rechtsanwältin und Bioethikerin

Dr. Susana Ciruzzi, Rechtsanwältin und Mitglied des Ethikkomitees am Kinderkrankenhaus Juan P. Garrahan erzählt: „Die Kooperation zwischen der medizinischen Fachwelt und Jehovas Zeugen funktioniert gut. Wir haben mit Jehovas Zeugen zusammengearbeitet, entschlossen uns zu hinterfragen – nicht nur unsere Ansichten, sondern auch unsere Techniken und die wissenschaftlichen Erkenntnisse –, um Transfusionsalternativen zu entwickeln.“

Cecilia ist den Spezialisten, die sie behandelt haben, sehr dankbar. Die inzwischen 25-jährige Cecilia hat zwar ständig Schmerzen und ist an einen Rollstuhl gefesselt, aber sie ist trotzdem für ihre positive Einstellung bekannt. Sie sagt sogar: „Ich glaube, meine traumatischen Erfahrungen haben mir geholfen, ein besserer Mensch zu werden und Eigenschaften zu entwickeln, die für einen Bibelchristen wichtig sind.“

Weitere Informationen von unserem Redakteur Franz Michael Zagler unter der Telefonnummer 0676/637 84 96.

Foto: JZ