Um Corona-Impfstofflieferungen möglichst schnell verabreichen zu können, starten bereits Anfang nächster Woche die ersten Landes-Impfzentren, für die zweite Maihälfte ist dann der Vollbetrieb der 20 landesweiten Impfzentren vorgesehen, informierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner heute, Samstag, in Wiener Neustadt, wo sie gemeinsam mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bürgermeister Klaus Schneeberger die Impfstraße in der Arena Nova besuchte.

In den nächsten Wochen und Monaten sei wesentlich mehr Impfstoff als bisher zu erwarten, „was mit Sicherheit zu einer weiteren Erholung und Entspannung beitragen wird“, ist die Landeshauptfrau überzeugt. Laut Gesundheitsministerium werde sich die Impfstoff-Liefermenge im zweiten Quartal verdreifachen, dazu kämen noch knapp 200.000 zusätzliche Impfdosen für Niederösterreich ab Ende April bis Ende Juni, so Mikl-Leitner und dankte Bundeskanzler Sebastian Kurz für sein Bemühen um zusätzliche Schutzimpfungen. „Unser Ziel ist es, insgesamt über 100.000 Corona-Impfungen pro Woche in den 20 Impfzentren zu verabreichen.“

Bundeskanzler Sebastian Kurz, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Klaus Schneeberger informierten sich vor Ort Foto: © NLK Pfeiffer

Um derartige Dimensionen auch bewerkstelligen zu können, wurden die Organisation und der Betrieb der Zentren ausgeschrieben. Um aber sofort starten zu können, habe man vorläufig das Rote Kreuz, das sich bereits in den vergangenen Wochen und Monaten durch „hohe Professionalität und Kompetenz“ ausgezeichnet habe, mit der Abwicklung beauftragt, unterstrich die Landeshauptfrau. Eine zweite wesentliche Säule ist für die Landeshauptfrau nach wie die Verimpfung bei den Hausärzten. „Nur mit ausreichend Impfdosen, den Hausärzten und unseren 20 Landes-Impfzentren gemeinsam können wir den Impfturbo auch tatsächlich zünden.“

„Aktuell sind rund 450.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher bereits geimpft oder haben ihren persönlichen Impftermin bereits fixiert. Das entspricht rund 36 Prozent der gesamten impfbaren Bevölkerung in Niederösterreich“, informierte die Landeshauptfrau. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, so Mikl-Leitner und dankte allen Verantwortungsträgern und Ehrenamtlichen, die in der Bekämpfung der Pandemie „Großartiges leisten“.

Bundeskanzler Sebastian Kurz, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Klaus Schneeberger in Wiener Neustadt Foto: © NLK Pfeiffer

Die Landeshauptfrau sprach sich auch für eine Lockerung der Kriterien bei den Ausreisetests aus Hochinzidenzgebieten wie Wiener Neustadt aus. Derartige Maßnahmen müssten für die Bevölkerung nachvollziehbar sein.

Bundeskanzler Sebastian Kurz zeigte sich beeindruckt von der „professionell eingerichteten Impfstraße“ in Wiener Neustadt und dankte für die gute Zusammenarbeit. Ab Ende April stünden eine Million Impfdosen mehr zur Verfügung. Es gäbe also Grund zum Optimismus. Bereits jetzt wären jede dritte Österreicherin bzw. jeder dritte Österreich entsprechend der Alterspyramide bzw. der Priorisierung geimpft. Der Bundeskanzler zeigte sich auch zuversichtlich, dass bis Ende Juni jeder, der sich impfen lassen wolle, auch eine Impfung erhalten werde. Impfen und testen wären die entscheidenden Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen zu bremsen und die Zahlen nach unten zu drücken.

Der Bundeskanzler stellte auch Öffnungsschritte in den Bereichen Kultur, Sport, Tourismus und Gastronomie in Aussicht, und zwar bereits Mitte Mai. Die Öffnungsschritte müssten aber durch entsprechende Sicherheitskonzepte gewährleistet werden. Eine wesentliche Rolle spielten dabei Masken, Abstandsregeln und Tests.

Für Bürgermeister Klaus Schneeberger ist die Impfstraße in Wiener Neustadt ein „Model für die blau-gelben Impfzentren“. Alleine gestern habe man hier rund 9.900 Personen geimpft, so Schneeberger. Wiener Neustadt verfüge über 42 Teststraßen, die von Montag bis Sonntag von 7 bis 20 Uhr geöffnet wären, seit 11. Jänner dieses Jahres habe man rund 500.000 Tests durchgeführt. Im Zuge der Ausreisetests aus Wiener Neustadt wurden über 50.000 Fahrzeuge angehalten und kontrolliert, so Schneeberger weiter. Dabei verzeichnete man nur 1.400 Personen ohne Test, 34 Anzeigen waren erforderlich.