Kultur und Covid-19: Unterstützung für Theaterfest-Standorte und Sommerfestivals bei Absagen

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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Gespräch mit Theaterfest-Obmann Werner Auer

LH Mikl-Leitner: „Spielorte in Niederösterreich erhalten“

Aufgrund der derzeit strengen Sicherheitsbestimmungen ist ein geordneter Betrieb für Theater nahezu unmöglich. Daher überlegt der Großteil der Sommertheater-Standorte heuer Absagen durchzuführen. Um den Bestand der Theaterstandorte zu sichern und die lebendige Kulturlandschaft Niederösterreichs aufrecht zu erhalten, gibt es auch heuer die finanzielle Förderung seitens des Landes – auch wenn nicht oder nur in eingeschränkter Form gespielt wird.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner dazu: „Ob und in welcher Dimension heuer Theater oder Konzerte gespielt werden können, ist für alle Veranstalter schwierig und herausfordernd, wiewohl die Entscheidung darüber den Veranstaltern selbst obliegt. Unsere Aufgabe als Land Niederösterreich ist es jedenfalls, die Veranstalter und damit verbunden auch die Kulturschaffenden nicht im Stich zu lassen. Daher werden die Theaterfest-Standorte sowie große Sommerfestivals vom Land Niederösterreich auch heuer eine Förderung erhalten – auch wenn sie nicht oder nur in reduzierter Form spielen können, um bereits entstandene Kosten abdecken zu können. Damit wollen wir sicherstellen, dass die kulturell und touristisch wichtigen Spielorte in Niederösterreich überleben können.“ Ein diesbezüglicher Antrag wird in der kommenden Regierungssitzung eingebracht.

Werner Auer, Obmann des Vereins Theaterfest Niederösterreich dazu: „Damit konnten wir einen ersten wesentlichen Schritt für die Theaterfestbühnen zur Absicherung der Liquidität für die bereits angelaufenen Kosten setzen. Jedoch dürfen wir die schwierige finanzielle Situation, der im Theaterfest und darüber hinaus engagierten Künstlerinnen und Künstler, absolut nicht außer Acht lassen. Für uns als Verein Theaterfest ist es nicht machbar, eine generelle Lösung für den Theatersommer zu finden. Die vielen offenen Fragen vom Bund bzgl. der Abhaltung und auch der finanziellen Absicherung aller Beteiligter, sowie die unterschiedlichen Vorlaufzeiten, Spieltermine und Organisationsstrukturen machen es unmöglich.“

Weil viele Kultur-Veranstaltungen heuer nicht durchgeführt werden können, stehen zahlreiche Künstlerinnen und Künstler vor existenziellen Herausforderungen. „Seitens des Bundes gibt es zwar unterschiedliche Fördertöpfe wie den Künstlersozialversicherungsfonds oder die Ergänzungen im Härtefallfonds. Nichtsdestotrotz sind bei den Kulturschaffenden noch viele Fragen offen, die vom Bund rasch aufzuklären und zu beantworten sind. Es braucht einfach konkretere Maßnahmen und Anleitungen für Künstler, die auf Grund der ausgefallenen Auftritte keine Verdienstmöglichkeit haben, auf deren Basis dann auch das Land Niederösterreich weitere Schritte einleiten und setzen kann. Hier geht es um die Existenz jedes Einzelnen, es geht um deren Familien, die nichts dafürkönnen, dass auf Grund der Pandemie Vorstellungen ausfallen“, fordert die Landeshauptfrau.

Um die freischaffenden Künstlerinnen und Künstler im Land Niederösterreich zu unterstützen und ihnen in dieser schwierigen Zeit weiterhin zur Seite zu stehen, werden neben den bisherigen Initiativen ab sofort Kunststipendien als Unterstützung angeboten. Diese Stipendien sind mit max. 3.000 Euro dotiert und können bis 30. Juni von freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten mit NÖ-Bezug beantragt werden. Landeshauptfrau Mikl-Leitner erklärt diese Maßnahme wie folgt: „Damit wollen wir den Verdienstentgang vieler Künstlerinnen und Künstler abfedern und ihnen helfen, ihrer künstlerischen Tätigkeit weiter nachzugehen und ihre Ausstellungsprojekte, Lesungen, Konzerte und Ähnliches weiter vorbereiten zu können. Vorerst stellen wir für diese Initiative bis zu eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung.“

Am Mittwoch dieser Woche fand auch via Videokonferenz ein Austausch der Landeshauptfrau mit den Mitgliedern des NÖ Kultursenates statt. Hierbei wurden weitere Fragestellungen im Kulturbereich diskutiert und alle waren sich einig, dass jetzt der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wichtig ist, denn nur gemeinsam kann diese Krise gemeistert werden.

Was den Festivalstandort Grafenegg betrifft, wird eine endgültige Entscheidung bis Mitte/Ende Mai getroffen. „Grafenegg ist unser nationaler und internationaler Kultur-Hotspot und auf Augenhöhe mit den Festspielen in Salzburg und Bregenz. Mit diesen Festival-Standorten stehen wir auch im direkten Kontakt, was einen möglichen Spielplan für den Sommer betrifft. Hier können wir noch etwas zuwarten, da wir hier zum einen eine andere Proben-Situation haben und zum anderen die Infrastruktur bereits zum Großteil vorhanden ist“, so die Landeshauptfrau.

Foto: © NLK Burchhart