Equal Pay Day 2018 in Österreich

Frauen-Landesrätin Barbara Schwarz möchte Frauen ermutigen, neue Wege in der Ausbildungs- und Berufswahl zu gehen

Der Equal Pay Day macht Einkommensunterschiede deutlich. Heuer fällt er auf den 27. Februar. Das heißt, ein Jahr und 58 Tage müssen Frauen arbeiten, um auf das Jahreseinkommen zu kommen, das durchschnittlich Männer für sich verbuchen dürfen. Verglichen mit dem Vorjahr eine Verbesserung, denn da mussten Frauen bis zum 4. März „umsonst“ arbeiten. Die Einkommensschere hat sich also zu Gunsten der Frauen schon um ein paar Tage verschoben, aber es bestehen noch immer große Unterschiede. Frauen erhalten im Durchschnitt nur 84,1% der Einkommen von Männern.

Die Forderung nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit ist auch heute noch nicht erfüllt. Viele Faktoren spielen mit, dass es hier noch zu keiner Gleichstellung gekommen ist. Einerseits sind sehr viele Frauen teilzeitbeschäftigt, meist bedingt durch Betreuung der eigenen Kinder. Andererseits tendieren Frauen oft in Berufe, die geringer entlohnt sind als männlich dominierte Bereiche. Mädchen wählen bevorzugt Einzelhandel, Frisörin, Bürokauffrau. Die Burschen gehen in die Metalltechnik, Elektrotechnik oder Kraftfahrzeugtechnik. Schon im 1. Lehrjahr zeigt sich ein Unterschied im Einkommen von € 470,– bis zu € 619,– monatlich. Deshalb sollte bereits die Berufswahl auch unter dem Aspekt der Verdienstmöglichkeiten sorgfältig und vorausschauend erfolgen.

„Ich möchte Frauen ermutigen, neue Wege in der Ausbildungs- und Berufswahl zu gehen und auch ihre Töchter dabei zu fördern. Denn Berufe in Technik und Handwerk werden von Frauen und Mädchen kaum gewählt. Einerseits ist das gesellschaftliche Umfeld dafür nicht offen oder es ist zu wenig über die Anforderungen in diesen Bereichen bekannt. Tatsache ist, dass die Einkommen in diesen Segmenten höher als in den sogenannten typischen Frauenberufen sind“, betont Frauen-Landesrätin Barbara Schwarz.

Mit Initiativen wie dem Girls´Day, HTL4girls und TechDatings werden seitens des Landes NÖ wichtige Signale gesetzt, die den Schülerinnen, aber auch dem Lehrpersonal und besonders den Eltern die Vielfalt der Berufe näher bringen sollen. Ziel ist es, den Mädchen die Bandbreite aller Lehrberufe, Weiterbildungs-möglichkeiten und Studiengänge aufzuzeigen und sie zu ermutigen, neue Wege in der Berufswahl einzuschlagen. Die Wirtschaftskammer NÖ und der Industriellenvereinigung NÖ sowie AMS und Landesschulrat für NÖ sind hier wichtige Partner des Landes NÖ.

Landesrätin Schwarz appelliert an alle Frauen und Mädchen: „Eine fundierte Ausbildung und das Ergreifen eines Berufes sind absolute Muss-Voraussetzungen für eine finanzielle Absicherung in späteren Jahren. Deswegen möchte ich alle einladen, sich umfassend zu informieren, damit bei der Entscheidung für eine Berufslaufbahn und bei der Lebensplanung klar ist, welche Konsequenzen eine Berufsunterbrechung oder Teilzeitbeschäftigung auf Dauer hat.”

Foto: Josef Herfert